Ein Brief zum Nachdenken

15. April 2013 Aus Von BerndWohlers

Mit Zustimmung von Herrn Armin Schramm veröffentliche ich seinen Brief an mich.

Lieber Herr Wohlers,

auch wenn ich mich ein wenig von den Besuchen der wenig ergiebigen Gemeindeversammlungssitzungen zurückgezogen habe, so verfolge ich doch weiterhin, soweit für die Öffentlichkeit möglich, das Geschehen in Woltersdorf.

2014 stehen wieder Wahlen zur Gemeindevertretung an und auch die Amtszeit des Bürgermeisters dürfte kürzer sein, als ein Abwahl- oder Amtsenthebungsverfahren dauern dürfte, wenn denn dadurch für Woltersdorf überhaupt eine geeignetere und vor allem für den Ort förderliche Zusammensetzung von Gemeindevertretung und -verwaltung zu erwarten wäre. Für mich stellt sich daher NICHT die Frage, was macht die Verwaltung bzw. die Gemeindevertretung aktuell falsch, für mich als Bürger stellt sich die viel wichtigere Frage, was kann ich, der einfache Bürger tun, um dazu beizutragen, dass es künftig besser läuft. Wer wären denn die besseren Gemeindevertreter, wen gäbe es denn, der die Verwaltung künftig besser leiten würde?

Die Zeit vergeht schnell (noch 18 Monate?) und plötzlich stehen die Wahlen vor der Tür und dann schnell wieder ein Kreuz an der gewohnten Stelle und ab damit in die Urne Deckel zu und mir als „mündigem ?“ Bürger auf die Schulter geklopft, gut gemacht, aber dann kommt doch WIEDER das große Jammern!

Wir Bürger sind es doch, die sich unsere Vertreter wählen, das ist unsere Chance in einer Demokratie, nur müssen wir dann auch selbst bereit sein, sie AKTIV zu nutzen. Also nicht mit denen meckern, die von uns Bürgern gewählt wurden, sondern mit uns selbst und JETZT rechtzeitig aktiv schauen, wer denn die Interessen der Woltersdorfer so viel besser vertreten könnte. Und immer die ehrliche Frage an sich selbst nicht vergessen: „Hätte ICH es besser gemacht oder mehr dazu beitragen können, dass das Zusammenwirken besser gelingt?“ Gibt es denn die Kandidaten, die Woltersdorf künftig besser „regieren“ würden, wen wünschen sich die Bürger als ihre künftigen Vertreter, damit in Woltersdorf mehr bewegt und weniger geredet wird.

Wie könnte „Bernd’s-Journal“ dazu beitragen, nicht Lager zu spalten, sondern Lager zusammenzuführen? Wäre das nicht eine Aufgabe, der sich in Woltersdorf endlich einmal jemand „nachhaltig“ annehmen sollte? Vom Meckern und Anprangern allein wird es nicht besser, lieber konstruktiv statt destruktiv! Wir müssen aktiv nach Wegen suchen, wie wir es gemeinsam besser machen können – und diese aufgezeigten Wege immer und immer wieder optimieren, bis das Puzzle sich so zusammenfügt, um künftig als Gemeinschaft für die Gemeinschaft handlungsfähig zu sein! ***

Wir alle werde auch künftig Fehler machen, aber richtig wäre es, wenn ich sie alle in einem dicken Handbuch zusammentragen würde, um vor künftigen Entscheidungen immer wieder hineinzuschauen, ob ich nicht gerade wieder dabei bin, Fehler zu begehen, die schon einmal gemacht wurden. Nur ist doch so viel einfacher, diese Fehler immer wieder auf’s Neue zu begehen, weil ich so arrogant bin, von mir anzunehmen, dass mir diese Fehler nicht passieren werden – nur die Geschichte lehrt etwas anderes! Die Arroganz der Menschheit wird es sein, die von ihr überlebt!

Armin-M. Schramm

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Lieber Herr Schramm,
ein Journal spaltet nicht, führt nicht zusammen, berichtet nur. Den Stoff der Artikel liefern Woltersdorfs Akteure, ich heb ihn nur auf, bewahr ihn vor dem Vergessen.