Guantánamo

2. Mai 2009 Aus Von BerndWohlers

Da hatten die CIA und US-Army Gefangene gemacht, oft auf eine unschöne Art, die man ruhig Entführung nennen kann. Nicht nur im selbst geschaffenen Feindesland, nein auch bei guten Freunden haben die Amerikaner gewildert und die Gastfreundschaft schamlos missbraucht. Die CIA unterhielt private Gefängnisse in aller Welt und transportierte die ihnen Ausgelieferten in einer eigenen Luftflotte von einem zum anderen Knast. Keiner hat etwas mitbekommen, sehr bemerkenswert und kein Ruhmesblatt für die Luftüberwachung.

Einen Teil der Entführten haben sie auf einen Zipfel Kubas gebracht, in ihr Versteck „Guatánamo“, einem wie sie es nennen Gefängnis, man könnte es auch Concentration Camp nennen. Dort haben sie, die Amerikaner, die so stolz auf die Menschenrechte sind, ihre Gefangenen gefoltert, natürlich streng nach Dienstanweisung. Selbstverständlich ganz legal, aber bei Bush Junior war alles möglich und für den nicht erreichbaren Sieg über die Taliban wurden alle Prinzipien über Bord geworfen. Mit Dekret wurde das Gespenst Folter zügig wiederbelebt und ausgiebig angewandt.

Dem Herrn sei Dank wurde der Folter-Präsident Bush in die Wüste geschickt und die Amis haben wieder einen normalen Menschen als Präsidenten. Dem muss die Quälerei und der damit verbundene schlechte Ruf mächtig gestunken haben und so wurde die Folter wieder in ihr Grab verbannt.

Jetzt wollen sie die Zeugnisse ihres schrecklichen Tuns loswerden, nur wohin damit? Die Verbündeten Amerikas sollen helfen, so die Amis. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Die Verbündeten der USA. Heißt das, dass wir alle, alle Staaten die mit den USA verbündet sind, mit eingebunden waren in deren Widerwärtigkeiten? Ja, dann müssen wir selbstverständlich versuchen den Schaden wieder gut zu machen. Ansonsten, wenn wir beim Foltern keine Verbündeten der Amis waren, dann sind sie selber in der Pflicht. Ihr Land ist riesig, ihre Geldmittel unbegrenzt – da werden sie doch denen helfen können, die sie verschleppt und gefoltert haben.