Das Geheimnis der Alten Schule

Heute hat der Verschönerungsverein den Bürgermeister, die Amtsleiter, alle Abgeordneten,  Mitglieder und Freunde des Vereins, den Pfarrer und natürlich die Presse zu einer kleinen Zusammenkunft an der Alten Schule eingeladen. Viele waren gekommen. Geheimnis der Alten Schule in Woltersdorf

Frau Schuldt, Vorsitzende des Verschönerungsvereins, freute sich darüber, dass die Umbauarbeiten an der Alten Schule nun begonnen haben. Sie hofft, dass sie noch in diesem Jahr wieder die Alte Schule beziehen können.   Dann kam sie auf den eigentlich Grund, bei dem sie sehr geheimnisvoll tat, der Einladung zu sprechen.

Vor etwa sieben Jahren haben einige Mitglieder des Vereins und sie angefangen die Schulchronik von 1859, die in Sütterlinschrift geschrieben wurde, zu übersetzen. Dabei stießen sie im Jahr 1881 auf einen besonderen Eintrag.
Dort hieß es: „Schon seit langen Jahren waren den Bau eines größeren Schulhauses betreffende Verhandlungen geführt worden. Die Anstellung eines zweiten Lehrers hatte sich schon längst als ein unabweisbares Bedürfnis herausgestellt. Endlich konnte im Frühling des Jahres 1881 der Bau begonnen werden. Da das alte im Jahre 1852 erbaute Haus abgerissen werden sollte, so war vorläufig anderweitig eine Lehrerwohnung und ein Schulzimmer zu beschaffen. Seitens der Schulgemeinde wurde die nötigen Lokalitäten vom 1. April 1881 bis ult. März 1882 gemietet. Der Abbruch des alten und die Fundamentierungsarbeiten zum neuen Hause erfolgten unmittelbar nach der Übersiedlung des Lehrers.

Nachdem die Fundamente des neuen Schulhauses fertig gestellt waren, fand im Mai 1881 die feierliche Grundsteinlegung statt. Nach Festzug und Choral hielt der Prediger Baethge eine Ansprache und der Lehrer Barth las eine vom Prediger Baethge verfasste und auf Pergament geschriebene Darlegung der älteren und der zeitigen Ortsverhältnisse vor. Diese Schrift auf Pergament nebst einem Schülerverzeichnis und einigen Zeitungen des Tages wurden in eine Blechbüchse getan und dann durch den Maurerpolier in die dazu vorbereitete Mauerhöhle gestellt und dies dann durch einen mit der Jahreszahl 1881 bezeichneten Stein geschlossen.“

Soweit aus der Chronik. Am 02.02.2011 trafen sich in der Alten Schule Frau Schuldt, Herr Thielsch, Reinhard Hildebrandt, Herr Joecks, Herr Brüne und zwei Mitarbeiter der Firma Neyd und gingen auf Schatzsuche. Sie ließen das Mauerwerk unter dem Stein 1881 öffnen.Geheimnis der Alten Schule in Woltersdorf Nach mehreren Versuchen und einem etwas größeren Loch wurden sie fündig. Die Blechbüchse lag unversehrt noch dort, wo sie 1881 eingemauert worden war. Vorsichtig nahm man sie heraus. Die Spannung wuchs. War noch etwas drin, wenn ja, war es noch lesbar. Vorsichtig öffnete man den Deckel. Sie war voll und auch die Dokumente waren noch in einem erstaunlich guten Zustand.
Heute nun wurden diese Dokumente feierlich im Rathaussaal vorgestellt. Da konnte man die Pergamentschrift des Predigers Baethge, die Schülerliste, die Zeitschriften, eine Chronik von Rüdersdorf sehen. Man bekam fast alles getrocknet und gerettet und es  wurden soweit wie möglich Kopien angefertigt.

Geheimnis der Alten Schule in Woltersdorf Geheimnis der Alten Schule in Woltersdorf

3 Gedanken zu „Das Geheimnis der Alten Schule

  1. Bernd

    Hi Angelika und an alle die ich kenne oder nicht kenne:
    lieben Grüße aus Markendorf.

  2. Mario

    Das ist ja mal ziemlich cool. Wo kommen die Dokumente jetzt hin? Gibt es ein Heimatmuseum in Woltersdorf?

    1. Bernd

      Hallo Mario,
      die Alte Schule wird das Museum nach dem Umbau wieder beherbergen. Wir hoffen, dass die Papier bei uns bleiben können. Es gibt aber, gestellt durch die MOZ (Frau Beißer), eine Anfrage an Frau Arndt von der Denkmalpflege Oder-Spree was mit solchen Funden passiert.
      Diese sagt, dass laut Brandenburgischen Denkmalschutzgesetz der Fund hätte angezeigt werden müssen und dann die Behörde entscheidet von welchem historischen Wert er ist.
      Jetzt kann man nur hoffen, dass sie nur für die Woltersdorfer Geschichte von Wert sind und wir die Originale ausstellen können. Ansonsten, es gibt ja Kopien, aber das ist natürlich nur ein dürtiger Ersatz.
      Gruß
      Angelika

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