IM als Ministerin in Brandenburg

Die in der DDR lebende Kerstin Kaiser hat in Moskau studiert. Als junge Frau wohnte sie dort mit ihren Kommilitonen, feierte, lachte, weinte und redete mit ihnen. Junge Leute, die länger zusammen sind, fassen Vertrauen zueinander. Sie reden über ihre Stimmungen, Kochrezepte etc. und manchmal drifteten die Gespräche ab in die Niederungen der Politik; schließlich kannte man sich doch, konnte dem Anderen Vertrauen.Unter den Studenten gab es immer welche, die es einfacher haben wollten mit der Kariereleiter, als die Anderen. Das war durchaus möglich, wenn sie sich bewährten, ihre Systemtreue gegenüber der DDR zeigten. Besonders gut konnte es derjenige beweisen, der sich dem Ministerium für Staatssicherheit als Spitzel verpflichtete. Spitzel – welch hässliches Wort, hörte sich so nach Verrat und Judaslohn an. Die Stasi wusste sich zu helfen und taufte die Verräter um in „Informelle Mitarbeiter“ abgekürzt IM.

Auf Kerstin Kaiser, Fraktionsvorsitzende der Partei „Die Linke“ in Brandenburg, trifft das alles zu, sie studierte in Moskau, redete, feierte mit ihren Kollegen und verfasste danach Berichte über das Gehörte an die Staatssicherheit. Sie hatte dabei wohl ihre Kariere im Auge, was aus den Karieren der Verratenen wurde, ob es sie interessierte?

Auch nach dem Ende der DDR hat Frau Kaiser ihre Kariere nie aus den Augen verloren. Jetzt, 20 Jahre später, wollte sie Ministerin werden. Unserem Landesvater Platzeck war’s recht, er vertritt ja den Standpunkt: auch Linke-Politiker, die sich geläutert haben, wie Frau Kaiser mit ihrer belastenden Vergangenheit, seien integrierbar. Integrierbar in den Alltag schon, aber nicht ins politische Geschäft. Wie will unser Ministerpräsident den Menschen erklären, dass sie jetzt von Einer mitregiert werden, die zuvor die Regierten ausgespäht, bespitzelt und verraten hat, für die Stasi, für ihre Kariere. Wie will unser Landesvater den Vielen, die durch die Stasi Jahre ihres Lebens in Gefängnissen der DDR verloren haben, das wohl erklären.

Im Focus gelesen:
Kerstin Kaiser: Ohne Scham

In Bild gelesen:
Sex und Verrat – die Stasi-Akte von Platzecks Kaiserin

    1. Bernd

      Heute war ein Bild in der Zeitung, unser Ministerpräsident (SPD) in inniger Nähe mit der ehemaligen IM Kerstin Kaiser (Die Linke). Sie hat nun auf einen Ministerposten verzichtet, da sie als Fraktionsvorsitzende doch mit am Regierungstisch sitzt. Nun hat die SPD die Stasi gesellschaftsfähig gemacht.

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