Braucht das WBF Nachhilfe in Benimmse?

30. September 2015 Aus Von BerndWohlers

Frech war’s von mir, meine Einschätzung über die Kandidaten zur Bürgermeisterwahl in Woltersdorf zu veröffentlichen. An beiden Bewerbern fand ich nichts, was sie befähigen würde in Woltersdorf Bürgermeister zu werden. Gestern, im Bauausschuss, bekam ich für offene Worte und ausgeübte Meinungsfreiheit die Rote Karte gezeigt. Bei einigen, so scheint’s, sind dies demokratische Begriffe, mit denen sie wenig anfangen können.

„Unser Woltersdorf“ zeigte mir, ob meiner Einschätzung von Margitta Decker, zu meiner Überraschung, nicht die Rote Karte. Deren Mitglieder haben akzeptiert, dass ich eine eigene Meinung habe und diese nicht unbedingt mit ihren Ansichten übereinstimmt. Quasi gelebte Demokratie aus einer Ecke, aus der ich nicht unbedingt Gutes erwartete.

Ganz anders erlebte ich das „Woltersdorfer Bürgerforum“ (WBF) mit ihrem Kandidaten Stefan Grams. Hier wurden mir unzählige Rote Karten gezeigt.
Da kamen sie herein, in den Ratssaal, die Herrschaften vom WBF, teils Abgeordnete, teils Zuschauer. Ein Ehepaar, Er: „Ihnen gebe ich erst wieder die Hand, wenn Sie wieder neutral schreiben, was Sie da über Grams geschrieben haben, stimmt nicht.“ Sie: fand es auch eine Frechheit, Tag sagen, so einem, wie mir, kommt, nicht infrage. Ich versuchte noch den Mund aufzumachen, umsonst, sie wollten nichts hören, nur meckern. OK, ich erlebe es ja schon lange, schreibe ich über die Dinge, wie sie sind, tritt man unweigerlich irgendjemanden auf die Füße. Die bekannten Woltersdorfer Politstrafmaßnahmen werden unverzüglich verhängt. Alle, alle WBFler tauchten so langsam auf, alle blickten eisern durch mich durch, als wenn ich unsichtbar wäre.

Solche Politstrafmaßnahme erlebte ich schon einmal, muss rund 57 Jahre her sein, mit der FDJ, die fanden auch einmal meine Meinung über ihren Arbeiter und Bauernstaat nicht so toll. Die SED Heinis konnten auch prima durch mich durchgucken.

Bei aller Verwunderung muss ich doch dem WBF eine gesunde Gruppendynamik und Abgrenzungsfähigkeit bescheinigen. Unverzüglich haben sie das von Stefan Grams seit mindestens fünf Jahren praktizierte Verhalten ohne jeden Abstrich übernommen. Ein wenig stolz bin darauf, zeigt’s mir doch, ich bin nicht zum angepassten Jubelschreiber verkommen.

Sagt mal ehrlich, soll ich Stefan Grams wählen, der schon ein halbes Jahrzehnt durch mich hindurchguckt und jetzt behauptet er sei fähig Brücken – zu anderen – zu bauen. Soll ich jemanden wählen, dessen Fraktionsclan solches toll findet. Das habe ich gerade alles mit einem Bürgermeister Rainer Vogel hinter mir gelassen und soll es nun mit einem Bürgermeister Stefan Grams weitererleben.

Die einzige Überraschung war, wie gesagt „Unser Woltersdorf“. Wir haben uns oft gefetzt, auch schon mal vor Gericht gestritten, aber ob’s Kutzke, Hauke, Decker oder Ponsel sind, wir haben uns immer gegrüßt. Vielleicht sollte das WBF mal bei UW Nachhilfestunden in Benimmse nehmen.

War wieder keine Jubelpresse, tut mir leid, aber jubeln, wo es nichts zum Jubeln gibt, das kann ich nicht.

Ein weiteres Opfer WBS und Grams cher Manieren berichtet