Das Dilemma mit den Mehrzweckhallen

Die Grünheider möchten in Hangelsberg eine Mehrzweckhalle für 3.5 Millionen bauen und beantragten Fördermittel, denn Fördermittel sind immer gut fürs Portemonnaie. Brandenburg sollte 1.2 Millionen zuschießen, der Antrag ist abgelehnt worden, obwohl sich die Hangelsberger eine hohe Priorität bescheinigten. Die Gemeinde Grünheide beschloss, dann bauen wir die Halle eben alleine. Das zieht natürlich Einsparungen und Verschiebungen bei anderen, auch wichtigen, Projekten nach sich. So war der Stand der Dinge am Jahresende 2010.

Jetzt im Februar 2011 werden die Karten neu gemischt. Die Mehrzweckhalle, wohlgemerkt da steht noch kein Stein, wird 600 TE teurer als geplant. Alles in allem wird die Halle nun 3.7 Millionen kosten, wie die bei 3.5 Mio E und 600 TE auf 3.7 Mio E kommen bleibt nebenbei das große Geheimnis der Kämmerer Gilde. Interessant sind die Gründe, das beauftragte Planungsbüro beruft sich auf die Preissteigerungen im Baugewerbe, die seit der ersten Planung und Ausschreibung eingetreten sind. Na, klingt das nicht wie in Woltersdorf, wie oft durften wir schon solchen Sprüchen lauschen. Weiter sagen die Grünheider: Damals bewarb sich kein Unternehmen auf die Ausschreibung. Nun liegt die überarbeitete Rechnung der Planer vor. Da können wir ja richtig glücklich sein, bei uns in Woltersdorf hat sich immer Einer geopfert, immer wieder, wenn Woltersdorf bauen wollte und sich niemand den Auftrag aufdrängen ließ, hat er sich geopfert. Was für ein Mann – wir sollten ihm ein Denkmal für seine Jahrzehntelange Treue errichten.

Nun bin ich doch in Woltersdorf angekommen, wollte ich heute gar nicht. Mehrzweckhalle, wollen wir nicht auch so ein Teil errichten? Einen Planer, der die Bürde buckelt, können wir auch vorweisen. Das sind doch schon Klasse Voraussetzungen und der Preis erst, unsere Halle sollte ja mal für lumpige 2.5 Mio E an uns verschleudert werden. Geplant ist sie ja schon lange, dann, siehe Baukostensteigerungen, werden die Preise inzwischen auch geklettert sein. Was ist mit den Fördermitteln, sind die noch sicher, wo überall an allen Ecken gespart wird. Ja, da ist noch die Außenanlage, ist die im Preis mit drin, oder geht’s uns da wie beim Schulgelände, wo keiner so richtig wusste, wieso keiner daran gedacht hat. Vielleicht kommen auch wir in die glückliche Lage wie die Grünheider und dürfen alles, wie viel eigentlich, selber blechen und dann können auch wir mit denen mithalten und an allen anderen Ecken einsparen und Verschieben – bis zum St. Nimmerleinstag.