FDP – Partei fürs ganze Volk?

Einst tourte er mit seinem Spaßmobil durch die Lande, auf seinen Schuhsohlen prankte eine 18. Bei der Wahl am 27. September wurden es dann 15 Prozent, die einstige Klientelpartei konnte wieder in die Regierung einziehen und Volkspartei sein. Nach knapp 100 Tagen hat es sich als Illusion herausgestellt, die FDP ist ihrem alten Ruf als Klientelpartei treu geblieben.

Die Substantia AG gehört zum Imperium von August Baron von Finck, der mit seinen Milliarden steuergünstig in der Schweiz lebt. Der Baron ist auch Haupteigentümer der Mövenpick Gruppe, die in Deutschland 14 Hotels ihr eigen nennt. Die Substantia AG hat von Oktober 2008 bis Oktober 2009 das Sümmchen von 1.1 Millionen Euro an die FDP gespendet. Die letzten 300.000 Euro kamen bei den Freien Demokraten 16 Tage nach der Bundestagswahl an.

Die FDP hatte nichts eiligeres zu tun, als den Mehrwertsteuersatz für Übernachtungen von 19 auf 7 Prozent zu senken. Der Baron war zufrieden, die FPD nicht so ganz, heißt sie doch jetzt im Volksmund Mövenpickpartei. Sie kümmert sich nicht nur um Hoteliers, nein auch Apotheker, Steuerberater, Pharmaindustrie, Erben und Privatpatienten können sich entspannt zurücklehnen und sorgenfrei in die Zukunft blicken. Otto Normalbürger dagegen muss bei der Rente oder Zwangskrankenkasse den Riemen enger schnallen.

All die Jahre hat sie um die Gunst des Volkes gebuhlt, hat stramme 15 Prozent bekommen. Jetzt befindet sie sich im freien Fall, hat die 8 Prozentmarke erreicht und steuert im Eiltempo auf die 5 Prozent Hürde zu. Bald werden die Alten den Kindern erzählen, vor langer, langer Zeit da gabs mal eine Mövenpickpartei………..

  1. Renate

    Eins steht jetzt schon fest: das nächste Mal werde ich die FDP nicht mehr wählen. Viel versprochen – nix gehalten.
    Nur, wen sollen wir überhaupt noch wählen???

    1. Bernd

      Liebe Renate,
      ich weiß es nicht, hab Grüne und Linke probiert, es war nichts passendes für mich dabei. Vielleicht, vielleicht wirds besser wenn der alte Rotbart aus dem Kyfhäuser steigt, ums Volk zu retten.
      Lieben Gruß
      Bernd

Kommentare sind geschlossen.