Herr Eitel gibt ein Interview

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Eitelste im ganzen Land? Die allen bekannte, hier leicht abgewandelte, Frage aus einem Märchen, fiel mir sofort ein, als ich den Blog eines der Kandidaten für die Wahl des Bürgermeisters von Wolkenkuckucksheim besuchte. Der Blogger sonnt sich dort in seiner neuen medialen Wichtigkeit und schreibt:

Zitat 1: In einem längeren Interview mit der „Märkischen Orakel Zeitung“ konnte ich mich heute zu meinen Zielen und Vorstellungen auf dem Weg zur Bürgermeister-Kandidatur äußern.

Zitat 2: Lesen Sie dazu auch ein ausführliches Interview mit mir in der „Märkischen Orakel Zeitung“

Stark beeindruckt von Herrn Eitels Worten, las ich das ausführliche, längere Interview in der „Märkischen Orakel Zeitung“ und fragte mich, wieso ist Herr Eitel für die „Märkischen Orakel Zeitung“ so wichtig, dass sie ihn so lang und breit interviewt hat und so wenig konkretes zu schreiben hatte. Es gab da einige Antworten von Herrn Eitel, die ein guter Redakteur, von Beruf neugierig, hinterfragen würde, warum hat er es nicht getan?

Nach einigen Tagen wurde meine Neugier gestillt, eine Email flatterte auf meinen Bildschirm und löste das Rätsel. Herr Eitel bekam von der „Märkischen Orakel Zeitung“ eine Email mit sieben Fragen , die sollte er beantworten, dass war es schon. Hier die Fragen:

1. Herr Eitel, Sie sind Wichtigtuer und in der Worthülsenbranche tätig, warum wollen Sie nun Berufspolitiker in Ihrem Heimatort werden?

2. Was sollte aus Ihrer Sicht besser werden in Wolkenkuckucksheim?

3. Welche Schwerpunkte würden Sie als Bürgermeister setzen?

4. Wo würden Sie als Bürgermeister ansetzen, um etwas für die Entwicklung der kommunalen Wirtschaft zu tun?

5. Wolkenkuckucksheim ist auch für viele junge Familien, aber auch für ältere Bürger geliebter und angestammter Wohnort, wie wollen Sie dem gerecht werden?

6. Welche konkreten Projekte würden Sie als Bürgermeister in der Gemeinde forcieren?

7. Könnten Sie noch etwas zu Ihrem privaten Umfeld sagen?
(wann, wo geboren, Familie, Hobbys)

Herr Eitel sprach mit stolzgeschwellter Brust von einem längeren, ausführlichen Interview. Dass, was ich da vor mir sehe, die paar Fragen, die kann doch jeder beantworten, warum ist Herr Eitel nur so stolz auf diese Leistung? Der „Märkischen Orakel Zeitung“, die uns solche Hin und Her Email als Interview präsentierte, kann man nur sagen: Das Gelbe vom Ei war das sicher nicht.

Hinweis:Wer genaueres über  Wolkenkuckucksheim erfahren möchte, der möge dem Link folgen.