Erinaceus europaeus – Der Igel

IgelAuf krummen Beinen wackelt er in der Dämmerung durch das Unterholz. Sein Anblick bei Regen und niedrigen Temperaturen im Herbst verleitet immer wieder viele Menschen dazu dem armen Tier zu helfen. Gut gemeint aber zu kurz gedacht. Tierheime und Tierschützer warnen seit Jahren davor, Igel einzusammeln und in Tierheimen oder privat überwintern zu wollen. Der Igel überlebt auch ohne uns ganz gut.
Die stachlige Kugel gehört zu den ältesten Säugetieren, das Tier ist ein Erfolgsmodell der Evolution, es gibt den Igel seit rund 60 Millionen Jahren. Ihre perfekte Verteidigung besteht aus rund 15000 Stacheln und reduziert die Anzahl ihrer Finde auf ein Minimum.

Das die Braunbrustigel gerade im Herbst überall herumlaufen, liegt zum einen daran, das die Tiere nicht mehr so gut vom Laub verborgen werden und andererseits müssen sie Fett ansammeln und suchen Futter. Sie stehen vor einem Monate andauernden Winterschlaf. Fällt das Thermometer unter 6 Grad suchen die Igel Laubhaufen, in dem Versteck rollen die Tiere sich zur Kugel und schlafen bis zum Frühjahr.

Dann beginnt ein weiteres Igeljahr mit der Suche nach Schnecken, Würmern und Käfern, gelegentlichen Paarungen und der Geburt von bis zu 10 Jungtieren. Igel sind sehr anspruchslos und deshalb ist sich die Fachwelt einig, ungehemmte Tierliebe ist hier überflüssig. Auch wenn manche Umweltschützer das Gegenteil behaupten. Der Igel ist kein bedrohtes Tier, sie sind so zahlreich, dass eine Zählung unmöglich ist.

Das einzige was ihnen gefährlich wird ist der Mensch. Autos und zersiedelte Landschaften werden ihm zum Verhängnis. Denn ein Tier braucht so an die 10.000 qm für sich als sein Lebensraum. Menschliche Ordnungsliebe ist ein ganz großes Problem für den stachligen Gesellen. Im Herbst harken und entsorgen Hobbygärtner das Laub. Die Igel finden kein gemütliches Winterquartier. Richtiger Igelschutz besteht deshalb darin, den Garten im Herbst der Ruhe und dem Blätterchaos zu überlassen.

6 thoughts on “Erinaceus europaeus – Der Igel

  1. Doris

    So ganz pauschal kann man das nicht sagen. Wenn ein Igel im Spätherbst deutlich zu klein ist, sollte man ihm schon helfen und Futter geben, damit er den Speck schneller auf die Rippen kriegt. Ich habe die magische Gewichtsgrenze leider wieder vergessen, aber es gibt ein bestimmtes Gewicht, das sie haben müssen, damit sie den Winterschlaf überstehen.
    Ich habe letztes Jahr im Herbst bis zu 3 Jungigel gepäppelt, bis sie nicht mehr kamen und sich wohl zum Schlafen verkrümelt haben. Was die Laubhaufen angeht, gebe ich Dir allerdings völlig recht – wir Deutschen sind einfach zu ordentlich für den armen Igel. 😉

    LG, Doris

    1. Bernd

      Als Faustregel gilt, dass er im November ein Gewicht von 700 gr. erreicht haben muss, damit er gut durch den Winter kommt. Je mehr Fettpolster er sich im Herbst anfuttern konnte, umso grösser ist seine Überlebenschance.
      Lieben Gruß
      Bernd

  2. bernd-wohlers

    Ich hab inzwischen herausgefunden, wie das hier mit den Antworten zu Kommentaren funktioniert. Bis ich das raus hatte, habe ich mich so beholfen wie es in meinem Gästebuch geht. Danke für den Tip, ich guck es mir mal an.
    Ich war auf der Seite, die Beschreibung ist auch in English vorhanden. Man wird zur WP Seite weitergeleitet und dort funktioniert weder der englische noch der chinesische Download Button. Da werde ich in ein paar Tagen noch einmal vorbeischauen
    Lg Bernd

  3. piri

    Könntest du deine Zusatzkommentare anders absetzen. Ich kann dir das Plugin hier empfehlen: (Link geht nicht mehr)
    Es ist zwar eine chinesische Seite, aber mit Geduld wirst du das hinbekommen! 😉

  4. Renate

    Lieber Bernd, vielen Dank für den hochinteressanten ARtikel. Ich werde ich sofort mit meinen Blogs verlinken!

    HInweis: deine Ladezeiten sind ZU lang. Um von deiner HP auf das Blog zu kommen, habe ich geschlagene 50 Sekunden warten müssen. Und um den Beitrag kommentieren zu können, habe ich 30 Sekunde gewartet. Ich habe aber einer blitzschnellen Rechner … da solltest du was ändern. Vielleicht den Provider wechseln? Ich weiß nicht, woran es liegt, aber ich weiß, dass die Menschen nicht gern lange warten. Und um Besucher auf dein Blog zu bekommen, muss alles ruckizucki gehen.
    Lieber Gruß von Renate

    Kommentar: Mein Hoster nimmt manchmal Wartungsarbeiten vor, da hilft dann nur Geduld.
    Lieben Gruß Bernd

  5. piri

    Bei uns hinterm Haus, bzw. vorm Haus – kommt drauf an, wie man es sieht – jedenfalls gibt es dort einen Gestrüppgarten extra für Igel.

    btw. bei mir lädt dein Weblog normal!

    Kommentar: Wir haben auch viele Blätterhügel aufgeschichtet, der Einzug kann beginnen. Bei den Temperaturen kann es nicht mehr lange dauern.

    Vernünftige Hoster warten ihre Server in den Nachtstunden, meiner leider am Tage.
    Lieben Gruß Bernd

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