Haushaltsplan 2011

8. September 2010 Aus Von BerndWohlers

Der Aussichtsturm auf dem Kranichsberg sollte einen Aussenanstrich bekommen, noch hat er ihn nicht und es sieht so aus, als wenn der olle Holzturm bis zum nächsten Jahr warten muss. Bedenklich ist, die Aussenhaut des Turms ist hölzern und Holz reagiert nun einmal empfindlich auf Vernachlässigung. Oben auf dem Kranichsberg, da pfeift der Wind, Regen und Schnee werden diesen Winter wieder die Bretter und Balken des ungeschützten Turms annagen. Der Anstrich sollte, nach einem alten Kostenvoranschlag, etwas über 11.000 Euro kosten, die Zeit ist ins Land und die Preise nach oben gegangen. Mal sehen wieviel teurer die Terminschieberei letztendlich wird. Das Treppengeländer und eine Absturzsicherung werden aber instand gesetzt, da dort Gefahr im Verzug sein soll. In einem solchen Fall kann die Kämmerin bis zu 5000 Euro Sofortmittel bewilligen.

Der Haushaltsentwurf für 2011 ist den Bach runtergegangen. Einstimmig lehnten unsere Gemeindevertreter das Werk, inclusive der mittelfristigen Planung für die nächsten drei Jahre ab, eine sehr vernünftige Entscheidung. Dr. Vogel hat in dem Entwurf, entgegen der bis dahin gepflegten Praxis, alle Wünsche aufgenommen. Gut gemeint, er wollte wohl keinem etwas abschlagen, nur so geht es nicht, die Finanzen müssen mit fester Hand zusammengehalten werden, dabei bleibt es nicht aus den Einen oder Anderen zu brüskieren. Dr. Vogels Entwurf hätte die Gemeinde in den nächsten zwei bis drei Jahren in die roten Zahlen getrieben und die kommunale Aufsicht ins Haus geholt, dafür hat er die Rote Karte gezeigt bekommen. Nun gut, ich gehe mal davon aus, der nächste Entwurf wird besser, Übung macht den Meister.

(Ich nahm hier keine Zahlen auf, die im neuen Entwurf sehen doch wieder anders aus als die jetzt genannten)

Eins finde ich merkwürdig und denke darüber des öfteren nach. Dr. Vogel ist Wahlbeamter, also ein Laie der sich nach der Wahl erst einmal ins Tagesgeschäft einarbeiten muss und dabei die Verwaltung, lauter Profis, leiten soll. Das funktioniert nur, wenn der Wahlbeamte nicht resistent gegen Beratung ist und zumindest die Amtsleiter sich dem Laien gegenüber loyal verhalten und ihn von ihren Erfahrungen und Können partizipieren lassen. Schwer, im Grunde unmöglich, wird es überall da, wo der Neue die Mannschaft des Alten übernehmen muss. In der freien Wirtschaft kann der Vorstand einen Manager der zweiten Führungebene auswechseln, schade, dass das im öffentlichem Dienst nicht so ohne weiteres möglich ist.

Dann etwas merkwürdiges, Herr Gutjahr, von den Linken, las einen Brief des Landrates an die Gemeinde vom April vor, in dem einige Punkte des Haushaltsplans 2010, für den Wolfgang Höhne verantwortlich war, getadelt wurden. Gewundert hat’s den Vorleser, warum die Kämmerin den Brief erst im September an die Gemeindevertreter weiterreichte, wie sie sagt, nur zur Information. Die Frage, wo denn die Antwort an den Landrat sei, wurde nach längerem Zögern mit: So etwas kann man auch telefonisch machen. Kann man das? Frau Drawe hat ja nicht gesagt, sie habe telefoniert, sie sagte nur, das kann man telefonisch machen. Eine Abhandlung über einen Haushaltsplan und keine schriftliche Antwort, kein Gesprächsprotokoll, keine Aktennotiz, eigenartig, sehr eigenartig. Ob’s da in Beeskow ebenso aussieht, keine Unterlagen oder doch welche? Also, als Boss und das sollte die Gemeindevertretung sein, würde ich dem auf den Grund gehen.