Es gibt zu wenig Müll

Hier in Brandenburg, genauer im Landkreis-Oder-Spree, kurz „LOS“ genannt, gibt es einen kommunalen Betrieb, „KWU“ oder länger „Kommunales Wirtschaft Unternehmen Entsorgung“, genannt. Das ist ein ganz rühriger Laden, nicht so sehr bei der Müllentsorgung, die möchten sie im nächsten Jahr reichlich ruhiger angehen. Ihre Stärke zeigen sie beim Ausdenken von kleinen und großen Gebührenerhöhungen für Ihre Zwangsmitglieder.

Nach der Wende haben die Kommunalen sich so allerhand zugelegt, riesige Abwasseranlagen und gigantische Mülldeponien, alles in einem Maßstab, als würden unsere Dörfer über Nacht zu Metropolen mutieren. Es lies sich nicht so an wie gedacht, die Leute verließen und verlassen Brandenburg noch immer; in den Ersten Jahren hat man denen die gingen sogar noch eine satte Prämie gezahlt. Die SPD hatte es eilig, die Bevölkerung loszuwerden. So waren die von Anfang an zu groß dimensionierten Anlagen noch gigantischer ins Leere geplant. Zum Verdruss sorgte der Gesetzgeber mit immer neuen Vorschriften dafür, dass immer weniger Müll für die Entsorger übrig blieb, was wiederum die Einnahmen senkte.

Der Unterhalt, auch von nicht genutzten Kapazitäten, kostet Geld. Woher nehmen und nicht stehlen? Politiker, vom Dorfschulzen bis hinauf zum Kanzler fällt dann immer nur das Gleiche ein: Gebühren hoch, Steuern hoch und neue Abgaben erfinden. So auch unseren Kommunalen, sie wollen den Müll nicht mehr alle 14 Tage abholen, nein nur noch alle vier Wochen, natürlich fürs gleiche Geld, vielleicht wird’s ja auch ein bisserl mehr kosten.

Anstatt zweimal in vier Wochen schaut so ein Müllauto nun nur noch einmal im Monat vorbei, das spart richtig Kohle und ist eine Gebührenerhöhung von satten 100 Prozent. Richtig teuer wird’s für die werden, die bei ihrer Tonne schon nach zwei Wochen den Deckel nicht mehr zu bekommen, die müssen nun einen größeren Behälter oder eine zusätzliche Tonne nehmen. Da kommt Kohle ins Kontor ohne jede Gegenleistung, das nennt man dann kommunales Wirtschaftssystem.

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