Bauausschuss Teil 3 – März 2012

Im Januar 2012 schrieben wir: Es ging im nächsten Punkt um Springeberg. Über die Entwicklung sollten sich die Fraktionen Gedanken machen. Auch eine Firma, die Paasche Grundbesitz AG, machte sich bereits Gedanken und deren stellvertretende Geschäftsführer Herr Kothe kam jetzt zu Wort. Die AG möchte das Gelände kaufen und dort eine Ferienanlage errichten. Teilweise sollen die Bungalows auf den alten Fundamenten entstehen, Gebäude die noch in Ordnung sind sollen erhalten werden. Die ganze Anlage wird öffentlich bleiben und der Zugang zum Wasser gewährleistet sein. Von den Bäumen möchte der Investor soviel wie möglich erhalten, es soll weniger als 50 Prozent Wald geopfert werden. Schlecht für die großen Reiherkolonien, die dort seit ewigen Zeiten ihre Nistplätze haben. Alle entstehenden Kosten werden von der AG übernommen.

Jetzt sieht es etwas anders aus, das Projekt wird größer, es soll eine Fläche von 1.7 ha gleich 17.000 qm beinhalten. Dafür muss der Zipfel „Sondergebiet Hotel Springeberg“ im Flächennutzungsplan geändert werden. Das Wohngebiet bleibt unberührt, der Wald soll zu 50 Prozent erhalten bleiben. Das sind Auflagen von der Landesplanungsbehörde Berlin/Brandenburg und der Landesforstbehörde. Der Weg zum Ufer und der Uferbereich wird öffentlich bleiben. Der historische Weg soll ebenfalls allgemein zugänglich bleiben. In der Beschlussvorlage wurde festgehalten, dass die Flurstücke 22 und 23 öffentlich bleiben und das Flurstück 24 (Bungalowdorf) der Allgemeinheit nicht zugänglich sein soll. Anmerkung: Der Beschluss steht im Widerspruch zum Angebot vom Januar im Bauausschuss, dort wurde zugesagt, dass die gesamte Anlage öffentlich zugänglich bleibt. Link zum Exposé Springeberg vom Januar 2012

Der letzte Punkt, Bauvorhaben Stolper Weg/Kiesweg. Hier möchte der Bauherr das Planungsgebiet erweitert bekommen. Das Gebiet kann dann verkehrstechnisch besser erschlossen werden. Die Landesplanungsbehörde hätte keine Einwände, es würde genug Freifläche bleiben. Die Biotopkartierung wurde ebenfalls durchgeführt, mit den dort hausenden Vögeln gibt es keine Probleme. Anmerkung: Herrlich, endlich mal Vögel ohne Probleme. Jens Mehlitz fragte: wie es denn aussehe, wenn man den Sandweg zur Rüdersdorfer Straße durchzieht, es gäbe dann eine Querverbindung vom Berghofer Weg zur Rüdersdorfer Straße. Dietrich Joecks wurde trotz vorgerückter Stunde putzmunter und verkündete: Laut jüngster Orientierung meines Dienstherrn, beabsichtigt er nicht dort eine Verbindung herzustellen. Dieses Thema sollte nicht zum Thema des Bebauungsplans gemacht werden. Auch Edgar Gutjahr schreckte hoch: Das geht jetzt zu weit, wir wollen uns jetzt nur über den vorliegenden Plan unterhalten. Jens Mehlitz war damit nicht zufrieden, da wurde er in gewohnter Manier der Bauausschuss-Vorsitzenden abgewürgt: Den Punkt lassen wir raus. Jetzt kommt etwas ganz merkwürdiges, Monika Kilian fragte, wer ist der Bauträger. Da hat sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Planerin, Frau Haß, wusste nicht für wen sie plant, Herr Joecks konnte auch nichts zur Aufklärung beitragen, wusste aber, dass der unbekannte Bauträger die zehn Prozent Erschließungsanteil der Gemeinde übernimmt. Plötzlich Erleuchtung, der Bauträger könnte die Firma Venture 2000 GmbH sein. Obwohl alles nebulös war, stimmten die Abgeordneten in der Mehrzahl dem, von dem sie nichts wussten, zu, sie wollten endlich nach Hause.

Top 10: Baumkontrolle 2011, fiel der fortgeschrittenen Zeit, es war bereits 23:00 Uhr, zum Opfer und kommt auf die nächste Tagesordnung.

  1. Schnieber

    Der Artikel zum B-Planverfahren hat mich zuerst zum Lachen gebracht :-).

    Dann aber habe ich mir die Frage von Frau Kilian noch einmal durchge-lesen. Sie fragte nach einem Bauträger! Nun, diese Frage können auch wir nicht beantworten, da jeder neue Grundstückseigentümer sich seine Hausbaufirma selbst aussuchen kann.

    Wir, die Venture 2000 MK GmbH, sind zum großen Teil Eigentümer der überplanten Flächen, die zum B-Plangebiet „Stolper Weg/Kiesweg“ gehören.

    Die Frage von Herrn Mehlitz halten wir für berechtigt. Wir haben vor Jahren
    mit dem damaligen Bürgermeister die Verlängerung des Sandweges zur Rüdersdorfer Str. hin besprochen und dazu bereits Vermessungsaufträge erteilt. Auf diesen Kosten sind wir bislang „sitzen“ geblieben. Gern würden wir auch diesen Punkt einmal öffentlich zur Sprache bringen; dazu bedarf es aber engagierter Gemeindevertreter und „Berufene Bürger“.

    Wolfram Schnieber

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