Erste Nachlese zum Sonderfinanzausschuss

Sonderfinanzausschuss Juni 2012, einen nüchternen Faktenbericht brachten wir bereits. Da gab es aber Einiges, das wir noch einmal aus der Nähe betrachten wollen. Fangen wir doch einmal mit dem Sommerfest an. Der BM hat das Fest gekürzt, es zieht sich nicht mehr über drei Tage hin, wie von jeher. Das Sommerfest ist ab sofort auf zwei Tage verkürzt, der einstige dritte Tag, der Tag der Familie gehört ab sofort nicht mehr zum Sommerfest. Der Familientag, der von Pfarrer Trodler eingeläutet wird, irrt von nun an ohne Anbindung zum Sommerfest auf der Maiwiese umher. Die Besucher werden es nicht merken, nach außen hin sieht es aus wie ein einziges Fest, wie ein dreitägiges Sommerfest. Warum dann diese Sommerfestverrenkungen unseres Bürgermeisters?

Der Grund liegt wie so oft im finanziellen, blättern wir es mal vom Geld als Maß aller Dinge auf. Beginnen wir mit dem Sommerfest 2011, der BM wollte Neues und dabei platschte die dreitägige Fete, bisher in den bewährten Händen von Herrn Farr, ins Wasser. Übrig blieben Spendengelder, die weckten Begehrlichkeiten. Die befriedigte unser BM in seiner unnachahmlichen Gerechtigkeit, er schanzte einen Teil in unbekannter Höhe seinem Kind, dem Verein „Kulturhaus Alte Schule“ zu, einen anderen Teil gab er an die Spender zurück, sagt er.

Das Spendendebakel unseres achtbaren BM muss sich in Spenderkreisen mit Windeseile herumgesprochen haben, jedenfalls flossen die Gelder spärlicher und versiegten dann ganz. Irgendwo musste Geld her, egal wie, nur her damit. Eine ganz schwierige Kiste, denn die Gemeindevertretung hatte beschlossen, kein einziger Euro darf für das Sommerfest verwendet werden. Von da war nichts zu erwarten, also was tun? Ich sehe es richtig vor mir, wie Hannes Langen und Rainer Vogel beim spärlichen Flackern einer Petroleumfunzel in die amtseigene Kristallkugel stierten und sinnierten, woher nehmen und nicht stehlen. Einem von beiden kam die erlösende Idee, es ist mir aber nicht gelungen herauszufinden, welcher von den beiden Querdenkern da so quer lag. Nur das Ergebnis ist bekannt, die geheimnisvolle Aktion Geldbeschaffung wurde von unseren Abgeordneten von CDU, SPD und WBF ans Tageslicht gezerrt.

Der Faden war so gesponnen: 1) wir bekommen von der Gemeinde kein Geld fürs Sommerfest. 2) Wir trennen den Tag der Familie vom Sommerfest. 3) Für den nun herrenlosen Tag der Familie stellen wir 2500 Euro in den Haushaltsplan und schieben so den Schwarzen Peter dem Pfarrer Trodler zu. 4) Nach außen sieht’s doch aus wie ein Fest von drei Tagen.

Wie haben die Beiden das gemacht? Ganz einfach, im Haushaltsplan gibt es die Position 2, „Zuwendungen und allgemeine Umlagen“, ein idealer Titel um alles Mögliche zu verbunkern. Da findet sich der Punkt 28.1.01.414800 – „Zuschüsse von übrigen Bereiche“ und dieser Punkt war bisher mit 5.500 Euro ausgewiesen. Nach der Party an der Kristallkugel veränderte unser Kämmerer Tauschek diesen Punk ein Klitzekleines bisserl. Plötzlich standen da 8.000 Euro und nicht mehr 5.500 Euronen. Keiner der Abgeordneten erinnerte sich, dass die Erhöhung dieses Haushaltsposten diskutiert und beschlossen wurde. Ihr Erinnerungsvermögen ist in Ordnung, sie brauchen nicht daran zweifeln, Herr Bürgermeister hat eigenmächtig, sozusagen in Eigenregie die Erhöhung beschlossen und sich selbst genehmigt.

Aufgeflogen, nuschelte der ehrenwerte Bürgermeister von der Geldnot des Pfarrers für diesen Tag der Familie, ja, und um diese Not zu lindern, hat er ein wenig, wirklich ein wenig den Haushaltsplan verändert.

Amtsmissbrauch ja oder nein?