Ist das noch demokratisch – Teil 2

In meinem Artikel „Ist das noch demokratisch?“ bin ich auf diesen „Offenen Brief“ des Herrn F. Schmidt, den ich in Kümmels Anzeiger fand, eingegangen. Dieser Leserbrief reichte der MOZ aus, eine große Story daraus zu machen, na ja, wir haben das berüchtigte Redaktions-Sommerloch.

Zitat aus dem MOZ Artikel vom 10. Juli 2012:
„…Der Rentner, der studierter Bau-Ingenieur ist, hat in seinem Brief sein massives Unverständnis über die Beschlüsse der Gemeindevertretung zum Ausdruck gebracht. In der MOZ hat Schmidt über Wochen und Monate den Streit verfolgt, den die Mehrheit der Gemeindevertreter aus den Fraktionen von CDU/FDP, SPD und Bürgerforum mit Vogel und der Fraktion der Linken ausgetragen hat. … und …Bürgermeister Rainer Vogel (Grüne) hat sich schriftlich für den Offenen Brief des Woltersdorfers Ferdinand Schmidt zum Kita-Streit bedankt,…“

Interessant, die Quellenangabe des Rentners, einzig aus der MOZ zog er seine Erkenntnisse zur Auseinandersetzung um die U3-Kita Geschichte in Woltersdorf. Gedacht und geschrieben hatte ich es schon, der Tenor des „Offenen Briefes“ zeigte, der Verfasser war einseitig informiert, zog es vor keine weiteren Erkundigungen einzuziehen und auf den Wahrheitsgehalt überprüft hat er es auch nicht. Lieber Herr Schmidt bevor Sie schreiben sollten Sie die „W“ Fragen stellen: Wer, Was, Wo, Wann und wenn Sie tiefer einsteigen möchten auch noch die beiden Letzten „W“ Fragen: Wie und Warum. Nur, diese beiden Fragestellungen machen richtig Arbeit und die haben Sie vermieden und einseitig, nur mit dem halben Wissen bewaffnet, eine öffentliche Meinung von sich gegeben. Dabei wäre es gar nicht so schwer gewesen, das ganze Spektrum der Meinungen, auch der von CDU, FDP, SPD und WBF zu erfahren, hier, auf diesem Blog wären Sie fündig geworden, umsonst. Selbst der eine Klick zu dieser Seite war Ihnen scheinbar mit zu viel Aufwand verbunden. Wie soll ich nun Ihren „Offenen Brief“ bewerten, wo sie es sich doch so leicht – zu leicht – gemacht haben?

Wollen wir doch mal Ihre Quelle, die MOZ, betrachten. Das Blatt schreibt seit eh und je zu oft was die Verwaltung, sprich der Bürgermeister, als Pressespiegel vorgibt. Das machen fast alle Zeitungen, sie möchten ja auch in Zukunft mit Stoff versorgt werden. Hinzu kommt die Zeitnot der Redakteure, Recherche kostet Zeit, da nimmt man gerne das Pressebulletin. Dann haben wir noch des Bürgermeisters persönliche Hauspostille, das Mitteilungsblatt, hätten Sie es gelesen, müssten Sie erstaunt gewesen sein, wie ähnlich die Töne der MOZ und die des Mitteilungsblattes klingen. Sie waren nicht erstaunt, die Fragen „Wie“ und „Warum“ haben Sie sich nicht gestellt, warum nicht? Hier auf dem Blog haben Sie sich auch nicht informiert, warum nicht? Sie, Herr Schmidt, hätten, wenn es Sie denn so brennend interessierte, die Sitzungen der Ausschüsse und Gemeindevertretung besuchen können und alle Meinungen hören können. Auch das haben Sie unterlassen, warum sind Sie nicht hingegangen?

Lieber Herr F. Schmidt, sie haben sehr wenig, zu wenig Energie aufgewandt, um sich umfassend zu informieren, warum? Sie haben anderseits sehr viel Energie aufgewandt, um die angelesene Meinung des Bürgermeisters als Ihre Meinung in einem „Offenen Brief“ darzulegen, warum? Nein, Herr F. Schmidt, ernst kann man Sie nicht nehmen, die ganze Aktion lässt ahnen, was mit dem „Offenen Brief“ bezweckt werden sollte.

Sind Sie eigentlich nicht stutzig geworden, als der Bürgermeister Ihnen so schnell seinen Dank schrieb, haben nicht gefragt, warum. Gerade dieser Bürgermeister wird immer wieder gerügt, weil er keine Post beantwortet oder erst Wochen und Monate später. Nur bei Ihnen war der Dankesbrief des Bürgermeisters sofort da. Ja, da frage ich mich doch, wie kommt das und warum?

Auch die CDU-Woltersdorf und dasWoltersdorfer Bürgerforum haben sich mit dem Brief des Herrn F. Schmidt beschäftigt.

  1. Dorit

    zu Bernds Kommentar – der Chefredakteur Frank Mangelsdorf hat einst mit der Stasi gekuschelt. Das Blatt war zu DDR Zeiten, unter anderem Namen tiefrot, ob da noch etwas von der Farbe in der Druckerschwärze zurück geblieben ist? Der Kreis dieses Leserbriefes hat sich geschlossen, die Akteure sind erkannr und blamiert. Auch Intriegen spinnen will gelernt sein 🙂
    Gruss D.

  2. Bernd

    Der gute Herr F. Schmidt war ein guter SED-Genosse. KPD-SED-PDS-Die Linke-Gutjahr – bedingungsloser Helfer von Dr. Vogel unserem Bürgermeister. Na, wenn das mal nicht DUMM gelenkt wurde. Da fällt mir eine Bürgerbefragung ein, da verkündete Herr Gutjahr schon im Voraus – heute Abend gehen wir mit stolzgeschwellter Brust nach Hause. Lieber Herr Gutjahr, ziehen Sie den Stöpsel und lassen Sie die Luft raus.

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