Der Fuchs – Vulpes vulpes

Der Fuchs - Vulpes vulpesDer Fuchs! Manche Geschichten erzählen vom Fuchs.

Da gab es Indianerstämme die glaubten, der Fuchs sei ein verzauberter Krieger. Sumerer verehrten ihn als Gesandten der Muttergöttin. In Japan sieht man ihn als mystisches Wesen, dem die Götter eine Lebensspanne von 1000 Jahren schenkten, auf dass das Tier all seine Abenteuer bestehen kann. In Deutschland sagt man, er sei sehr schlau und listig. Der Reineke sei nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Er wird als Lügner und Betrüger hingestellt. So werden seine Eigenschaften gerne zum Parodieren entsprechender Menschen verwendet. Stimmt das? Ist an diesem seit dem Mittelalter gepflegten Negativimage etwas dran?

Wie lebt Reineke?

Der Name Reineke wird 1150 in einem lateinischen Gedicht mit dem Titel „Ysegrimus“ erwähnt. In der Zeit, in der man auch an Hexen und Zauberer glaubte, wurde der Grundstein zu seinem bei uns bis heute vertrauten Bild gelegt. Da wurde das Tier zum grausamen Raubmörder, das einzelgängerisch, widerspenstig und falsch ist. Selbst in kirchlichen Werken erschien Reineke in keinem guten Licht. Diese negative Darstellung erfolgte in Märchen- und Kinderbüchern noch bis in das 20. Jahrhundert. Das hat zu einer beispiellosen Verfolgung geführt.

Er hat meist ein kurzes Leben, unser Fuchs, der mit den Hunden verwandt ist. Die meisten werden nicht älter als ein Jahr. Nur 5% erreichen das vierte Lebensjahr. Füchse galten bis vor 3 Jahrzehnten als Einzelgänger. Wissenschaftler fanden inzwischen heraus, dass sie ein ausgeprägtes Sozialverhalten haben. Die weiblichen Tiere (Fähren) übernehmen eine Tantenrolle bei Abwesendheit der Mutter, bewachen und säugen die Jungtiere und übernehmen die Elternfunktion wenn diese sterben.

Seine Sinnesorgane sind speziell für das Leben im Dunkeln ausgelegt. Die Augen sind katzenähnlich. Sie haben ein sehr gutes Gehör, können Regenwürmer unter der Erdeoberfläche hören. Ihr Geruchssinn ist 25-mal feiner, als der des Menschen.

Der Fuchs ist ein Allesfresser, der als Einzelgänger auf Nahrungssuche geht. Er ernährt sich in der Hauptsache von Feldmäusen und Regenwürmern. Davon braucht er täglich bis zu 500g, das sind 15 bis 20 Mäuse. Auch Obst und Abfälle des Menschen nimmt er gerne als Nahrung. Weil er auch Aas nicht verschmäht, kann man ihn auch als Gesundheitspolizei des Waldes sehen. Füchse jagen auch sehr junge, oder durch Alter geschwächte Hühner, Stockenten und Karnickel. Kurzfristig können sie dabei Geschwindigkeiten bis zu 55 km/h erreichen.

Sein Dasein als erfolgreichstes Raubtier aller Zeiten mit dem geografisch größten Verbreitungsgebiet könnte durch den Menschen beendet werden, wenn nichts dagegen unternommen wird. Der Lebensraum der Wildtiere nimmt durch eine sich immer mehr ausweitende Landwirtschaft und Zersiedlung rapide ab.

In Deutschland werden jährlich 20.000 Füchse abgeschossen. Fuchsbaue werden begast und die dort vorhandenen Tiere getötet. Der Grund ist die Angst vor Tollwut und andere Krankheiten des Fuchses, wie Bandwürmer, Staupe, Flöhe, Zecken und Milben, die die Räude hervorrufen können.

In der Schweiz geht man einen anderen Weg. Dort wird ein Impfstoff verwendet, der in Ködern gereicht wird. So wurden 80% der Füchse immunisiert. Da kann man den Füchsen nur empfehlen, wandert aus in die Schweiz. Hier in Deutschland werdet ihr vernichtet.

  1. Renate

    Die Schweizer waren mir immer schon sympathisch. Eigenwilliges Völkchen, eigenständiges Völkchen. Nonkonformisten halt. Gefällt mir! Und den Füchsen wird es auch gefallen…

    1. Bernd

      Mir sind Füchse sympathisch und nun auch die Eidgenossen. Das eigene Volk verstehe ich oft nicht mehr, geht aber anderen genauso.
      Lieben Gruß
      Bernd

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