Ein Mahnmal für Vertriebene?

Sie wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Polen von den Russen und Deutsche von den Tschechen, Polen und Niederländer. Verantwortlich für den Wahnsinn waren die Sieger. Stalin, Churchill und Roosevelt, die den politischen Schwachsinn in Jalta ausküngelten. Truman, Nachfolger von Roosevelt, ein schwacher Präsident, setzte dessen Linie fort.

Die im Restdeutschland ungern aufgenommenen Vertriebenen sammelten sich in Verbände und gedachten ab und zu ihrer Heimat. Wen wundert es, dass sie sich eine Erinnerungsstätte für ihre Leiden nach Kriegsende wünschten. Solches muss ein uralter Wunsch sein, Euripides (486-406 v.Chr.) sagte: „Der Leiden gibt es kein Größeres, als des väterlichen Landes beraubt zu sein.“

Dass es eine Erinnerungsstätte gibt, wurde von der CDU Politikerin, Erika Steinbach, durchgesetzt, die in Westpreußen geboren wurde. Sehr zum Ärger der Polen, sie mögen das Mahnmal nicht. Sie haben Angst, dass die Deutschen die Geschichte umschreiben und sich als Opfer des Krieges sehen. Das stimmt aber nicht, wir wissen sehr wohl, dass die deutschen Nationalsozialisten den Polen übles Leid zugefügt haben und das ist im Bemühen um Versöhnung auf deutscher Seite oft und mit tiefsten Bedauern zum Ausdruck gebracht worden. Diese Verbrechen sind aber keine Rechtfertigung für die von Rache und Vergeltungsdrang getragenen, nicht minder schweren Untaten der Polen. Verbrechen bleibt Verbrechen, egal wer die Täter und wer die Opfer waren. Wenn die polnische Regierung Versöhnung will, sollte sie sich zu den Untaten ihres Volkes bekennen, wie wir uns zu unseren Verbrechen bekennen. Die Geschichte wird deshalb nicht neu geschrieben.

Polen will Frau Steinbach nicht im Vorstand des Zentrums für Vertreibung, weil sie 1991 gegen die Anerkennung der Oder-Neiße Grenze stimmte, wie weitere 13 Abgeordnete der CDU/CSU Fraktion. Auf der anderen Seite hat Frau Steinbach die Entschädigungsforderungen der Deutschen Treuhand gegenüber Polen zurückgewiesen. Ein Revanchist, wie viele Polen behaupten, ist sie bestimmt nicht. Was spricht also gegen eine Erinnerungsstätte der Vertriebenen und gegen Erika Steinbach?

  1. Renate

    Meine Familie hat im Krieg alles verloren. Alles! Während mein Vater an der Front war, wurde meine Mutter mit meinen Geschwistern (mich gab es damals noch nicht) vertrieben. Das Hab und Gut, das sie mitnehmen durfte, passte auf einen Leiterwagen.

    Später dann, als alles vorbei war, wollte mein Vater mit Vertriebenenverbänden und ähnlichem nichts zu tun haben. Er wollte keine Lippenbekenntnisse und keine Mahnmale. Sie hatten ihm alles genommen, er hat einen lächerlichen Ausgleichsbetrag dafür bekommen und wollte einfach nur noch seine Ruhe haben. Das kann ich verstehen, denn ich selber halte von Mahnmalen auch nichts. Auch wenn Menschen (Politiker) mit ernstem Gesicht davor stehen … sie (die Mahnmale) bewirken nichts, außer dass der Künstler, der es produziert hat, Geld dafür bekommen hat.
    Mahnmale sind wie betuliche Worte … sie bewirken nichts. Meiner Meinung nach.

    Lieber Gruß an dich und den HD – von Renate

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