Eine Straßenreinigungssatzung muss her

Das Mitteilungsblatt hat sich in unseren Briefkasten verirrt, Vogel-frei und mit Verzicht auf die bisherige seltsame Mitteilung des Bürgermeisters, warum und wieso der Vogel hier nicht schreiben kann, will, mag. Das Blatt entwickelt sich wieder zu einem lesbaren demokratischen Instrument der Verwaltung, danke!

Nun dann wollen wir uns einmal zu dem Lesestoff äußern, so wie es in Demokratien allgemein zulässig ist. Fangen wir auf der Titelseite an, mit dem Leitartikel „Straßenreinigungsgebühren“. Zweite Überschrift: „Klappe die zweite?“, schöner würde die Überschrift so aussehen: „Klappe, die Zweite“. Die fehlerhafte Überschrift sagt deutlich, der Artikel ist lustlos verfasst worden. Dann der Satz: „Klappe, die Zweite“ ist Jargon aus der Sprache von Filmteams und bedeutet, die Szene wird ein zweites Mal gedreht. Wie finde ich bei dieser Überschrift die Verbindung zur Woltersdorfer Straßenreinigungsgebühr?

Der ganze Text suggeriert, die Bürger haben allgemein, oft, wiederholt angeregt über die Satzung diskutiert. Das ist falsch, die Bürger sahen selten bis nie ein Fitzelchen Papier, konnten somit gar nicht diskutieren. Angeregt wurde es immer wieder einzig und allein von Hannes Langen, der verzweifelt Einnahmequellen für seinen Bürgermeister sucht. Dann bezieht sich Hannes Langen auf Schwammiges, wie zumutbar und Zumutbarkeitsklausel; wo und wie sieht denn Gefahr für den Reinigenden aus? Der Amtsleiter wittert jetzt überall Gefahren für den Anlieger, kann er ihn doch so von der Reinigung abhalten und kassieren. Wie fast immer, schleppt Hannes Langen einen gewaltigen Korb voller Gerichtsurteile in die Diskussion, die sollen helfen, wo vernünftige Argumente fehlen. Bevor es an Kalkulationsbeispiele geht, reduziert der Leiter unseres Ordnungsamtes den Eigenanteil der Gemeinde auf 25 Prozent und meint, das hat sich bewährt. Er sagt aber nicht wo, wie und warum es sich bewährt hat, wir sollen ihm hier blindlings glauben. Vertrauen und glauben, lieber Hannes Langen, fällt in der Ära Vogel mehr als schwer, hier helfen nur beweisbare Nachweise.

Hannes Langen kalkuliert: Straßenreinigung: 25.167.69 €; Winterdienst: 25.641,52 €und die Gehwegreinigung: 26.810.33 €, insgesamt 77.619.54 €. Hier müssen die 25 Prozent Eigenanteil der Gemeinde herausgerechnet werden.

Welche Berechnunggröße wählte Hannes Langen? Es gibt den Frontmetermaßstab, bei dem die Reinigungsgebühr von der Strecke abhängt, mit der das Grundstück an die Straße grenzt und den Frontflächenmaßstab, der auch noch die Breite der Straße berücksichtigt. Die beiden Maßstäbe möchte ich beiseite schieben und mich dem dritten, vom Amtsleiter Langen ausgewählten Maßstab, den Quadratwurzelmaßstab zuwenden, der nicht die Straßenlänge aufgreift, sondern an die Grundstücksfläche anknüpft. Wegen ihrer exponentiellen Minderung belastet die Quadratwurzel kleine Grundstücke stärker als große. Ist Hannes Langen nicht gut – richtig Kohle machen will er, auf Kosten der Kleinen und diskutiert braucht auch nicht mehr zu werden. Das ist wahre Demokratie – Hannes nimmt uns das Denken ab!

Jetzt wird Hannes Langen konkret, er bietet drei Modelle zur Auswahl: 1. Straßenreinigung (nur Fahrbahn); 2. Straßenreinigung plus Winterdienst (jeweils nur Fahrbahn) und 3. Straßenreinigung plus Winterdienst (Fahrbahn und Gehweg). Soweit, so schön hätte diese Modellrechnung nicht den gravierenden Fehler, das die Modelle 1. und 2. nicht mit dem Modell 3. verglichen werden können, da die Beschreibung und Berechnung der Modelle 1. und 2. gänzlich von der des Modells 3. abweicht. Im Modell 3. werden 3 Kategorien: A, B und C angeboten. In den Modellen 1. und 2. gibt es keine Kategorien, somit sind die Modelle untereinander nicht vergleichbar. Jedoch zeigt die lieblose Darstellung der ersten beiden Modelle, Hannes Langen möchte das Dritte, das Teuerste.

Gucken wir uns das Teuerste an. Kalkulierte Gesamtkosten: Kategorie A: 300.796,17 €; Kategorie B: 129.880,37 €; Kategorie C: 175.627,40 €. Keiner der Kategorie Beträge kommt in Übereinstimmung mit den anfangs genannten 77.619,54 € für Straßenreinigung, Winterdienst und Gehwegreinigung, die von einer Fachfirma kalkuliert wurden, welche Firma eigentlich? Warum wurde sie nicht namentlich erwähnt?

Das Ganze ist nicht nachvollziehbar, von sauberer Kalkulation kann keine Rede sein. Es hat den Anschein, hier sollen auf die Schnelle ohne Mühe Tatsachen geschaffen werden.

  1. G. Eggers

    Die Kalkulation zu den angedachten Wegereinigungsgebühren konnte ich binnen 15 Minuten nicht nachvollziehen. Dies gilt insbesondere für die Preis-Sprünge zwischen den „Modellen“ und den „Kategorien“. Erstaunlich , denn Kalkulationen aller Art sind mein täglich Brot.

    Eine etwas schmackhaftere Präsentation der Zahlen wäre angebracht gewesen, zumal es an den Geldbeutel der Bürger gehen soll.

    Auch wäre im Mitteilungsblatt genug Platz gewesen, um die zugrunde liegenden Begrifflichkeiten und Prämissen genau zu definieren- dies ist leider nicht geschehen.

  2. Bernd

    Ich hab den Artikel erweitert. Es fehlte etwas und über Nacht wurde mir bewußt, die Berechnungsgrundlage, die Maßstäbe fehlten. Das habe ich nun nachgeholt. Ein schönes Wochenende wünscht Bernds-Journal.

    Pionierleiter -Innen – innen, sind doch wieder voll im Einsatz. Wer Macht will, auch für seine Sekte, versucht zuerst die Kinder zu kapern. Die einen machen sich an die Schulen ran, andere drängen in Kultureinrichtungen, wieder andere spielen den Trainer in Sportvereinen. Egal wie und was, an die Kinder wollen die Pionierleiter – innen, die sind so leicht zu beeinflussen.

  3. Minerva McGonagall

    Auf der kommunalen Internetseite gibt es die Umfrage zur Straßenreinigungssatzung.
    Die ist auf etwa demselben Niveau wie die Langensche Mondpreiskalkulation.
    Da dürfen die sich betroffen fühlenden Anlieger_innen votieren.

    An dieser Stelle muss ich etwas weiter ausholen:

    „Anlieger_innen“ : dieses „gegenderte“ Wortkonstrukt habe ich an dieser Stelle deshalb gewählt, weil sich das aktuelle Programm des Kulturvereins „Alte Schule“ ausschließlich einer geschlechtergerechten Sprache verpflichtet wissen möchte.
    (Ich will schließlich politisch korrekt schreiben und keinen Ärger mit Rechtsanwalt_innen bekommen.)
    Peinlicherweise haben die Macher – Ääh – „Macher_innen“ des Kulturhausflyers die Schreibweise mehrmals im Text
    ( oder muss es richtig heißen: in der Text_in ?) gewechselt.

    Ich will die verschiedenen verwendeten Varianten mal an folgendem
    (hier natürlich rein zufällig gewählten) Beispiel demonstrieren:
    „Pionierleiter_innen“
    „Pionierleiter_Innen“
    „PionierleiterInnen“
    Vielleicht sollte keine der möglichen Schreibweisen diskriminiert werden und so kamen alle ganz paritätisch zum Zuge. Das wäre vorbildlich.
    Gemeinhin sollte man sich in einem Text jedoch auf eine Schreibweise festlegen – und sie dann auch bis zum Schluss durchhalten.

    Im Programmflyer der „Alten Schule“ ist das Bemühen um geschlechtergerechte Sprache durch den Wechsel der Schreibweisen mal so richtig gründlich danebengegangen.

    Aber, vielleicht war das ja so beabsichtigt:
    dann wäre der Programmflyer gut gemachte Satire.

    Vielleicht war das aber gar nicht als Karikatur des Gender-ei gedacht:
    dann wäre der Programmflyer ein gutes Beispiel für Realsatire !!!

    Schon beim Lesen von …_innen, .._Innen, …Innen fallen einem die Kontaktlinsen raus.
    Der Versuch, diese Sprachverstümmelung politisch korrekt auszusprechen, deutet dann auf einen schweren Sprachfehler hin:
    etwa so:
    „Bürgermeister_(Pause)_(Pause)_(Pause)_innen“.
    Ganz korrekt müsste es natürlich heißen:
    „Bürger_innen_meister_innen“, ist ja ganz klar.

    Zur Therapie von Sprachfehlern gibt es Logopäden.
    Oder Ääääh – Logopäd_innen.

    Für mich fühlt es sich jedoch so an, als müsste ich beim Artikulieren der Pause „_“ vor „innen“ immer etwas unterdrücken, als dürfte etwas erst nach einem verzögerten Moment aus mir heraus, mehr wie ein unterdrücktes Würgen.
    Die Gender-Fanatiker_(Pause)_innen sprechen das in echt so!

    Um bei dem ersten zufällig gewählten Beispiel zu bleiben, etwa so:
    „Pionierleiter_(würg)_innen“.

    Damit sich niemand getroffen fühlt: Ähnlichkeiten mit Personen sind rein zufällig und natürlich nicht beabsichtigt.

    Nach diesem Gender-Exkurs zurück zu den Anlieger_innen in Woltersdorf und der Straßenreinigungssatzung.
    Im Internet darf also ein Voting zur Straßenreinigung abgegeben werden.
    Gefragt wird nach Grundstücksgröße, sozialer Situation, Situation der Straße, und Zahlbereitschaft abgestuft: zwischen 0 und 400 EUR (ob pro Jahr, oder Monat, oder qm, oder pro Apfelbaum im Garten wird allerdings nicht verraten).

    Also die Umfrage wieder mal toootal clever gemacht!!!

    Vorsichtshalber habe ich mal auf 0 € getippt (man kann ja nie wissen, wie’s am Ende noch kommt…).
    Dann habe ich mir die Straße angesehen und überlegt, welchem „Straßentyp“ sie zuzuordnen ist:
    1. befestigte Fahrbahn/befestigter Gehweg
    oder
    2. befestigte Fahrbahn/unbefestigter Seitenstreifen (befestigte Mischverkehrsfläche)
    oder
    3. unbefestigte Straße.
    Das ist echt schwer zu beantworten.
    Da ob der Minustemperaturen die Straße samt Seitenstreifen jetzt gefroren ist, habe ich mich diese Woche für die Option 1. „befestigte Fahrbahn…“ entschieden.
    Manchmal trifft aber auch Option 2. zu.
    Bei Regen und bei langer Trockenheit, trifft Option 3. zu:
    „unbefestigte Straße“.
    Da wäre der Bedarf an Straßenreinigung am größten.
    ABER: Da sich dann ein Teil der Straße in Gestalt von Matschklumpen oder Sandhügeln selbständig ins Haus ausgedehnt hat, hätten wir dann gern das Straßenreinigungs-Komplett-Service-Paket von Herrn Langen.
    Für jeden Mittwoch und Samstag saugen + feucht durchwischen würden wir uns für die Option 300-400 € p.a. entscheiden.
    Ich finde, das ist ein faires Angebot.

    So, ich brauch jetzt frische Luft,
    ich werde mir mal die Straßenbesen_in nehmen und die Straß_in kehren. Oder so ähnlich.

    Minerva.

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