Feuerteufelchen

Janus ist stolze vier Jahre alt und geht in die Kita. Dort spielt er mit seinen drei Freunden. Eines Tages haben die vier eine tolle Idee. Sie sausen zu den Toiletten und stopfen eine voller Klopapier. Vorsichtig linst Janus um die Ecke, keine Erzieherin zu sehen. Nun zieht er die zu Hause geklauten Streichhölzer aus der Tasche und zündet das Klopapier an. Über die züngelnden Flammen in dem Klobecken freuten sich die Knirpse. Erst als beißender Qualm dazukam, drückte Janus auf die Klospülung und Schwupps, war das Feuer gelöscht.

Janus war von dem Geschehen so begeistert, dass er beschloss es zu Hause auch einmal auszuprobieren. Er wartete auf die passende Gelegenheit. Sie kam bald. Seine Eltern mussten abends noch einmal weg. Vorher schauten sie bei Janus ins Zimmer. Er schlief „tief und fest“. Kaum waren seine Eltern aus dem Haus, da schoss Janus aus dem Bett, holte aus dem Versteck die Streichhölzer und sauste ab zur Toilette. Klopapier ins Klo gestopft und angezündet. Als das Feuer zu hoch wurde, drückte er auf die Spülung und schwupps wars gelöscht. Es machte ihm so viel Spaß, dass er sofort wieder das Klo mit Papier voll stopfte. Heißa, wie das knisterte und loderte. Er drückte wieder auf die Spülung, oje, was war das, es kam kaum Wasser. Die Flammen versuchten sich wie gierige Schlangen aus dem Klobecken zu befreuen. Sie waren nicht zu bändigen. Janus wurde es Angst und Bange. Die Fliesen waren schon angerusst. Er sauste zwischen Waschbecken und Klo hin und her und goss aus einem Becher Wasser hinein. Irgendwie schaffte er es das Feuer zu löschen. Erschöpft saß er auf dem Boden. Warum hat das Löschen mit der Wasserspülung nicht geklappt, fragte er sich. Was Janus nicht wissen konnte, zu Hause hatten sie einen Wasserspülkasten, im Kindergarten eine Druckspülung die immer weiter Wasser von sich gab. Er schnappte sich nun einen Lappen und verwischte die Spuren seiner Tat.

Als seine Eltern nach Hause kamen rochen sie sofort den beißenden Brandgeruch. Sie liefen in das Kinderzimmer. Da lag ein kleiner Mohr erschöpft und tief schlafend im Bett. Kurz darauf sahen sie im Badezimmer die Bescherung. Janus hatte zwar versucht alles wegzuwischen, das war ihm aber nur bis zu der Höhe gelungen, so hoch seine Händchen reichten.

Sein Vater überlegte, wie er seinen Sohn von der Zündellust ein für allemal heilen konnte. Eines Tages rief er Janus in den Garten. Er hatte dort einen kleinen Stapel Brennmaterial aufgeschichtet. Den Stapel hatte er aber vorher mit Benzin präpariert. Er ließ Janus den Stapel in Brand setzen. Es gab eine riesige Stichflamme. Voller Entsetzen sprang Janus zurück. Von Stund an steckte er nichts mehr an.