Dresden ohne Navi, niemals mehr!

Wir waren nach Dresden gefahren, gut vorbereitet, wie wir meinten. Zu Hause hatten wir uns die Route ausgedruckt, da war alles ganz klar. Im Gewimmel der Stadt wurde schnell alles unklar. Die Dresdner haben es nicht so mit den Straßenschildern, mal sind sie hoch, mal niedrig, mal gar nicht und mal ganz weit zurückgesetzt angebracht. Die Suche danach lenkte ganz schön ab von dem was so um uns passierte. Dann war es soweit, ein Linienbus mit seinem riesigen Heck machte jede Voraussicht zunichte und wir waren auf dem falschen Weg. Die ausgedrucke Wegbeschreibung war dadurch für die Katz und Angelika versuchte es mit dem Stadtplan. Sie guckte angestrengt auf das gedruckte Wirrwar der Straßen und Gassen, ich verrenkte mir den Hals, um irgendwo Straßennamen zu entdecken. Bis ein heller Blitz unsere Suche unterbrach. Ein winziges Stück irgend einer unbekannten Straße war mit einem 30km/h Schild bestückt und natürlich von einem fest installierten Blitzer bewacht, der uns die 50km/h übelnahm. Die Dresdner Beamten wußten schon, wie sie den Fremden ihr Geld abzunehmen hatten. Da hatten wir den Salat. Nie wieder Dreden lautete unser Motto. Na ja, irgendwann sind wir wieder dahin gefahren und wieder sonstwo gelandet, nur diesmal ohne Blitzer.

Nu hatten wir endgültig genug! Der Gedanke an die Rumgurkerei in der fremden Stadt bescherte uns eine Erpelfolie, andere nennen es Gänsehaut. So sind wir auf die Idee gekommen uns ein Navigationsgerät, kurz Navi zuzulegen. So einem Teil ist es bestimmt schnuppe wo die Dresdner ihre Straßenschilder hinbaumelten und ein Bus vor der Nase, würde den elektronischen Stadtführer wohl auch nicht stören. Wir stellten schnell fest, es gibt auf dem Markt irre viele Sorten von Navis und so begannen wir zu sortieren. Ganz Europa sollte der Kasten von Hause aus mitbringen, Stauwarner etc. selbstredend auch, ich möchte gerne eine topographische Karte einspielen können, denn irgendwann möchten wir mal das Geo Caching probieren, das ist so etwas wie eine elekronische Schnitzeljagd. Für die Fahrt mit dem Kahn wäre es schön, dann noch eine Binnengewässerkarte zu haben. Die Auswahl wurde immer kleiner. Wir fanden dennoch so einen Wegbegleiter, nicht mal teuer und den möchten wir jetzt erwerben.

Das Erwerben, ja das ist auch ganz schön abenteuerlich. Abenteuerlich deshalb, weil es doch eine ganze Menge Händler gibt, die man wohl eher Wucherer nennen sollte. Nun wir haben uns informiert und rausbekommen, dass wir unseren Wunschkandidaten bei einem Internethändler für 128.99 Euro bekommen können. Mit dem Preis sind wir zum Händler ein paar Dörfer weiter gegangen, warum soll man der einheimischen Wirtschaft nicht unter die Arme greifen. Der hatte das Gerätchen für 229 Euro auf Lager und wenn ich eine bestimmte Waschmaschine für 1.149 Euro ordern würde, dann würde das Navi mit in dem Preis enthalten sein.

Das wars dann schon. Wir brauchen keinen neuen Waschknecht mit Navi: „Damit Sie nicht die Orientierung verlieren, wenn Ihre Miele die Hausarbeit macht…“. Wir wollten nur ein Navi zum vernünftigen Preis. Den haben wir beim einheimischen Händler nicht bekommen, so fahren wir weiter ohne Orientierung umher, bis der Postbote den im Internet gekauften Reisebegleiter vorbei bringt. Ja und dann, dann fahren wir wieder nach Dresden und testen das Ding.

  1. Stuffi

    Mensch…Dresden ist doch ne typische Stadt mit sozialistischem Layout. Man muss nur die 3-4 großen Straßen alá „Njewski Prospekt“ kennen, die Dresden durchziehen und schon kommt man zurecht. Wie z.B. in Berlin die Lenin- und Stalinallee 😉

    1. Bernd

      Warum hat mir das keiner vorher gesagt? Ich bin vom Dorf, wir haben maximal eine Straße und einen Dorfkrug. Mehr, da wird es schwierig.

  2. Mario

    Klingt ja nach Allround-Gerät – ich bin gespannt auf Deinen Bericht zum neuen Spielzeug. Kann mir irgendwie kaum vorstellen, dass er die Extra-Anforderungen (Caching, Gewässer) wirklich erfüllt, lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen 😉

    Gruß, Mario

    P.S. Wir waren auch froh, letzten Herbst das Navi mit in Dresden zu haben. „Kleine“ Stadt, viel Verwirrung!

    1. Bernd

      Ich bin ja auch neugierig. Die einzige Schwierigkeit, ist der Akku mit 4 Std.
      Dresden hat mich zum Befürworter von Navis gemacht,

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