Bienen retten wollen die Bayern und was wollen wir

Insekten, Bienen

Rettet die Bienen, ein Volksbegehren hat in Bayern mit einem überwältigenden Erfolg geendet. Es geht bei dem Volksentscheid letztendlich nicht nur um die Bienen, erst recht nicht nur um die Honigbienen der Imker, gemeint sind eher die Wildbienen, nein es geht um das Überleben aller Insektenarten. Die dramatische Ausdünnung der Artenvielfalt durch den Menschen, der damit das Ökosystem unseres Planeten in Gefahr bringt und letztendlich auch sich selbst. Ärgerlich sind die Bauern, völlig unverständlich, denn sie sind für ihre Landwirtschaft auf eine funktionierende Umwelt angewiesen. Was werden sie ernten, wenn ihre Pflanzen nicht mehr bestäubt werden? Gerade sie sollten das größte Interesse an einer heilen Natur zeigen.

In Bayern ist die Bevölkerung auf die Barrikaden gegangen, gegen die Zerstörung der Lebensbedingungen von Insekten, auf die Barrikaden gegen ihre eigene Zerstörung. Bereits im Sommer soll, wieder in Bayern, der nächste Volksentscheid anlaufen, für mehr Natur- und Artenschutz.

Wie sieht es eigentlich hier in Brandenburg oder noch näher in Woltersdorf aus? Angefangen hat es für Brandenburg und Berlin ganz gut mit dem Landesentwicklungsplan für die beiden Länder. Er wendet sich gegen die Zersiedlung unserer Heimat, die ansonsten anstehen dürfte. Immer mehr Berliner zieht es ins Umland. Fast genau sind es seit 1991 bis 2017 an die 802.000 gewesen die der Hauptstadt mit ihren Wohnungsproblemen und Mieten den Rücken kehrten.
Für uns in Woltersdorf sieht es ja auch nicht gerade günstig aus. Wird das ungebremste Bauen nicht ausgebremst, verschwinden auch hier immer mehr Wälder und Wiesen, womit auch hier das Insektensterben beschleunigt wird. Nicht nur Insekten, alle hier lebenden Arten sind davon betroffen. Betroffen sind auch die hier lebenden Einwohner, deren noch halbwegs heile Heimat von dieser Gemeindevertretung, der Bürgermeisterin, der Bauamtsleiterin und jede Menge herbei gebettelter Investoren bedroht wird.
Fangen wir in Springeberg an, dort lebt eine riesige Reiherkolonie. Hunderte Reiher werden verdrängt, hunderte Bäume gefällt, wenn dort ein neuer Investor, der schon da sein soll, anfängt zu bauen. Darüber wird z.Z. in der Gemeinde eisern geschwiegen.
Das TLG-Gelände an der Rüdersdorfer Straße, die Bäume sind schon lange verschwunden, die dort lebenden Wildtiere verdrängt. Der Investor steht auf der Matte, um dort eine Wohnsiedlung hochzuziehen, einige hundert Menschen werden dort wohnen, die in Berlin arbeiten und hier schlafen. Tausende Quadratmeter Boden werden neu versiegelt. Ökosystem ade.
Ähnliches gilt für die Ertel-Werft, auch da sollen diverse Wohnblocks entstehen und als Schmankerl auf einem Streifen, wo nicht gebaut werden darf und das ein Ökosystem darstellt, da soll ein Hubschrauberlandeplatz für Notfälle entstehen. Nach dem ersten Anflug gibt es dort mit tödlicher Sicherheit kein Ökosystem mehr – vom Winde verweht. Keinem Gemeindevertreter hat das auch nur ein Stirnrunzeln gekostet, bis auf einen und den haben sie über seine Ex-Fraktion zum Schweigen gebracht.

In der Schleusenstraße wurde am Krankenhaus ein Hospiz gebaut, auf einem zuvor schönen und bewaldeten Gebiet. Hoch und heilig wurde versprochen, mit Zeichnungen untermauert, die Bäume bleiben stehen. Die Kranken, die dort ihre letzten Tage verbringen, sollen es schön haben, Bäume und Sonne. Was haben die alles vom Himmel runter gefaselt. Fahren Sie mal hin, kein Baum ist mehr da, alle litten urplötzlich unter Standfestigkeitsproblemen, alle, allesamt, die mussten eben alle gefällt werden, sagte unsere Bauamtsleiterin ohne rot zu werden. Dabei haben diese Bäume über ein Jahrhundert fest in den Erden gestanden und auf einen Tag alle weg, wegen mangelnder Standfestigkeit. Jetzt heißt es aus dem Hospiz, das ist doch schön, nun können die Gäste noch am Leben teilhaben, die Straßenbahn vorbeifahren sehen und, und, und allerhand ähnliches Geschwafel. Keinem Gemeindevertreter hat der Frevel auch nur ein Stirnrunzeln gekostet, bis auf einen und den haben sie über seine Ex-Fraktion zum Schweigen gebracht.

Am Berliner Platz, die Seniorenresidenz, da sollten noch drei Stadtvillen entstehen. Zeichnungen gab es zuhauf, Zusagen massenhaft, nur gebaut wurden sie bis dato nicht. Weil die Investoren nun auf einmal kleinere Wohnungen bauen wollen, welches mit der Stellplatzsatzung kollidiert. Auch hier, die Investoren schwingen das große Wort und Geld, unsere Bürgermeisterin, unsere Bauamtsleiterin, handzahm, zogen sie für des Investors Ansinnen in die Gemeindevertung. Umsonst, einmal haben sich unsere Volksvertreter durchgesetzt, schließlich wohnen viele von ihnen da und da geht es auch um ihre eigenen Parkplätze.

Am Krähenwinkel, da wurden schon vor Jahren mit einem Harvester hunderte Bäume umgenietet, da sah und sieht es aus wie nach einem Bombeneinschlag im Krieg. Alle Tiere wurden planmäßig binnen Stunden vertrieben, damit auch die Insektenökologie empfindlich gestört und zerstört. Machen konnte die Gemeinde dagegen nichts, na ja mit ein bisserl Druck wäre schon etwas drin gewesen, aber Druck und unsere Gemeindevertretung, wo denken Sie hin. Der Waldeigentümer hielt eine Baumernte, was ihm keiner verwehren konnte. Knackpunkt, er musste die Stubben stehen lassen und binnen einer bestimmten Frist wieder aufforsten. Die Frist ist seit Jahren verstrichen, da wurde in den Jahren kein einziger Baum gepflanzt. Gesetzesbruch, wem interessiert das schon hier im Landkreis. Inzwischen ist ein neuer Eigentümer da, der will bauen, eine Wohnsiedlung mit einigen hundert Menschen. Da werden die restlichen Wildtiere vertrieben, die Insekten an die denkt sowieso keiner und wieder werden tausende Quadratmeter versiegelt.
An der Moskauer Straße soll auch etwas entstehen, da bin ich momentan noch nicht so informiert.

Woltersdorf wird sich zu einer gigantischen Schlafstadt entwickeln, bestehend aus Discountern, Schulen, Kitas und Wohnblocks. Industrie wird es nicht geben, weil unser teures Label: wir wollen Schulstandort sein das bisher erfolgreich verhindert hat. Fehler, nicht wir die Bürger, sondern unsere Gemeindevertretung will Schulstandort und Schlafstadt werden, bisher sind wir mangels menschlicher Masse nur Schlafdorf, deshalb muss alles umgekrempelt werden. Frau Dorf-Bürgermeisterin möchte wohl liebend gerne Stadt-Bürgermeisterin werden.

So sieht es aus, hier in Woltersdorf, im Landkreis, im Land. Ist wohl nirgends anders, wenn wir Investoren freie Hand lassen. Hier sollte uns der Landesentwicklungsplan helfen, die Zersiedlung, Versiegelung unserer Heimat, wenn es schon nicht verhindert werden kann, dann doch in vernünftige Bahnen zu lenken. Dachte ich ohne an die CDU zu denken.
Hier schießt auf einmal die Landes-CDU quer, ihr Vorsitzender, Ingo Senftleben. Er will Ministerpräsident von Brandenburg werden und ist er es, dann will er den Landesentwicklungsplan mit Berlin kündigen. Er sagt, der Landesentwicklungsplan wird der Lebenswirklichkeit nicht gerecht, behindert Entwicklungen. Man muss doch dieses Wachstum endlich so lenken, dass die Bevölkerung in Berlin und Brandenburg davon profitiert.
Wo die Bevölkerung profitiert, sagt er nicht. Braucht er auch nicht, wir sehen hier im Ort was das bedeutet. Landschaft platt machen, Böden versiegeln, Tiere vertreiben, Insekten sonstwohin, Ökosysteme brauchen wir nicht, Schlafdörfer hochziehen, Investoren befriedigen, Kasse machen.
Mir grault vor einem Ministerpräsidenten Ingo Senftleben von der CDU-Brandenburg. Hoffentlich teilen ganz viele Brandenburger dieses Gefühl. Kann doch nicht sein, dass die Bayern besser sind als wir.

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Ein Gedanke zu „Bienen retten wollen die Bayern und was wollen wir

  1. Neuer

    Die letzten freien Quadratmeter Natur mit Mietkasernen verbauen.
    Straßen mit Asphalt versiegeln.
    „Investoren“ herbeijubeln, um so schnell wie möglich die magischen 10.000 Einwohner zu erreichen.
    Woltersdorf wird nicht mehr der Lebens- und liebenswerte Ort sein, wenn Verwaltung und (leider) die Mehrzahl der Gemeindevertreter damit fertig sind!
    Auch hier: Befragung aller Woltersdorfer zu richtungsweisenden Grundsatzentscheidungen.

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