Der deutsche Solarmarkt zu Jahresbeginn

Der deutsche Solarmodulhersteller Solon hat 2011 Insolvenz angemeldet. Kurz danach traf es Solar Millennium. Ein Millennium – eine Zeitspanne von 1000 Jahren – wurde es nicht. Gerade mal sechs Jahre leuchtete für den Erbauer von Sonnenkraftwerken die Sonne bis sie abrupt verlosch. Erloschen sind damit auch die Träume von über 10.000 Anlegern, die ihre Konten mit sicheren staatlichen Fördermitteln füllen wollten. Der Kapitalsammler aus Erlangen wurde noch vor kurzem mit einer halben Milliarde Euro bewertet und nun? Aktionäre stehen vor dem Nichts. Anleger, die sich an fünf Anleihen über insgesamt 226 Millionen Euro und an Solarfonds über 54 Millionen Euro beteiligten, zittern jetzt um ihre Einlagen.

Auf den deutschen Solarmarkt drängen die chinesischen Hersteller mit ihren deutlich billigeren Produkten. Erstmals übernimmt der Solarriese LDK aus China einen deutschen Konkurrenten. Die Chinesen beteiligen sich mit 33 Prozent an Sunways aus Konstanz. LDK machte den Aktionären ein großzügiges Übernahmeangebot. Einer fast vollständigen Übernahme des finanziell angeschlagenen Unternehmens steht damit nichts mehr im Wege.

LDK, vor sechs Jahren gegründet, ist der weltweit größte Hersteller von Solarwaffern, dem Vorprodukt von Solarzellen, verbrennt Kapital wie viele Solarfirmen, weil die Preise durch ein Überangebot im Keller sind. Grund sind, chinesische Firmen wie LDK, die ihre Produktion weit über den Bedarf hinaus ausbauen. LDK hat dennoch keine Sorgen, es hat staatliche Kreditlinien von acht Milliarden Dollar und kann noch viele Jahre mit Verlust arbeiten. Nach der Übernahme werden die Chinesen die deutsche Firma wohl technisch ausplündern, während neue Produktionsstätten in China entstehen und vielleicht deutsche Firmen vom Markt verschwinden werden.

Zum Jahresanfang wurden die Fördermittel für Solaranlagen um 15 Prozent gekürzt. Weitere Kürzungen werden in der Jahresmitte, zwischen 12 und 15 Prozent, erwartet, in Abhängigkeit von der Anzahl der neu errichteten Anlagen. Wegen der drohenden Kürzungen legte die Branche zum Jahresende einen Endspurt hin und installierte zwischen Oktober und Dezember Photovoltaikanlagen mit 4000 Megawatt Leistung, mehr als in den neun Monaten zuvor. Solarenergie liefert inzwischen drei Prozent des Stroms, verbraucht aber 50 Prozent der Fördergelder. So gerate der Umbau der Energieversorgung in eine Schieflage, sagt der Wirtschaftsminister. Er hat mehrfach einen Schnitt bei 1000 Megawatt angeregt. Spekuliert wird über eine viertel- statt halbjährlicher Anpassung der Vergütung oder eine noch drastischere Absenkung.

So sieht es aus auf dem Solarmarkt, Insolvenzen, Gewinneinbrüche, Übernahmen, als Geldanlage würde ich die Branche nicht unbedingt als erste Wahl bezeichnen. Das die Fördermittel des deutschen Steuerzahlers auf chinesische Konten landen, ist wohl auch nicht im Sinne der Erfinder der Fördermittel. Denn dort werden auch unsere Euros zur Unterdrückung der Menschenrechte, zum Einsperren von Bürgerrechtlern verwendet.