Haushaltsplan 2011

Der Aussichtsturm auf dem Kranichsberg sollte einen Aussenanstrich bekommen, noch hat er ihn nicht und es sieht so aus, als wenn der olle Holzturm bis zum nächsten Jahr warten muss. Bedenklich ist, die Aussenhaut des Turms ist hölzern und Holz reagiert nun einmal empfindlich auf Vernachlässigung. Oben auf dem Kranichsberg, da pfeift der Wind, Regen und Schnee werden diesen Winter wieder die Bretter und Balken des ungeschützten Turms annagen. Der Anstrich sollte, nach einem alten Kostenvoranschlag, etwas über 11.000 Euro kosten, die Zeit ist ins Land und die Preise nach oben gegangen. Mal sehen wieviel teurer die Terminschieberei letztendlich wird. Das Treppengeländer und eine Absturzsicherung werden aber instand gesetzt, da dort Gefahr im Verzug sein soll. In einem solchen Fall kann die Kämmerin bis zu 5000 Euro Sofortmittel bewilligen.

Der Haushaltsentwurf für 2011 ist den Bach runtergegangen. Einstimmig lehnten unsere Gemeindevertreter das Werk, inclusive der mittelfristigen Planung für die nächsten drei Jahre ab, eine sehr vernünftige Entscheidung. Dr. Vogel hat in dem Entwurf, entgegen der bis dahin gepflegten Praxis, alle Wünsche aufgenommen. Gut gemeint, er wollte wohl keinem etwas abschlagen, nur so geht es nicht, die Finanzen müssen mit fester Hand zusammengehalten werden, dabei bleibt es nicht aus den Einen oder Anderen zu brüskieren. Dr. Vogels Entwurf hätte die Gemeinde in den nächsten zwei bis drei Jahren in die roten Zahlen getrieben und die kommunale Aufsicht ins Haus geholt, dafür hat er die Rote Karte gezeigt bekommen. Nun gut, ich gehe mal davon aus, der nächste Entwurf wird besser, Übung macht den Meister.

(Ich nahm hier keine Zahlen auf, die im neuen Entwurf sehen doch wieder anders aus als die jetzt genannten)

Eins finde ich merkwürdig und denke darüber des öfteren nach. Dr. Vogel ist Wahlbeamter, also ein Laie der sich nach der Wahl erst einmal ins Tagesgeschäft einarbeiten muss und dabei die Verwaltung, lauter Profis, leiten soll. Das funktioniert nur, wenn der Wahlbeamte nicht resistent gegen Beratung ist und zumindest die Amtsleiter sich dem Laien gegenüber loyal verhalten und ihn von ihren Erfahrungen und Können partizipieren lassen. Schwer, im Grunde unmöglich, wird es überall da, wo der Neue die Mannschaft des Alten übernehmen muss. In der freien Wirtschaft kann der Vorstand einen Manager der zweiten Führungebene auswechseln, schade, dass das im öffentlichem Dienst nicht so ohne weiteres möglich ist.

Dann etwas merkwürdiges, Herr Gutjahr, von den Linken, las einen Brief des Landrates an die Gemeinde vom April vor, in dem einige Punkte des Haushaltsplans 2010, für den Wolfgang Höhne verantwortlich war, getadelt wurden. Gewundert hat’s den Vorleser, warum die Kämmerin den Brief erst im September an die Gemeindevertreter weiterreichte, wie sie sagt, nur zur Information. Die Frage, wo denn die Antwort an den Landrat sei, wurde nach längerem Zögern mit: So etwas kann man auch telefonisch machen. Kann man das? Frau Drawe hat ja nicht gesagt, sie habe telefoniert, sie sagte nur, das kann man telefonisch machen. Eine Abhandlung über einen Haushaltsplan und keine schriftliche Antwort, kein Gesprächsprotokoll, keine Aktennotiz, eigenartig, sehr eigenartig. Ob’s da in Beeskow ebenso aussieht, keine Unterlagen oder doch welche? Also, als Boss und das sollte die Gemeindevertretung sein, würde ich dem auf den Grund gehen.

2 Gedanken zu „Haushaltsplan 2011

  1. Armin-Matthias Schramm

    Liebe Redaktion,

    ich bin ja auch schnell mit kritischen Anmerkungen zur Stelle.
    Hier muss ich aber doch einmal auch eine Lanze für die Verwaltung
    brechen.
    Das Entwerfen ist eine zielgerichtete geistige und schöpferische Leistung, als Vorbereitung eines später daraus zu entwickelnden Gegenstandes.
    (Wikipedia)
    Einen Haushaltsplanentwurf verstehe ich daher als Voraussetzung dafür, sich eine möglichst objektive Meinung bilden zu können, was ist gewollt/gewünscht und was ist am Ende evtl. NUR machbar.
    Je umfassender ich aber das Wollen und Wünschen in seinem ganzen Umfang kenne, umso besser lässt sich dann auch entscheiden und begründen, warum erst das Eine und dann das Andere, wo ein Kompromiss und wo manches auch gar nicht realisierbar sein wird.
    Ich kann daher aus meiner Sicht den allumfassenden Entwurf der Gemeindeverwaltung von Dr. Vogel und seiner Kämmerin Frau Drawe
    nur begrüßen und unterstützen.
    Ich begrüße diesen umfassenden Entwurf sehr, auch wenn er vorerst tief rote Zahlen schreibt, aber dann ist es doch viel leichter zu verstehen, wie schwer es ist, bei den vorhandenen Einnahmen der Gemeinde den vielen Wünschen und Nöten gerecht zu werden.
    Es ist jetzt an den Gemeindevertretern zu bewerten, was davon in welcher Reihenfolge umgesetzt werden kann und sollte.
    Und dann steht am Ende ein Haushaltsplan, der sachlich begründet und kostendeckend verabschiedet werden kann.

    Es grüßt herzlichst
    AMS

    1. Bernd

      Wie immer, viele Wege führen nach Rom. Jeder Weg hat seine Vor- und Nachteile. Es gibt Wege, die sich durch eine schöne, ebene Landschaft dahinziehen und den Wanderer einladen hi und da ein wenig zu verweilen. Andere Wege sind schmal, gehen steil hinauf, durch rauhes Gelände. Für den einen Pfad brauchen Sie Zeit um schöpferische Ideen zu entwickeln. Der Andere ist kürzer, eine Ochsentour, wer ihn geht schaut nicht nach links und rechts, er will nur eins, ohne Zeitverlust und unbeschadet ankommen. Wir haben September, die Zeit bis zum November, da ungefähr muss der Haushaltsplan stehen, ist knapp. Will die Gemeinde den kreativen Weg gehen, alle Varianten durchspielen, muss sie früher aufbrechen, der erste Weg ist deutlich länger.
      Beste Grüße
      Bernd

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