Das Gezerre um die Sporthalle

Peter Bienia, Vorsitzender des SV, war platt. In Bürgermeisters Sprachrohr, die MOZ las er, das Vogel eine Befragung durchgeführt hat und dabei feststellte: Der Bedarf an einer neuen Sporthalle ist nicht so groß. Wir schrieben das bereits am 28. September: Er (der Bürgermeister) habe festgestellt, dass nur ein mäßiges Interesse an der Nutzung der neuen Halle bestehe. Der Sportverein wolle zwar seine Stundenzahl um 10 Prozent anheben, andere Vereine würden lieber in der alten Halle bleiben. Also hätte Peter Bienia damals unseren Artikel gelesen, wäre er jetzt nicht so schockiert und müsste entsetzt sagen, der SVW kann in keiner Abteilung mehr Kinder aufnehmen.

Den von den Gemeindevertretern beschlossenen Neubau der MZH möchte Vogel wohl schon lange kippen, er stellt alles in Frage. Selbst in einer seiner durchplanten Bürgerversammlungen schlug ihm Ablehnung entgegen. Das was von der einstigen Planung einer MZH übrig blieb, ist eben nur noch eine Sporthalle, nichts mehr und um den Bau dieser schlichten Zeifeldhalle kommen wir nicht herum. Wir brauchen den SVW, wir sind in der gesetzlichen Pflicht beim Schulsport. Sport ist ein gesundheitliches Vorsorgeprogramm und eine den Ort verbindende gesellschaftliche Notwendigkeit.

Vogel meint, die Finanzierung der Betriebskosten sei nie wirtschaftlich geprüft worden. Mag alles richtig sein, dennoch gibt es Ansätze, die wir verwenden können. Da wäre der Architekt Brüne, der, als es um die „Alte Schule“ ging, sagte: Er schätzte die Betriebskosten für öffentliche Gebäude allgemein mit 4.00 bis 4.50 Euro/qm ein. Anderes Beispiel, die Schöneicher haben da ein Gymnasium, auch mit Sporthalle in der Planung. Bei 8 Millionen Euro Baukosten kommen, laut BM Heinrich Jüttner, 8 Euro Kaltmiete/qm monatlich zusammen. Das Beispiel kann man leicht auf unsere Mehrzweckhalle umrechen, bei 2.5 Millionen Baukosten kämen wir auf eine Kaltmiete von 2.50 Euro/qm/Monat. Also, ganz so schlimm, wie unser Bürgermeister es darzustellen versucht, ist es nun doch nicht.

Spannend finde ich ein Interview, dass unser Bürgermeister am 15. Februar 2011 gab und das in Kümmels Anzeiger aus dem Hauke-Verlag in Erkner erschienen ist. (Der Link geht jetzt ins Leere, ich habe aber den Artikel in meinem Archiv, wer möchte, kann ihn haben) Also, zu einem Zeitpunkt als alle Fakten auf dem Tisch lagen und es obendrein noch um die nicht abgespeckte MZH ging. Nie habe ich einen glühenderen Verfechter dieser Mehrzweckhalle gesehen, und nun, die Halle ist gewaltig abgespeckt, ist die Meinung des BM um 180 Grad gedreht.

Kombinieren wir einmal: Vogel (Grüne) und Gutjahr (Die Linke) sind Koalitionäre, beide vertreten die gleichen Meinungen, fast wie siamesische Zwillinge. Wohl beide wünschen die restlichen Fraktionen zumindest auf den Mond. Gucken wir doch einmal bei Die Linke nach, was die am 29.08.2012, zu einem anderen Thema, so von sich gab, Zitat:“ …bei dem weder die AWO noch Herr Gifhorn eine Rolle spielen. Auch diese Verflechtung fällt mittlerweile dem ein oder anderen Woltersdorfer auf.“ Fällt Ihnen etwas auf? Nein! Gifhorn ist auch der Planer der Sporthalle. Alles klar!

  1. Bernd

    Hallo Norman und Peter,
    irgendwie komme ich mit Euren Bedenken nicht so richtig klar. Die erste Planung der MZH war eine Dreifeldhalle von 44 X 22 Meter = 968qm und sollte 500 Personen fassen können. Das wären knappe 1.94qm pro Person.
    Die jetzt vorgesehene schlichte Sporthalle ist eine Zweifeldhalle, ich nehme mal an, so an die 645.3qm und bei oben gerechneten 1,94qm/Person passen da rund 332 Personen rein. Gehört habe ich aber, dass sie 200 Personen fassen soll. Da hätten wir dann eine Mindestmenge Menschen von denen die Diskussion ausgehen kann. Vielleicht sollte Gifhorn sich noch einmal zur Größe und Fassungsvermögen äußern.

  2. Norman

    Moin….

    Das mit der Mensa sehe ich leider weitaus anders.
    Wenn die Grundfläche ca 150m² beträgt, ich nehme an es ist weniger, dann muß man noch Platz für Bühne, Technik, DJ oder Auftrittsfläche abziehen. Das sollten im Mindestfall ca 20-30m² sein. Bleiben grob 120m² übrig. Pro Person in Deutschland rechnet man 1,5m². Ergo ergibt das eine Personenzahl von 80, die in der Mensa Platz finden, und das ist recht wenig für eine Veranstaltung.

    Ich sehe die Mensa als völlig falsch konzipiert, denn in der alten war Platz, laut Rechnung für ca 150 Personen, das ist fast das doppelte und war auch nicht ausreichend.
    Da wäre die alte Turnhalle doch angebrachter. Nur leider muss man da den Boden abdecken etc, um Schäden zu vermeiden.
    Komischer Weise funktioniert das in Grünheide seit Jahren bei den Karnevalsveranstaltungen beispielsweise ganz gut.

    Wollt ich mal als Anregung beitragen….:)

    Also bis dato…

    1. Peter Müller

      Hallo Norman,
      ich muss Dir Recht geben, wir brauchen die Mehrzweckhalle, erstens um den Bedarf an Schulsport und Freizeitsport abzusichern, aber unbedingt auch, um für uns Woltersdorfer einen Ort zum geselligen Beisammensein zu haben. Sei es für Karneval oder Vereinsveranstaltungen (die diesjährige Weihnachtsfeier des SV wird ja wohl ausfallen, da es keine geeignete Räumlichkeiten mehr gibt) es muss endlich etwas geschehen und die Chance dürfen wir uns nicht entgehen lassen!
      Ich denke auch, wir sollten nicht auf die vielen Gewerbetreibenden warten, die sich dank Ihrer umsichtigen Steuerberater auf null rechnen lassen, sondern die Steuerkraft unserer Bürger sinnvoll nutzen. Die Konzerne sparen immer zuerst am Personal, vielleicht sollte man mal bei der Gemeinde nachsehen warum über 30 Mitarbeiter damit beschäftigt sind zu überprüfen, warum etwas nicht geht! Damit meine ich nicht die Mitarbeiter, die sich wirklich einsetzen!

  3. Norman

    Moin…..

    Ich stimme Euch da völlig zu. Nur habe ich noch einen weiteren Aspekt.
    Jedes größere Dorf besitzt auch eine Räumlichkeit, in der man diverse Veranstaltungen abhalten kann. Siehe Rüdersdorf das Kulturhaus, Erkner mit seiner Stadthalle usw.

    Wo in Woltersdorf kann man sich was anmieten als Gewerbetreibender, wenn man eine Veranstaltung organisieren möchte????

    Nur zu gut, das es die Feuerwehr gibt, die im Jahr so einiges auf die Beine stellt damit Woltersdorfer Bürger mal Tanzen gehen oder sich mal wieder mit Gleichgesinnten treffen können.

    Und da käme die Mehrzweckhalle in Frage. Der Name sagt es ja schon aus.
    Eine Halle für mehrere Zwecke eben.
    Ich denke mal, also nehmen wir mal an die Halle wird gebaut, der Herr Doktor V., wird begeistert sein, wieviele Einnahmen man mit ihr doch in die Gemeindekasse fliessen. Und hoffentlich gibts dann auch ne vernünftige „Buchführung“……Nicht das Gelder wieder verschwinden……

    In diesem Sinne, nen schönen Dienstag gewünscht

    1. Bernd

      Morgen, Norman, ist schon richtig, was du sagst. Dennoch – richtig – allein reicht nicht aus. Wir und Woltersdorf können uns eine so große MZH nicht mehr leisten, da würden wir in den Nachfolgekosten ersaufen. Deshalb eine schlichte Sporthalle (Zweifeldhalle), vielleicht mit der Option, sie später erweitern zu können. Für Feste bietet sich solange die Mensa in der FAW und das Feuerwehrhaus an. Um später einmal eine große MZH stemmen zu können, müssen die Einnahmen steigen, der Ausbau des Schulstandortes ist fast abgeschlossen, der bringt aber nichts ein, im Gegenteil. Auf Zuzug dürfen wir nicht setzen, der Trend geht Richtung Urbanisierung. Bis der sich wieder einmal dreht, sitzen wir auf dem Trockenen. Tourismus hin und her, ist ein wackliges Geschäft. Wir brauchen nun, Ansiedlung von Gewerbe, noch besser von Industrie.

      So kann es nur beim alten bewährtem System bleiben. Die Vereine müssen es richten, hier stehen in herausragender Verantwortung neben allen Vereinen die Feuerwehr und der Sportverein. Deshalb muss unter allen Umständen verhindert werden, dass sich dort V-Leute breitmachen und alles zerstören.

  4. Peter Müller

    Die Vorgehensweise unseres BM ist ziemlich einfach, man braucht nur genug Rentner!
    Im Vorfeld verbreitet man, um wie viel die Mitgliedsbeiträge durch die neue Halle steigen würden und so kommen alle Rentner des Vereins, die ja bekanntlich sowieso schon knapp bei Kasse sind, und verteidigen ihren Freizeitsport in der alten Halle – der wöchentliche Termin wird ja in der alten Halle wohl noch drin sein! Die Kinder und Jugendliche hoffen auf ihre Übungsleiter, doch deren Aussagen werden nur milde belächelt. Die Eltern der sportbegeisterten Kinder sind nicht unbedingt im Verein und somit ist klar, wo die Mehrheiten liegen. Das der Sport im Winter teilweise zum Erliegen kommt interessiert da wenig, (schließlich hat ja fast jedes Kind einen PC zur Freizeitbeschäftigung und dass der Verein fast jedes Turnier bei Fremdmannschaften bestreitet ist ja toll und kostet wenigstens kein Geld.
    Ähnlich sieht es mit der Kita aus. Es ist wirklich kein attraktiver Platz, doch der einzige von der Gemeinde vorgeschlagene Alternativstandort. Was passiert, es werden sämtlich betroffene Rentner der Umgebung mobilisiert, die natürlich total entrüstet über den zu erwartenden Spuk sind. Obwohl es um ihre Kinder geht sind zu diesbezüglichen Veranstaltungen so gut wie keine Befürworter anwesend und so kann der BM natürlich gönnerhaft versprechen, sich für die leitgeplagten Anwohner einzusetzen.
    Interessant wird es 2013, wenn betroffene Eltern Ihre Rechte einklagen, dann habe die Gemeindevertreter die Schuld, und der Bürgermeister wird sich huldvoll kümmern!

    1. Bernd

      Die Sporthalle muss kommen, schon aus der gesetzlichen Verpflichtung heraus. Zweitens gibt es einen gültigen Beschluss der GV für den Bau, der ist nicht widerrufen. Drittens brauchen wir den SVW dringend oder sollen unsere Kinder auf der Straße rumlungern, leichte Beute für allerhand Gelichter, Der Verein erfüllt eine wichtige, soziale Aufgabe und deshalb ist die Erhöhung der Beiträge höchst unsozial und sollte doch von den Gemeindevertretern noch einmal überdacht werden. Auf die paar Euros kommt’s nun auch nicht mehr an, da sehe ich eine Woltersdorfer Schieflage.

Kommentare sind geschlossen.