Hauptausschuss Teil 1- September 2011

Gestern am Abend tagte der Hauptausschuss unter Leitung unseres Bürgermeisters, wir waren gespannt und unsere Erwartungen wurden voll erfüllt. Wir steigen heute gleich in das Highlight der Ausschusssitzung ein, Punkt 9 der Tagesordnung. Der Punkt lautete: „Information und Diskussion über das weitere Betreiben der „Liebesquelle“ (Folgekosten)“ Eingeleitet wurde die saftige Debatte mit der Frage des BM, „wie geht es weiter, wenn die Liebesquelle wieder fließt?“ Anmerkung von mir: Lieber BM, keine Sorge, diese Quelle fließt wahrscheinlich nie wieder, es geht nur um einen lumpigen Wasserhahn und Leitungswasser vom Wasserverband. Der BM fuhr in seiner Rede fort: der Verschönerungsverein übernimmt die Liebesquelle nicht mehr, weil der Verein die Sicherungspflicht an die GWG abgegeben hat. Die eingeforderten Spenden würden für vielleicht zwei Jahre lang den Unterhalt decken. Dann bekamen alle Mitglieder der „AG Liebesquelle“ Rederecht.

Es begann Dr. Haller. In nüchternen Worten trug er sachlich die geleisteten Arbeiten vor: Die Liebesquelle war baulich runter. Die AG konnte auf umfangreiches Material, dass der WVV vor Jahren erarbeitet zurückgreifen. Aus den Unterlagen ergab sich, dass es in näherer Zukunft kein Quellwasser geben wird. Die AG trat an den Wasserverband mit der Bitte heran, in der Liebesquelle einen kostenlosen Trinkwasseranschluss zu stellen. Die Bitte wurde erfüllt und Dank eines Großspenders konnten sie das Vorhaben realisieren. Herr Ramm wird Malerarbeiten an der Kuppel durchführen. Bei den Arbeiten wurde festgestellt, dass die erste Wand zur Straße 10 cm aus dem Lot steht. Die Wand wurde neu verfugt, kommen neue Risse in die Verfugung zeigt es, dass sich die Wand weiterhin bewegt. Beim Ausschachten stellten sie fest, der Estrich ist nur noch Schutt und die Fläche wird neu gepflastert. Er hält es für sinnvoll, die Liebesquelle in die Zuständigkeit des Gebäudemanagers zu geben, da die Quelle Gemeindeeigentum ist.

Als zweiter Redner trat Frau Elßner auf. Sie begann mit der Verteilung ihres Spendenaufrufes und ließ eine Bildermappe bei den Abgeordneten rumgehen. Sie monierte den Spendenaufruf im Mitteilungsblatt, der wäre nicht mit ihr abgestimmt gewesen. Als die AG ihr Arbeit begann, erzählte sie, hat sie den WVV – Frau Schuldt – um eine Vollmacht gebeten, aus der hervorgeht, dass sie für den WVV handelt. Das wurde vom WVV am 19.5.2009 abgelehnt, weil bei Beratungen des Vorstands mit dem damaligen BM (Höhne) entschieden wurde, dass es keine Wasserleitung für die Liebesquelle geben wird, da die Folgekosten zu hoch seien und weder von der Gemeinde noch vom Verein getragen werden könnten. Der Verein begrüßt aber die Privatinitiative von Frau Elßner. Sie trug ihre Gedanken für die Zukunft vor. Die sehen so aus, der WVV übernimmt auf Dauer nach Fertigstellung des Wasserhahns, die Reinigung und alle üblichen Risiken, auch hier spielt der WVV nicht mit, klagte sie.

Dann gröhlte unser berühmter WBF Vorstand Jürgen Felte, drittes Mitglied der AG, aus dem Hintergrund: Er findet es schäbig, dass der WVV die Quelle nicht übernimmt. Die Liebesquelle wurde vom Verschönerungsverein gebaut und damit ist sie verpflichtet die Quelle zu übernehmen. Anmerkung von mir: Lieber Herr Felte, sie sind schon bei der Annahme des Schecks eines Großspenders unangenehm aufgefallen, jetzt schon wieder, man gröhlt nicht aus dem Hintergrund in den Saal. Obendrein, einfachste Dinge sollte auch ein Vorstand des WBFs wissen, z.B., dass ein Hausbesitzer der sein Haus weggegeben hat, danach nicht mehr für die Hütte zuständig ist, so ist es auch analog mit der Liebesquelle zu sehen, verstanden?

Die Vorsitzende des WVV, Gisela Schuldt, gedachte sich zu den Angriffen von Mitgliedern der AG Liebesquelle zu äußern und bat um Rederecht. An sich verständlich, dass man einen Beschuldigten auch zu Wort kommen lässt.

Das sieht ein Teil des WBF ganz anders, WBF-Vogel – extrem laut gebrüllt: Neiiiin, zurück zur Geschäftsordnung. Nach dieser Kränkung durch Felte und WBF-Vogel verließ Frau Schuldt aus Protest die Sitzung, es folgten ihr, kurz danach, die meisten Mitglieder des WVV.

Der Bürgermeister, verkniff es sich Frau Schuldt gegen die Ungehörigkeiten in Schutz zu nehmen, im Gegenteil er meinte: Gisela Schuldt repräsentiert ja wohl nicht den ganzen Verein. Er ist überzeugt, dass eine Lösung gefunden wird.

Anmerkung von mir: Eine Lösung wäre, der BM, der die eingegangenen Spenden fürs Sommerfest, einzig an seinen Lieblingsverein Kulturhaus Alte Schule weitergereicht hat, holt die Gelder zurück und finanziert damit die Folgekosten für den Wasserhahn.

Es drängt sich immer mehr der Gedanke auf: Will da ein Neuer, der sich für einen Politiker hält, den Verschönerungsverein fertig machen, damit ein neuer Verein, an dem er bastelt, die Erbschaft antreten kann, wie z. B. die Räume in der Alten Schule und die ehemalige Heimatstube, die sich über dem Seniorenclub befindet. Alte Schule und Heimatstube wurden mit Fördergeldern gebaut, die für den Verschönerungsverein gelten. Kann es sein, dass, wenn es den Verein in naher Zukunft nicht mehr gibt, die Gelder an die Förderstelle zurückgezahlt werden müssen? Vielleicht sollte sich der WVV ein eigenes Gebäude für sein Museum schaffen, mit den ihm zugestandenen Fördermitteln, müsste das locker gehen. Überlegt mal lieber WVV.

Teil Zwei folgt morgen.

  1. Christine Elßner

    Christine Elßner bittet um Richtigstellung und Ergänzung:

    1. Der Spendenaufruf ist, wie (fast) alle Schreiben, in der Arbeitsgruppe abgestimmt, also unser Aufruf. Die Fotomappe sollte vor allem den Arbeitseinsatz von Herrn Felte und Herrn Dr. Haller dokumentieren und damit würdigen. Sie wird später Teil der geplanten technischen Dokumentation.

    2.In meinem Schreiben vom 20.03.2009 heißt es:“…Um das Projekt „Trinkwasser in der Liebesquelle“ korrekt weiter bearbeiten zu können, benötige ich eine Legitimation durch den Vorstand des WVV.
    Ich bitte Sie um die Vollmacht, im Interesse des WVV in der sich bildenden Arbeitsgruppe „Liebesquelle“ mitzuarbeiten.
    Über den Arbeitsstand werde ich regelmäßig informieren und evtl. wesentliche Abweichungen von der angedachten Vorgehensweise jeweils abstimmen.“
    Die Antwort vom 19.05.2009 (erhalten am 31.08.09) lautet:“…Daher ist eine „Privatinitiative Liebesquelle“ sehr zu begrüßen. Als WVV sehen wir unsere Möglichkeiten vorerst ausgeschöpft…..“

    3. Der von mir beim HA erwähnte Kontakt mit dem WSE (techn. Leiter Herr Wacke) fand vor Gründung der AG statt und war für mich zwingende Voraussetzung für meine Mitarbeit in der Arbeitsgruppe.

    4. Als weitere „Tischvorlage“ verteilte ich an den HA ein (aus Zeitmangel in der AG noch nicht abschließend diskutiertes) Schreiben über „Organisatorische Vorhaben für das weitere Betreiben der öffentlichen Trinkwasserstelle in der „Liebesquelle“ („Folgekosten“)
    Danach ist die Übergabe an die Gemeinde (GWG, Herr Wendt) mit techn. Dokumentation und Beschreibung der Betriebsorganisation vorgesehen. Die Finanzierung der Kosten soll unter Beibehaltung der Spendenorganisation und der Abrechnungsroutinen aus dem eingerichteten Gemeinde-Spendenkonto erfolgen.
    …“Damit fließt an der „Liebesquelle“ wieder Wasser, und es hängt von der Unterstützungsbereitschaft der Woltersdorfer und ihrer Gäste ab, wie lange diese, ihre „Bürgerquelle“ sprudelt….“
    D.h., ich habe den WVV bei den „Folgekosten“ völlig außen vor gelassen. Allerdings wünsche und erhoffe ich mir eine ideelle Versöhnung des WVV mit „seiner Liebesquelle“, z.B. durch eine „Osterwasserveranstaltung“ im nächsten Jahr, wo dann auch die noch vorhandenen „Liebesquellgläser“ mit einem Spendenaufschlag für die „Folgekosten“ angeboten werden .

    5. Ebenso hätte ich mir eine Anfrage des WVV an die AG nach dem Stand unserer Arbeiten und Überlegungen gewünscht, ehe der WVV indirekt über den MVW ohne Rücksprache mit uns den BM anspricht. Denn dadurch ist ja wohl, wieder ohne Rücksprache mit uns, das Thema unter TOP9 auf die TO des HA am 15.09.2011 geraten. Warum umständlich, wenn es auch ganz einfach gegangen wäre.

    Nun hoffe ich also sehr, dass alle Verantwortlichen im Interesse unserer „Privatinitiative“ eine gute Lösung für die Zukunft finden.

    Christine Elßner

  2. Heinz Vogel

    Frau Schuldt verstieß gegen die Geschäftsordnung des Ausschusses. Rederecht wird vom Bürgermeister oder einer Fraktion beantragt. Das ist nicht geschehen. Außerdem hat Frau Schuldt nicht das Rederecht erbeten, sondern sofort gesprochen. Natürlich hätte der Versammlungsleiter sie darauf aufmerksam machen müssen, das hat er aber nicht getan. Wo kämen wir denn hin, wenn jeder in einer Versammlung sofort los redet?
    Das Rederecht für die Arbeitsgruppe wurde ja auch vom Versammlungsleiter beantragt.
    Übrigens gibt es auch seitens des WVV einige Schreiben, die bei mir einige Irritationen hervorrufen.
    Gruß H. Vogel ( WBF )

    1. Bernd

      Dann sollten wir versuchen, diese Irritationen aus dem Weg zu räumen. Ich bin fest überzeugt, dass dies mit Ihnen möglich ist.
      Schönes Wochenende
      Bernd

    2. Angelika

      Lieber Herr Heinz Vogel,
      wie Sie wissen, schreibe ich mit.
      Frau Schuldt hat folgendes gesagt:“Darf ich jetzt auch mal etwas dazu sagen…“ Ich glaube, dass man das als Frage um Rederecht ansehen kann.
      Mit freundlichem Gruß
      Angelika Bandelier

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