Gemeindevertretung – Teil 3; Die Sporthalle bleibt ohne Lüftungsanlage

Punkt 15. Beschluss über den Einbau der Lüftungsanlage in der Sporthalle der Sport- und Freizeitanlagen Woltersdorf BV 65_2018 (Antrag Fraktion WBF)
Stefan Grams erklärte, dass der WBF dieses Thema noch einmal abschließend behandeln und über den Einbau einer Lüftungsanlage abstimmen lassen möchte. Der Antrag dazu würde vorliegen.
Er wollte noch einmal für die Öffentlichkeit kurz darstellen, warum das WBF den Einbau einer Lüftungsanlage anstrebe. Die Halle war immer als Mehrzweckhalle mit Lüftungsanlage geplant worden, so lautete auch der Bauantrag. Die Anlage wurde nur aus Kostengründen damals gestrichen. Die Mehrzweckhalle wäre dann die einzige Halle im Ort in der kulturelle Großveranstaltungen, u.a. Einwohnerversammlungen durchgeführt werden könnten. Die benötigten Gelder wären da und es könnte jetzt geplant werden. Die Summe der Abschreibungen für den Eigenbetrieb würde sich erhöhen und auch die Wartungskosten würden eine Mehrbelastung für den Betrieb darstellen, aber wir können es uns leisten.

Dazu käme gute Luft, die hilft den Sportlern und der Baukörper würde geschützt werden. Das wäre ganz wichtig und sollte nicht heruntergespielt werden.
(Anmerkung: Laut Architekt Gifhorn würde der Baukörper auch ohne Lüftungsanlage nicht beschädigt.)
Ein späterer Einbau könnte aufgrund neuer Richtlinien u.U. zur Sperrung der Halle führen. Es kann sich nicht auf die gegebenen Ausnahmegenehmigungen verlassen werden, deshalb sollte der Einbau erfolgen und es entstünde eine Mehrzweckhalle für Veranstaltungen über 200 Personen. Es müsste allerdings auch noch die dementsprechende Ausstattung wie, Bodenbelag, Stühle oder Beschallungsanlage angeschafft werden. Das WBF plädiere dafür dieses anzuschaffen.

Auch für den Auf- und Abbau bei Großveranstaltungen ließen sich Wege finden. Die Schule könne ihren Sportunterricht Montags und Freitags anders verteilen z.B. In die Turnhalle an der Schule oder auf dem Sportplatz. Stefan Grams wies dabei darauf hin, dass die Grundschule Sportplatz und Sporthalle immer gleichzeitig belegt.

Es sollen durch die Mehrzweckhalle noch mehr Investitionen in den Sport- und Freizeitanlagen angeschoben und damit aufgewertet werden. Ihm schwebt ein Bolzplatz oder Kombianlage vor.
Stefan Grams stellte dann noch den Antrag, dass es eine namentliche Abstimmung gab.

Askell Kutzke vertrat die Ansicht, nur weil die Gemeinde Geld habe, müsse es nicht für Dinge, die nicht notwendig wären, ausgegeben werden. Er verwies weiter auf die Küchensituation, die dafür auch nicht ausreichend wäre. Bautechnisch würde es ebenfalls nichts bringen außer, dass der Sportverein für zwei bis drei Tage ausgesperrt wird. Dann bezog er sich auf die Baumamtsleiterin, Kerstin Marsand, und dem Werksleiter des Eigenbetriebes, Jens Kiesewetter, die beide übereinstimmend gesagt hätten, dass das nichts bringen würde.
Er kam dann auf eine Lüftungsanlage zu sprechen. Mit so einer Anlage würde in erster Linie Energie eingespart, in dem die Luft abgesaugt, dann rückgewonnen und mit Frischluft versehen und zurück in den Raum geblasen wird. Das funktioniere hervorragend in Wohnungen, z.B. sozialem Wohnungsbau wo die Mieter nicht richtig lüften und dadurch Schimmel entstehe. Aber eine Schimmelproblematik gebe es in der Halle nicht. Deshalb wäre der Einbau unsinnig, denn eine Lüftungsanlage müsse gewartet und alle zwei Jahre der Filter, der ca. 2.000 Euro kostet, ausgetauscht werden. Für eine jährliche Wartung des Gerätes für die Belüftung müssen zwischen 5.000 Euro bis 6.000 Euro veranschlagt werden. Alle paar Jahre käme dann noch eine Wartung der kompletten Anlage dazu.

Askell Kutzke fragte sich deshalb ob es sinnvoll wäre dafür 180 TE auszugeben und in Zukunft de n 180 TE jedes Jahr rund 10 TE Minimum an Unterhalts- und Wartungskosten für zwei bis drei Veranstaltungen im Jahr hinterher zu werfen. Das Geld könnte in seinen Augen sinnvoller ausgegeben werden.

Jelle Kuiper meinte dass dieses Thema ausführlich in ihrer Fraktion besprochen wurde, aber sie sich nicht ganz einig wären. Die Mehrheit der Fraktion sehe so einen Einbau sehr kritisch. Er wäre nicht gegen den Einbau, habe aber mit dem vorliegenden Antrag so seine Schwierigkeiten. Das ganze wäre in seinen Augen noch zu unausgegoren. Es wurde von Seiten der Verwaltung und dem Werksleiter bestätigt, dass der Sportbetrieb ohne Lüftungsanlage auskomme. Wofür würde denn so eine Anlage eingebaut, in seinen Augen nur für kulturelle Veranstaltungen oder Großveranstaltungen. Jens Kiesewetter habe im Bauausschuss signalisiert, dass er das nicht als seine Aufgabe sehen würde, solche Veranstaltungen zu organisieren. Jelle Kuiper stellte sich die Frage, was denn passieren würde, wenn so eine Lüftungsanlage für rund 200 TE eingebaut würde und gab sich selber die Antwort, nichts. Er konnte sich aber vorstellen, provisorisch eine Lüftungsanlage zum Test einzubauen und die Verwaltung zu beauftragen im nächsten Jahr bis zu drei Veranstaltungen zu organisieren. Er stellte dazu einen Antrag, dass die Verwaltung dazu verpflichtet werden soll, neben der Veranstaltung zur Einschulung, zwei bis drei Großveranstaltungen mit Bodenbelag und Bestuhlung und allem drum und dran als Test durchzuführen, um zu sehen was möglich sei. Dies wäre der einzige Weg zusehen, was möglich wäre, wie es funktioniere und was es kosten wird.

Heinz Vogel dachte, dass die Diskussionen bereits in den Ausschüssen stattgefunden haben und hier nur noch zu Ende gekommen werden soll. Dann berichtete er von einem Besuch einer Halle in Zeuthen in der Großveranstaltungen durchgeführt wurden, wo am Freitagnachmittag aufgebaut, sonnabends bis Mitternacht die Veranstaltung stattfindet und sonntags die Halle wieder übergeben wird. Das wäre alles nur eine Frage der Organisation. Er monierte, dass früher ein Werksleiter eingestellt worden war, der für solche Veranstaltungen, sportliche oder kulturelle, verantwortlich war, zu bewerben oder zu organisieren. Er wies weiter darauf hin, dass das Bellevue für Großveranstaltungen komplett ausgefallen wäre.
(Anmerkung: Das ist aber schon einige Jahrzehnte her, danach gab es einen Küchenbetrieb, zentral gelegen, für jeden, ob Jung oder Alt, erreichbar, im Zentrum des Ortes.)
Er betonte, dass es einen politischen Wille gab so eine Anlage einzubauen, dass wäre allen Gemeindevertretern bewusst gewesen, dass das der Gemeinde Geld kosten würde. Es sollte zu Ende gebracht werden, denn der politische Wille war eine Mehrzweckhalle für Großveranstaltungen. Er fand es nicht zielführend die Verwaltung für eine Testphase zu beauftragen. Wenn jetzt nicht beschlossen würde, dann wäre der Werkleiter nur für Verwaltungsaufgaben zustände und die Halle eine reine Sporthalle.

Karl-Heinz Ponsel war der Ansicht, dass die Halle nicht als Mehrzweckhalle gebaut wurde. Es würden Abstellräume fehlen, es gebe keine Parkplätze und auch am öffentlichen Nahverkehr würde es hapern. In seinen Augen wurde hier zu kurz gesprungen. Die Parkplatzmisere könnte noch durch den Bau eines Parkhauses bekämpft werden, aber der Schulbetrieb würde vorgehen. Es ging nicht an, dass die Kinder im Regen auf dem Sportplatz ihre Sportstunden abhalten sollen, nur wegen so ein bisschen Halligalli da oben. Sportstunden sind eine Pflichtaufgabe der Gemeinde.

Dirk Hemmerling wollte wissen wo beschlossen wurde, dass der neue Werkleiter nicht dieselben Aufgaben übernehme wie damals Synke Altmann. Jens Kiesewetter stellte klar, dass er nicht dazu da wäre das wirtschaftliche Risiko zu tragen, er würde verpachten mehr nicht.

Sebastian Meskes wollte wissen, was nun zuerst abgestimmt werden soll, der Antrag zum Beschluss vom WBF oder der von DIE LINKE/Grüne. Es wurde sich geeinigt, zuerst der Antrag vom WBF.

Sebastian Meskes verlas den Beschluss. „Die Gemeindevertretung beauftragt in ihrer Sitzung am 13.12.2018 die Bürgermeisterin, für den Einbau einer Lüftungsanlage in der Mehrzweckhalle in den Sport- und Freizeitanlagen alle erforderlichen Haushaltsmittel für das Jahr 2019 einzuplanen und den Einbau an sich schnellstmöglich in 2019 zu planen und vorzunehmen. Alle dafür notwendigen Maßnahmen für den Beschaffungsprozess sind umgehend einzuleiten.“
Es stimmten mit Ja: Siegfried Bronsert, Stefan Grams, Jens Mehlitz, Sebastian Meskes, Silke Schindler und Heinz Vogel. Mit Nein stimmten Stefan Bley, Michael Hauke, Dirk Hemmerling, Jutta Herrmann, Jelle Kuiper, Askell Kutzke, Daniel Lohse und Karl-Heinz Ponsel. Der Stimme enthielt sich Wilhelm Diener. Damit war der Antrag abgelehnt.

Es kam nun noch der Antrag der LINKEN/GRÜNEN über einen Testbetrieb zur Abstimmung, aber auch der wurde abgelehnt.

Kommentar: An Sinn oder Unsinn eines Einbaus einer Lüftungsanlage in die Sporthalle versuchte ich mich vor Tagen zu nähern. Hier soll nur auf die Pro und Contra in der Gemeindevertretung eingegangen werden.

Sport- oder Mehrzweckhalle


Stefan Grams vom WBF bezog sich darauf, dass die Halle immer als Mehrzweckhalle geplant war. 1. Die Anlage wurde damals aus Kostengründen gestrichen.
2. Die Mehrzweckhalle wäre die einzige Halle für Großveranstaltungen.
3. Die gute Luft hilft Sportlern und das Bauwerk würde geschützt.
Denn Rest seiner Rede können wir hier an dieser Stelle getrost weglassen. Alle seine Argumente gehen ins Leere.
Zu 1. Es wurde nicht nur die Anlage gestrichen, es wurde auch die Halle um ein Drittel kleiner gebaut, womit der Mehrzweck schon beim Beschluss über die Verkleinerung negiert wurde. Nur war damals die große Auslastung der jetzigen Halle noch nicht absehbar.
Zu 2. Das stimmt schon, aber nur wenn alle zu einer Mehrzweckhalle und Großveranstaltungen zugehörigen Erfordernisse erfüllt wären. Hier ist bisher nichts geschehen. Fakt ist, wir haben keine Halle für Großveranstaltungen. Solche Halle müsste neu gebaut werden, aber wo und wovon? Die einzig dafür in Frage kommende Fläche in Woltersdorf das TLG-Gelände samt Ertel-Werft ist für den Wohnungsbau privater Investoren bestimmt worden.
Zu 3. Roms Bauten, Ägyptens Pyramiden, Venedigs Prachtbauten mit dem Sockel im Wasser stehend haben Jahrtausende und Jahrhunderte überstanden ohne je eine Lüftungsanlage gesehen zu haben. Die Aussage des Architekten der Mehrzweck- oder nun Turnhalle, dass keine Lüftungsanlage für den Sportbetrieb gebraucht würde hat Grams gleich im Ganzen unter den Tisch fallen lassen.

Heinz Vogel vom WBF vergleicht die Halle mit einer Halle in Zeuthen. Leider können wir seinen Ausführungen nicht folgen, denn keiner von uns hat je zuvor davon gehört und könnte zu diesem Vortrag qualifiziert antworten. Zum Schluss beruft er sich auf den politischen Willen der Gemeindevertreter diese Lüftungsanlage zu beschaffen. Politischer Wille muss aber vernünftig begründet sein und zu einem Mehrwert für die Bewohner einer Kommune führen. Zu einem Mehrwert führt der Einbau der Lüftungsanlage nicht, weil kein weiteres Parameter für den Betrieb einer Mehrzweckhalle gegeben ist. Es wäre nur eine Verbrennung von guten Geld und das darf niemals politischer Wille sein. Seinem Vortrag fehlte jede Überzeugungskraft.

Jelle Kuiper von den Grünen begann damit, dass die Lüftungsanlage in seiner Fraktion auf Ablehnung stößt. Bis hier konnte ich ihm noch folgen, dann Sie haben es gelesen schlug er einen Testbetrieb vor. Wir bauen zum Testen die Lüftungsanlage ein, kaufen all die notwendigen Einrichtungsgegenstände und müssten für einen ehrlichen Test auch die Parkplätze, die Straße, die Fluchtwege bauen und dann schauen wir mal ob sich die Sache lohnt. Der Test würde viele hunderttausende Euros kosten. Hierzu fällt mir nur ein zu fragen, ob sich Jelle Kuiper sicher ist, dass er im politischen Betrieb der richtige Mann ist.

Askel Kutzke machte die einzige technisch qualifizierte Aussage über Sinn und Unsinn des WBF-Antrags. Hier bewegte er sich in seinem beruflichen Feld. Dementsprechend negativ ging es für die Lüftungsanlage aus.

Karl-Heinz Ponsel artikulierte die wohl vorherrschende Ansicht, dass das Ganze, Halle und Umfeld nicht für den Betrieb einer Mehrzweckhalle konzipiert wurde. Schade das Ponsel nicht mehr bei UW ist, er ist einer der Wenigen die mit klaren Verstand tief bohren und sich durch nicht abschrecken läßt.

Wilhelm Diener diffuser FDPler entschloss sich der Stimme zu enthalten. Es war wohl der einzige Weg ohne Blessuren aus der für recht peinlichen Situation herauszukommen, nachdem der in des WBF Honigfalle getappt war. Wir berichteten bereits darüber.

Teil 3/?

2 thoughts on “Gemeindevertretung – Teil 3; Die Sporthalle bleibt ohne Lüftungsanlage

  1. Felix

    Was uns der Mai 2019 bringen wird,

    1. Rechtes Gedankengut in der GV, NPD war ja schon mal da nun werden es „die Erben von Hugenberg“ sein, die ja schon sehr aktiv in der Gemeinde “ Ihre Meinung“ schreiben.

    2. Linke Altlasten mit Nutzung junger Medien wie Facebook oder sollte man sagen „Frazebook“. Unterstützt durch einen im Geld schwimmenden Parteiapparat.

    3. Bodenverwertungsspezialisten, a la Bodenforum

    4. CDU und SPD die durch fremde Schuld oder eigenes Unvermögen, übrig Gebliebenen.

    5. Grüne Weltverbesserer mit Hang zu Links und Rechts.

    6. Unbekannte Gruppierungen, die plötzlich auftauchen und wieder verschwinden, samt ihrer Gründungsmitglieder

    Eben Bürger wie bei Edeka, Lidl oder Netto. Sie haben die Wahl.

    1. Karl der Kleine

      Wir haben in Erkner Kümmels Anzeiger. Der Herausgeber spielt Gemeindevertreter für Unser Woltersdorf. Werfem Sie mal einen Blick in sein letztes Blatt Nummer 26 vom 19,12,2018. Auf den Seiten 21,22,23 geht es richtig zur Sache. Und das ist nicht das erste Heft mit diesem Thema und auch im social net, z.B. bei Facebook legt der Herausgeber eine Kohle aufs glühende Feuer Migrationspakt. Die Stoßrichtung ist deutlich erkennbar und dennoch ist da keiner der Genug sagt.
      Im Gegenteil, Blatt und Herausgeber werden hochgeehrt und mit guten Aufträgen von den Linken, der SPD der CDU und der Stadt Erkner finanziel schlagkräftig gehalten.
      Die Stadt Erkner, egal ob SPD oder CDU Bürgermeister vertreibt auch in dieser Ausgabe sein Amtsblatt und zwingt alle Erkneraner dieses Zeug vom Migrationspakt zu lesen.
      Auf Seite 4 finden wir die Anzeige der SPD
      Auf Seite 12 die Anzeige der CDU
      Auf Seite 27 die Anzeige der AfD, die möchte Spendengelder
      Auf Seite 30 eine ganzseitige Anzeige von Die Linke, letztere will wohl alles daran setzen, dass die Lesart des Blattes erhalten und gestärkt wird.

      Und dann noch die unzähligen Anzeigen wahrer demokratischer Unternehmer aus dem Raum Erkner und Umgebung,alle diese Unternehmer bemühen sich kräftigt mit ihrem Geld das Ding was da gerade aus dem Ei schlüpft zu mästen für große Taten in der Zukunft. Vielleich macht sich diese indirekte Finanzierung bereits im September 2019 schmerzlich bemerkbar.

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