Fast abgesoffen

Für Socke, unserem Terrier, war’s heute ein glänzender Tag. Andauernd fuhren Fahrräder vorbei, seine Erzfeinde, da konnte er sich gewaltig aufregen. Seit dem Mittag schnüffelte er durch den Garten, keine Ecke ließ er aus. Jeder Fremde wurde misstrauisch angepeilt und verbellt. Wenn’s sein Wachdienst erlaubte, machte er mich mit einem Ball an, spiel mit mir, hieß das. Die Jagd auf einen Tennisball, den ich geworfen hatte, wurde ihm zum Verhängnis. Socke raste hinter dem Ball her, überholte ihn, sauste weiter Richtung Wasser, wo meine Freundin gerade ihren Badeanzug auszog. Noch ahnte ich nichts Böses und rief ihr zu, „pass auf unsere Gartenstasi kommt“, zu spät. Socke schoss an ihr vorbei, über die Uferkante hinaus und platschte in das tiefe Wasser des Mühlenfließes. Tibetterrier haben irre langes Haar, das saugt sich im Wasser ganz schnell voll und dann ist nichts mehr mit schwimmen. Unser Hund war am absaufen, nur noch ein bisschen Fell war an der Oberfläche zu sehen. Angelika jumpte ins Wasser, bekam das Wollknäuel zu packen und zusammen zogen wir ihn über die Kaimauer. Man, war das knapp. Es war, als ob er noch einmal geboren wurde.

  1. Monika Conrady

    Bei meiner Suche über Tibetterrier stieß ich auf Ihren Artikel. Der kleine Kerl hat Glück gehabt. Das was Ihrem Hund passiert ist, davor habe ich auch immer Angst. Meiner geht nämlich leidenschaftlich baden. Jetzt werde ich noch mehr aufpassen.
    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude an dem kleinen Kerl.
    Monika Conrady

    1. Bernd

      Der Artikel ist schon so lange her, da musste ich erstmal lesen was ich damals geschrieben habe 🙂 Wir passen seitdem höllisch auf.
      Mit Gruß
      Bernd

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