In dubio pro reo

Im Zweifel für den Angeklagten, hört sich gerecht an. Der Satz kündet von Gleichheit, Fairness und Gerechtigkeit, die Justitia allen angedeihen lässt. Dabei ist in dubio pro reo kein Freispruch, eher eine Verurteilung es sagt eindeutig, – wir glauben dir nicht, wir konnten es dir nur nicht beweisen -, deshalb müssen wir dich laufen lassen, aber für schuldig halten wir dich allemal. Für den Kläger sagt der Satz, – wir glauben dir, er ist schuldig, wir konnten es ihm nur nicht beweisen -, deshalb müssen wir ihn laufen lassen.

Den Glauben muss die Justiz den Priestern überlassen und sich rein um die Fakten kümmern. Ist eine Tat -non liquet, es ist nicht klar-, kann es nur zu einem Freispruch ohne Zusätze kommen.

Justitia mit der Waage sollte von den Fassaden der Gerichte verschwinden und durch ein Schiff in wogender See ersetzt werden. Denn es heißt auch, -vor Gericht und auf hoher See sind wir in Gottes Hand-, es bedeutet, dass man angeklagt, auf Gedeih und Verderb, der Justiz ausgeliefert ist.