Frauenquote

Wenn ich an der Staffelei stehe ist mein Fantasie-Ich mal Mann, mal Frau, erzählte mir das junge Mädchen über ihr Hobby. Sie möchte den Job und ich soll ihn ihr geben, deshalb besuchte sie mich. Sie war heute der zweite Bewerber. Meine Gedanken schweiften zurück, zu dem ersten Gespräch am Morgen mit einem Mann mittleren Alters, einem Fachmann mit Berufserfahrung und erstklassigen Zeugnissen. Er würde für unsere Firma ein Gewinn sein, trotzdem gab ich ihm keinen Vertrag. Bei uns arbeiten viele Männer, ganze 80 Prozent, zu viele. Würde ich ihn nehmen, müsste ich Strafe zahlen, weil die Einstellung gegen das Gesetz verstoßen würde. Das Gesetz kennt hier keinen Pardon, 30 Prozent der Belegschaft müssen weiblich sein. Ob sich geeignete Kandidatinnen finden, ist für die nach der Kanzlerschaft strebenden Quoten-Ministerin sekundär.

Ihre Stimme bringt mich in die Gegenwart zurück, ich höre Germanistik hat sie studiert und in ihrer Freizeit fröhnt sie der Malerei. Die Firma, denke ich, braucht einen Volkswirt mit Managerqualitäten, keine Geistes- Sozial- oder Sprachwissenschaftlerin. Egal, das Gesetz verlangt es, sie bekommt die Anstellung, obwohl sie keine einzige Voraussetzung für ihr zukünftiges Aufgabengebiet mitbringt.

Ob sich die Politik die Sache gut überlegt hat und Vorbild sein wird. Die Erfüllung der Quote bei Bürgermeister, Landräten, Präsidenten, Kanzlern, Fraktionsvorsitzenden, Abgeordneten, Parlamentsdienern, lässt noch auf sich warten. Wie will man die Quote bei Wahlen erfüllen, immer wieder neu wählen, bis die 30 Prozent erfüllt sind? Wer gebietet dem Irrsinn, dass das Grundgesetz vergewaltigt wird, Einhalt? Steht da nicht geschrieben, dass niemand wegen seines Geschlechts benachteiligt werden darf? Schon vergessen oder nie zur Kenntnis genommen, Frau Quoten-Ministerin? In Deutschland gibt es an die 40 Millionen Beschäftigte, davon sind 46 Prozent weiblich. 46 Prozent haben wir, 30 Prozent fordern Sie, Ursula von der Leyen, den Rückschritt? Wenn’s denn sein muss, finden sich überhaupt genug Frauen für Führungspositionen? Die Umfrage eines Magazins: Wollen Sie führen, beantworteten letzte Woche 74 Prozent Frauen mit Nein. Ist die Ouote gar kein Thema für Deutschlands Frauen, ist es eher ein Schlachtfeld für Frauenrechtlerinnen und PR-süchtige Politikerinnen.

Nein, es geht nicht um die verbesserten Bedingungen für Frauen, es dreht sich um einige wenige Spitzenpositionen in Wirtschaft, Verwaltung und Politik, um 6000 bis 7000 Jobs, mehr nicht. Was soll der ganze Wirbel der Quotenpolitikerin, will sie wieder auf sich aufmerksam machen, nicht vergessen werden. Es steht doch gar keine Kanzlerwahl an, wozu der Eifer.

Mal bin ich Frau, mal Mann, der Satz geht mir nicht aus dem Kopf, wirft Fragen auf. Es gibt Männer die fühlen sich als Frau. Wir haben Frauen die lieber im Körper eines Mannes sein würden. Wie sortiere ich Menschen die ihr Geschlecht änderten richtig ein und dann die vielen biologischen Grenzfälle, wie kommen die alle in den richtigen Quotensalat. Werden in Zukunft Mädchen und Jungs in der Schule noch lernen wollen, wenn sie erst mal mitbekommen, im Beruf zählt per Gesetz ausschließlich der kleine Unterschied.