Siebenunddreißig Sekunden Martinshorn, da platzte einigen der Kragen

Woltersdorf hat eine Feuerwehr, deren Stützpunkt liegt mitten im Ort. Für die Allgemeinheit ein guter Standort, kommt die Wehr so überall in kürzester Zeit hin. Natürlich macht so ein Feuerwehrbetrieb allerhand Dezibel, nicht immer, aber manchmal. Das nervt, sagen zumindest, der eine oder andere oder auch mehr Anwohner, die dicht am Feuerwehrhaus leben. Andererseits hat das den Vorteil, die Feuerwehr ist fast schneller da als der Notruf eingeht. Alles hat eben zwei Seiten.
Die Arbeitslast der Feuerwehr wird von weit über einhundert Frauen und Männer getragen und unsere Jugendfeuerwehr ist auch noch da. Der Job ist hart und oft nicht ganz ungefährlich. Hinzu kommen schreckliche Bilder von Unfällen, die nimmt man mit nach Hause und muss das Grausige seelisch verarbeiten. Ist nicht ganz einfach und da setzt man sich schon mal hin und trinkt ein Bierchen zusammen, grillt, lacht, entspannt vom ziemlich harten Hinter den Kulissen.

Das nervt und so kam nun eine Beschwerde über unsere Feuerwehrtruppe, als Anlass war die Ankunft des neuen Leiterwagens gut. Das Martinshorn zu laut und eben nicht für einen Einsatz benutzt.
Leute, nun kommt doch mal auf den Teppich, der Wagen ist mit Blaulicht gekommen und wisst ihr auch wie lange das Horn tönte? Zu lange, zu laut, ihr und eure Kinder konnten nicht schlafen. Mir fällt da beim besten Willen nichts mehr ein.

Ich war dabei, die Videocam lief die ganze Zeit, die gesamte Zeitspanne in der das Martinshorn eingeschaltet war wurde von mir aufgezeichnet und ihr könnt euch das Stücke Video gerne ansehen.

  1. 37,13 Sekunden

und das reichte um eure Kragen platzen zu lassen? Die Ankunft des Neuen war um 17.30 Uhr, da konntet ihr nicht schlafen? Eure Kinder nicht einschlafen?

Lärm, Krach ist überall, eine ruhige Welt, die gibt es bald nirgends mehr. Ihr habt’s mit der Feuerwehr, einige wohnen neben einem Flughafen, andere kotzen über eine Dauerbaustelle, neben einer Autobahn ist es auch nicht schön wohnen. Mich nervt die tägliche Autoschlange vor der Ampel am Stolpkanal. Das stinkt ganz schön, was die Kisten da hinten rauspusten, seit Jahren, 7 Tage in der Woche und laut ist es auch, sehr laut. Wir alle leben umgeben von Geräuschen die uns auf den Keks gehen. Aber da naht Abhilfe, wenn die Grünen drankommen, dann fährt die Feuerwehr mit Fahrrädern, so lange bitte ich Euch geduldet euch, wir anderen sind auch geduldig.

2 Gedanken zu „Siebenunddreißig Sekunden Martinshorn, da platzte einigen der Kragen

  1. Gisela Schuldt

    Wer schreibt „im Namen der Anwohner“, ohne jeden dort Wohnenden zu fragen, ob er mit so einem Brief überhaupt einverstanden ist? Hat es dazu eine „Befragung“ gegeben? Seid doch alle froh und glücklich, dass es unsere FFW gibt und die Kameraden ihre Freizeit mit Übungen und auch oft mit schweren körperlichen und seelischen Einsätzen verbringen. Während „IHR“ gemütlich vorm Fernseher sitzt, setzen diese Männer/Frauen oft ihr Leben für fremde Menschen – auch vielleicht eines Tages für Euch – ein ! Also laßt die Kameraden/innen doch auch mal feiern. Und eine so teure und wertvolle Anschaffung wird ja nun nicht oft vorgenommen… Also, in meinem Namen hat der Schreiber den Brief nicht verfaßt. Ich distanziere mich, auch „Anlieger“!
    Richard …

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  2. Milchmädchen

    …und wenn das letzte private Feuerwerk ausgeknallt hat,
    und der letzte Besuch sich hupend verabschiedet hat,
    und die letzte hochtourige Spaßfahrt 3x um den Block beendet ist,
    dann werdet Ihr feststellen, dass es nicht die Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr waren, die Euch spätabends die Ruhe geraubt haben.

    Danke an die Abenaki-Indianer (lt. Wikipedia) für die Zitatvorlage.

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