Ein Hartzler und sein Amt – Teil 3

Wie wir auf Uwe trafen und wie er begann sein trostloses Leben zu wandeln, vom Obdachlosen, ohne Ausweis und ohne Einkünfte zum stolzen Besitzer einer Miniwohnung im Plattenbau ist in den Teilen eins und zwei beschrieben. Hier im dritten Teil geht es um den Erstantrag, den er bei der ARGE Strausberg stellte und wozu Sachbearbeiter in der Lage sind, wenn sie denn so ein selbst entworfenes Formular bearbeiten müssen.

Wir waren überrascht, es ging schnell, nur 14 Tage waren seit der Abgabe des Antrags verflossen, da lag das Ergebnis der amtlichen Bemühungen in Uwes Briefkasten. Nur mal so nebenbei, dass sind 14 Tage ohne jeden Cent, vom Jobcenter gab es keine Unterstützung, weder Rat noch Tat, auch keinen Gutschein für Lebensmittel. Kann es sein, dass ein Mensch 14 Tage ohne Nahrung überleben kann? Nein, kann er nicht, dass weiß die ARGE Strausberg natürlich auch, nur, es war und ist ihr schnuppe. Von einigen Freunden gesponsert, gelang es uns die amtliche Kälte auszuhebeln. Uwe lebt noch, bekam Lebensmittel und etwas Kleidung, auch die erste Miete war noch drin.

Uwe müsste 356 Euro bekommen, der Bescheid sagte aber, Uwe bekommt nur 188 Euro, wieso 168 Euro weniger? Nach emsigen Suchen erkannten wir, die Sachbearbeiter haben ihm eine Waisenrente angerechnet, die er nicht bekam und auf die er seit vielen Jahren keinen Anspruch mehr hatte. In seinem Antrag musste er angeben, welche Einkünfte er hat, auch Renten, und ob er in die Schule geht oder eine Ausbildung macht. Uwe hat keine der Fragen bejaht, er hatte nichts, weder Einkünfte noch Ausbildung und die Schulzeit lag längst hinter ihm. Es war zum Haare raufen, wieder, zum dritten Mal, waren wir beim Jobcenter Strausberg an einen Behördling geraten, der von seinem Job wenig verstand. Wir haben ja nichts dagegen, wenn es dem Amt beliebt Unwissende zu beschäftigen, nur muss Uwe das ausbaden und obendrein die Korrektur der Schlamperei noch bezahlen? Nein! Und nochmals Nein! Sagten wir uns, es ist aber nicht so. Um den Widerspruch zum Amt zu tragen, braucht Uwe Fahrgeld für den Bus, Geld, das er nicht hat.

Leicht gereizt tippten wir den Widerspruch, wollten wissen weshalb dort amtlich etwas berechnet wird, dass im Antrag nicht zu finden ist, obendrein spricht das Gesetz gegen die gemachte Berechnung, wir legten als Anlage vorsichtshalber noch den Ausdruck des entsprechenden Paragraphen aus dem Sozialgesetzbuch bei, kann ja sein, dass Die im Jobcenter Strausberg den bei sich nicht finden. Langsam trauen wir Denen einiges zu, nur nichts Gescheites.

Vor einigen Tagen, ein neuer Bescheid kam ins Haus, mit der richtigen Berechnung. Kein -tut uns leid – nichts, der ARGE Strausberg, so unser Eindruck, gehen ihre Fehler und Schlampereien irgendwo am A…. vorbei. Inzwischen haben wir zwei Emails, eine davon an den Leiter der ARGE, und eine Beschwerde ans Amt geschrieben, Antwort – wo denken Sie hin, antworten scheint unter der Würde des Jobcenters Strausberg zu sein. Mal sehen, was uns die Zukunft da noch beschert.

  1. Nina

    Diese ARGE in Strausberg ist echt ein schönes Paradebeispiel dafür, wie es leider in den meisten selbiger Einrichtungen zugeht. ‚Menschenbingo‘ scheint mittlerweile die Hauptbeschäftigung dort zu sein, wie man an Hand der Schreiben ohne jegliche Entschuldigung (welches nun doch dem Mindestanstand entspricht) deutlich erkennen kann.

    Traurig ist es, dass gerade die Menschen, die sich nicht einmal ‚allein‘ zu wehr setzen können immer am härtesten von solchen Angelegenheiten betroffen sind.

    Wenn man es ganz streng nimmt, müsste man all jene ‚Sachbearbeiter‘ mal den selben Bedingungen aussetzen, welche sie täglich so ‚persönlich bearbeiten‘.

    Sozial ist dort nichts mehr. Es ist einfach nur noch traurig, was sich in der ARGE Deutschland abspielt!!!

    Gruß Nina

    1. Bernd

      Menschenbingo – hört sich beeindruckend an, da wollen wir nur hoffen, dass die Schinder eines Tages als Bittsteller in ihr Amt kommen müssen.
      Lieben Gruß
      Bernd

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