Gekündigt vom Bauverband Westfalen

Die Kündigungsgründe werden immer grotesker, widerlicher. Nicht einmal Lächerlichkeit ist den Unternehmern peinlich, wenn sie die Möglichkeit haben im Betrieb grau gewordene Mitarbeiter vor die Tür zu setzen. Über einige habe ich hier berichtet. Bauverbands-Geschäftsführer Hermann Schulte-Hiltrop hat nun alle getopt.

Da gibt es in Deutschland zwei Frauen denen soll der Stuhl vor die Tür gesetzt werden; ihr Verbrechen, sie haben am kaltem Buffet genascht. Eine von den beiden, mit 25 Jahren beim „Bauverband Westfalen“ angefangen, nun lasten 59 Jahre auf ihrem Buckel, schuftete 34 Jahre für den Bauverband Westfalen. Ihr wirft der Arbeitgeber vor – zwei Brötchenhälften und eine Frikadelle verspeist zu haben – Kapitalverbrechen am Bauverband Westfalen. Das Angebot eines Richters, der Bauverband Westfalen möge sich doch mit einer Abmahnung bescheiden, wurde vom Bauverband Westfalen abgelehnt. Sie wollen sie los werden, die Altgediente. So gibts im November den nächsten Boulettentermin beim Arbeitsgericht Dortmund.

Warum wollen Arbeitgeber eigentlich eine Fachkraft loswerden, jemand der den Laden aus dem FF kennt? Nach unendlichen Dienstjahren ist es schwer jemanden zu kündigen, der sich nichts zuschulden kommen lässt. Wenn die Alte -teure- weg ist, kann man eine Neue -billig- einstellen und auch die Arbeitsbedingungen neu festsetzen. Das bringt richtig Kohle: Weniger Lohn und sparen beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Neue, für den Arbeitgeber, freundliche Kündigungsregeln und die Angst des/der Neuen vor einem Rausschmiss. Der Neue macht alles, alles was man der/dem Altgedienten nicht mehr unterjubeln kann. Angst werden auch die verbliebenen langjährigen Angestellten haben – vor dem gleichen Schicksal. Was für ein Gewinn für den modernen Feudalherren.

Da gibts natürlich in manchem Unternehmen noch einen anderen triftigen Grund um ältere Damen loszuwerden, die nicht mehr ganz so frisch aussehen. Der Chef möchte von jungen Damen mit glatten, faltenlosen Gesichtern umgeben sein. Damen mit großen Ti…, Verzeihung Busen und blondem Haar. Da kommen einem ein paar Schrippen, Pfandbons oder Frikadellen ganz gelegen. Chef, brauchst du eine Neue – stell der Alten was zum futtern hin.

So viele Vorteile wiegen die Häme, den Spott, die Lächerlichkeit über den Kündigungsgrund für die Alten bestimmt auf. Armes Deutschland, wenn ich an dich denk, da graust es mir!

Wetere Artikel zum Thema:
Frikadellen-Kündigung zurückgezogen
Die Frikadellen des Bauverbands Westfalen und unter dem Tag „Arbeit“

  1. Georg

    Hallo Leute,

    dem Herrn Schulte-Hiltrop kann man auch direkt ein Email schicken. Hier seine Email-Adresse sowie mein Mail zu Info:

    schulte-hiltrop@bauverbaende.de
    _________________________________________

    Guten Tag Herr Schulte-Hiltrop,

    das Verhalten des Bauverbandes Westfalen insbesondere Ihr Verhalten
    als Hauptgeschäftsführer ist ja unglaublich.

    Mit Ihrer Vorgehensweise leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur bundesweiten
    Diskussion um die zunehmend soziale Kälte in Deutschland.

    Man kann annehmen, dass Sie als Funktionär einer halbstaatlichen Organisation
    krisenunabhängig und gut sorgt sind. Das war Ihnen bislang wohl auch von allen
    Seiten her mehrheitlich gegönnt.

    Es ist nun aber abzusehen, dass Ihnen nun die Felle davon schwimmen werden.
    Die Lage wird kippen. Die Leute werden fragen, was ist der Bauverband eigentlich für
    eine Institution. Welche Fördergelder fließen? Muss der Steuerzahler eigentlich
    solche Leute unterstützen? Fragen über Fragen. Ihre Presseabteilung kann sich wohl
    über zu wenig Arbeit nicht beschweren.

    Ich kann Ihnen nur raten, Ihr Verhalten zu korrigieren. Mit Ihrem Beitrag leisten Sie
    der deutschen Linken enormen Vorschub. Sollten diese bei den nächsten Landtags-
    /Bundestagswahlen an der Regierung beteiligt sein, dann können Sie sicher sein,
    dass Sie spätestens daraufhin Ihren Hut nehmen können.

    Bitte rechnen Sie doch diesbezüglich mal aus, was Sie persönlich die besagte
    Frikadelle zu diesem Zeitpunkt gekostet haben wird!

    Mit freundlichen Grüßen…

  2. Christian

    So, da haben wir es also.
    Ein neuer Chef kommt, lässt sich eineinhalb Jahre von der „alten“ Sekretärin in den Posten einarbeiten und entlädigt diese dann ganz elegant. Entlädigt deshalb, weil es tatsächlich einem Abladen gleich kommt.
    Nachdem sich wahrscheinlich neben der Putzfrau auch weitere Untergebene geweigert hatten, die Chefsekretärin zu „entsorgen“, musste ein wohl kalkuliertes Instrument angewandt werden. Blitzmobbing !

    Wer dies bis dahin noch nicht gekannt hat, erlebt nun den Aha-Effekt.
    So geht das also. Mitunter ist ja das jahrelange Mobben ziemlich zeitaufwendig und wird auch noch bestraft, Blitzmobbing hingegen tut dem Chef nur einmal weh, steht, wenn es geschickt verpackt wird, nicht einmal unter Strafe, und ist spätestens nach 2 Wochen aus der Medienwelt völlig verschwunden. Der Gemobbte überings auch.
    Und, welcher Schaden soll denn in der Öffentlichkeit entstanden sein ? Dieser kurzfristige Aufschrei taugt höchstens für eine Woche Ablenkung.
    Der Chef hat bis dahin seine neue Praktikantin Monika L. (Hinweis d. Verf; Name wegen Datenschutz geändert) und kann sich voll auf seine Arbeit konzentrieren.
    Die Neue wird ungestraft naschen dürfen und ebenfalls alles dafür tun, damit Chef und somit Verband gute Arbeit leisten können.

    Frei nach B. Wilders „Ist das Leben nicht schön ?“ wurde aus einem vormals unglücklichen Chef und einer altegedienten glücklichen Sekretärin ein zufriedener Chef, eine neue glückliche Chefsekretärin und eine unglückliche alte Ex-Chefsekretärin.
    Zumindest mathematisch ist alles in Ordnung. Aus einmal Unglück und einmal Glück wurde nun zweimal Glück und einmal Unglück.
    Ganze einhundert Prozent Gewinn, und das in der heutigen Zeit.
    Alle Achtung !

    Bis dahin und nichts für ungut.

  3. Julia

    Eine Warnung an alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen:

    Überlegt Euch, ob Ihr vom Buffet für andere im Betrieb nascht, überprüft ob ihr nach Feierabend keine Kugelschreiber aus dem Büro eingesteckt habt, Finger weg vom Klopapier und von den Servietten, die leeren Pfandflaschen vom Chef bleiben auch am Arbeitsplatz – egal ob sie sich türmen, bringt Euch Kaffee und Brot selbst von zuhause mit und nehmt nichts aber auch gar nichts für Eure private Zwecke vom Arbeitsplatz.

    Wenn Ihr nämlich zu alt, zu teuer oder anderes für Euren Boss seid, kann er Euch sofort feuern.

    In diesem Fall: Wer die Brötchen und Frikadellen von Baubonzen vertilgt, kann auch keine sensiblen Daten verarbeiten. „Mundraub“ enthemmt und macht langjährige Angestellte zu Verrätern.

    Das ist hier fast wie im Mittelalter. Da konnte der Patron auch willkürlich alle feuern, die ihm in die Quere kamen und wer Essen ohne wohlwollende Erlaubnis nahm, wurde mit Prügel hinausgeworfen. Die Prügel fehlen hier nur noch und dann sind wir wieder da, wo wir vor über 100 Jahren waren.

    Herr Geschäftsführer des Bauverbandes, wenn Sie eine junge, hübsche, willige Dame um sich herum haben wollen, sollten Sie sich vielleicht eine Praktikantin holen. Die kostet gar kein Geld und ist auch leicht auszutauschen, wenn sie Ihnen nicht passt. Sie sollten sich schämen.

    Ihre nachträgliche Entschuldigung kann kein Mensch ernst nehmen. Das war sicherlich nur ein Trick um nicht ganz so schlecht in der Öffentlichkeit darzustehen, wie Sie es sowieso jetzt tun.

    Ich kann nur hoffen, dass sich die verantwortlichen Herren des Bauverbandes zu genau überlegen, wenn sie als Geschäftsführer dort beschäftigen. Ich jedenfalls würde jetzt alles daran setzung um Sie zu kündigen. So einen Mann möchte ich nicht an der Spitze meines Berufsverbandes wissen. Übrigens, ich bin auch selbständig und Arbeitgeberin.

  4. Emmrich

    Es ist schon eine Sauer…, Hier versucht doch nur ein Arbeitgeber eine ältere Sekretärin los zu werden. Eine Schande. Ich hoffe, nein ich hoffe nicht, dass der/die Verantwortliche(en) im Alter etwas ähnliches erlebt(en). Ich hoffe deshalb nicht, weil er (sie) dann mit einigen Tausenden oder Millionen in den „verdienten Ruhestand“ gehen können. Ich hoffe nur auf einen gerechte Herrgott.

    Das ist meine Meinung und wenn ich jetzt jemanden verletzt haben sollte, bitte ich um Entschuldigung

  5. Renate

    Ein Brötchen und eine Frikadelle … Kündigungsgrund? Ich denke, wenn überhaupt. ein Grund zur Abmahnung. Unter rechtlichen Aspekten.
    Unter menschlichen Aspekten sollten diejenigen, die die Kündigung ausgesprochen haben, mal selbstkritisch in sich gehen und überlegen, wann sie das letzte Mal etwas gemacht haben, was sie lieber nicht rum erzählen. Getreu dem Motto: wer im Glashaus hockt, sollte nicht mit Steinen werfen.“

    Lieber Gruß von Renate

    P. S.: Feine Sache, so ein Feed-Reader. 🙂

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