Die SPD und die Demokratie

Da gibt es im Bundestag einen Abgeordneten der SPD, Prof. Dr. Jörn Thießen, von Beruf Pastor. Der Gute hat Probleme mit dem Wahlverhalten der Deutschen. Gehen die doch nicht, wie gewünscht, zur Urne. Da muss man etwas machen. Wenn es um die Pfründe der Genossen geht, da werden SPD-Mannen zum Elch, jedenfalls die Bonzen, die sich dicht am Futtertrog drängen.

Der SPD-Pastor möchte von jedem Nichtwähler 50 Euro eintreiben. Sein Kalkül: bevor die blechen, gehen die wählen und damit fällt den Genossen so manches Kreuzchen mehr in den Schoß. Die Begründung ist einfach und wenn man sein Hirn auf Standbys schaltet sogar nachvollziehbar: „Demokratie ohne Demokraten funktioniert nicht.“ Demokrat wird man aber nicht durch Wahlzwang, eher durch vorbildliches Verhalten der Gewählten und aktive Mitgestaltung der Bevölkerung an der Baustelle Demokratie.

Beides ist aber in Deutschland nicht gegeben, unsere Politiker haben einen Ruf, der schlechter nicht sein kann. Ein Mitwirken des Volkes am demokratischen Staat ist kaum möglich. Alle vier oder fünf Jahre ein Kreuzchen, mehr trauen unsere Staatslenker uns nicht zu. In den Zwischenzeiten haben wir gefälligst das Maul zu halten und die nach fast jeder Wahl steigenden Abgabenlasten zu schultern. Das ist zuwenig, da lohnt es sich nicht mal für aufzustehen. So wird den Parteien ihre Hochnäsigkeit zum eigenen Verhängnis.

  1. gokui

    ja danke renat für deinen verweis auf diesen beitrag. Bernds worten kann man(n) nur zustimmen: vorbildfunktion !

  2. renate

    Ganz hervorragender Beitrag, liebe Bernd. Du bringst die Misere kurz und knapp auf den Punkt. Genauso ist es nämlich, hier, in unserem deutschen Land. Wählen und danach die Klappe halten.
    Dass der Gute Mann Pastor ist, setzt seinem unsinnigen Ansinnen noch das Sahnehäubchen auf. Entspricht aber ebenfalls meiner Einschätzung von „Gottesvertretern“. Per Dekret festlegen, was die Schäfchen zu tun haben. Und wenn die sich nicht daran halten, dann gibt’s Saures.

    Ich frage mich übrigens, ob die Politiker sich fragen, woher diese Wahlverdrossenheit kommt. Ich bin nämlich auch verdrossen. Ich bin sogar extrem verdrossen. Und eine Ende meiner Verdrossenheit ist nicht in Sicht, sie rückt sogar täglich weiter in die Ferne. Und überhaupt … die SPD … die kann sich doch schon lange einsalzen lassen. Das S in ihrem Parteikürzel könnten sie schon längst ersatzlos streichen. Sozial … da lachen ja die Hühner …

    1. Bernd

      Da bedanke ich mich doch sehr für den ersten Satz. Beim Rest sind wir der gleichen Meinung, wie eineiige Zwillinge.

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