In Woltersdorf an den Pranger gestellt

Heute früh blätterte ich mich durch die MOZ, auf Seite 11 fand ich dann einen außergewöhnlichen Artikel: „Knapp der Obdachlosigkeit entronnen“. In dem Text mit Foto des Betroffenen wird über die Obdachlosigkeit des 39 Jahre alten Olaf Sperling und seiner Familie berichtet. Lang und breit wird dargelegt, dass der Hartzler seit 2001 ohne Job ist. Obendrein berichtet die MOZ, Olaf Sperling und seine 22 jährige Lebensgefährtin Jessica, auch Hartzler, sind in der Kartei der Schufa zu finden. Der Hammer kommt am Ende des Berichts, dort äußert sich der ehemalige Vermieter der beiden, die jetzt vorübergehend eine Wohnung von der GWG bekommen haben. Er erzählt: Containerweise haben sie Müll aus der Wohnung des ehemaligen Mieters Sperling geschafft, an die 1000 Euro sind ihm schon Kosten entstanden und die Schlüssel hat er von ihnen ebenfalls noch nicht bekommen.

Pranger, Schwarzes Brett, was war das, was ich gerade lesen durfte. Weit und Breit wird jeder Vermieter diese Wohnungssuchenden in seine – Nur Die Nicht – Kartei einpflegen und der MOZ sehr dankbar für die Frühwarnung sein. Nach der Veröffentlichung sollte es der GWG und unserem Amt sehr schwer fallen, der Familie eine Wohnung bei einem privaten Vermieter zu vermitteln.

Ich frage mich, woher hat die MOZ die Namen der Protagonisten. Da Amtsleiter Hannes Langen in dem Artikel ausführlich zu Wort kommt, er liebt Interviews, besteht ja die Möglichkeit, dass er die Geschichte an die Zeitung vermittelte. Verstehen mag ich solch Handeln dennoch nicht, hat Langen doch in der letzten öffentlichen Sitzung des Sozialausschusses die Namen aus Gründen des Datenschutzes verschwiegen. Egal wie, jetzt stehen die Sperlings, schwer beschädigt, für sehr lange Zeit am Pranger. Wegen einer Story Menschen öffentlich bloßstellen, dass sollte sich jede Zeitung und auch die Gemeinde Woltersdorf dreimal überlegen.