Bauausschuss Jan. 2011 – Teil 1

Herr Joecks berichtete über die aktuellen Aufgaben des Bauamtes. Er startete mit dem Umbau des Alten Rathauses, wo sich Zusatzleistungen abzeichneten, die Herr Wendt genauer erläutern würde. Er brachte dann den Abriss des Kommunalen Küchenbetriebes, die Außenanlagen und das Dach des Flachbaues FAW zur Sprache, wo gewaltige Mehrkosten entstehen. Darüber haben wir ausführlich im Sozialausschuss Jan 2011 Teil2 berichtet. Die Absturzsicherung im Aussichtsturm ist noch in Arbeit. Es folgte die Stützmauer an der Kirche, da würde Herr Brüne berichten. Die Drainageleitung in der Mittelstraße / Puschkinstraße / Waldstraße kollabierte an mehreren Stellen. Die Ursache ist im wachsenden Wurzelwerk zu suchen und müsste in Zukunft besser kontrolliert werden. Im Bereich Liegenschaften wurden 2010 neun Grundstücke im Entwicklungsgebiet für 380 TE, im Umlagegebiet drei Grundstücke für 111 TE und im Bebauungsplangebiet Karl-Liebknecht-Straße neun Grundstücksanteile für 32.300 Euro verkauft.

Frau Prof. Böhm läutete den heißgeliebten Haushaltsplan 2011 ein. Ein teurer Brocken wird der Umbau des Alten Rathauses. Den Vortrag hielt Herr Wendt, ein bisschen viel Zahlensalat, den er im rasenden Tempo, nuschelnd absolvierte. Beim Umbau der Heizungsanlage konnten 1200 Euro eingespart werden, die wurden aber gleich wieder bei der Bauheizung verheizt. Die Elektroanlage war mehr marode als gedacht und bescherte Mehrkosten von 12.600 Euro. Die Außenanlage des Rathauses, Beleuchtung, Stellplätze und ein zusätzlicher E-Verteiler im Keller sollte ursprünglich 50 TE kosten, jetzt werden es 12.500 Euro mehr. Beim Aufnehmen der Dielung wurde festgestellt, die muss raus, weil das zu DDR Zeiten benutzte Holzschutzmittel immer noch ausgast und stinkt. Was das zusätzlich kostet, darüber schwieg der Vortragende. Ein Deckenbalken musste entfernt werden und das Abfangen verschlang 2000 Euro zusätzlich. Obendrein brauchen sie jede Menge mehr Putz, als geplant, weil das alte Zeug bei den Arbeiten von den Wänden fällt, wir dürfen uns über 8000 TE Mehrkosten freuen. Der Vortrag näherte sich einem Highlight, die Dachflächenfenster waren mangelhaft eingebaut worden und müssen nun nachgedämmt und mit Unterspannbahnen nachgebessert werden. Ein Fenster ist so marode, dass es ausgetauscht werden muss, wir dürfen dafür 6300 Euro Steuergelder verwenden. Summa Summarum, kommt Herr Wendt auf Mehrkosten von 60.150 Euro. Nun wurden ungeheuer schnell Zahlen in den Raum geschleudert, so schnell funktionieren menschliche Ohren nicht, wir versuchen es mal. Es ging um die Zusammensetzung von 82 TE für die Außenanlage die sich irgendwie aus 61 TE aus dem Bestand und 20 TE aus schlechter Ausschreibung zusammensetzen sollen. Er schmiss eine Summe von 73 TE als Ausschreibungsergebnis in den Raum, wohin wir die sortieren sollen, wissen wir nicht. So einen chaotisch schlechten Vortrag konnten wir seit langem nicht mehr genießen.

Unsere Abgeordneten waren nicht begeistert, irgendwie fanden sie die Preise der einstigen Ausschreibung und das jetzige Ergebnis hanebüchen. Mit der Außenlage waren sie so nicht einverstanden und stimmten dem Betrag nur mit Sperrvermerk zu. Die Abgeordneten fanden, dass das Planungsbüro die jetzt festgestellten Rathaus-Probleme, die nun so viel Geld mehr verschlingen werden, schon bei der Planung hätte erkennen müssen. Göttlich war dann die Eierei von Herrn Gifhorn: Der Bau hat sich verändert, er wurde ja noch genutzt. Dann legte er los, es gibt keine Position die man zu 100 Prozent berechnen kann, mal liegen die Kosten bei 20 und mal eben 400 Prozent daneben. Er beleuchtete die einzelnen Positionen, rechnete da hoch und anderer Stelle wieder runter, eben eine Achterbahn der Zahlen. Im Dezember hatte er allerdings noch signalisiert, dass er im Budget bleibt. Er plauderte munter weiter: Es gab Planungsänderungen, ein Raum vergrößert, Räume anders zugeschnitten, im Ratszimmer wurde eine Wand abgebrochen. Das mit der Beleuchtung der Außenanlage hat er nicht so massiv gesehen, man könnte da ja sparen. Er hat viele Worte gemacht, erklärt aber im Grunde nichts.

Über Dach Flachbau und Außenanlage Schule, hatte Herr Wendt schon berichtet (Sozialausschuss Jan 2011 Teil2). Zur Außenanlage befragt, erzählte Gifhorn. Stimmt alles nicht, er hat die Abgeordneten gut unterrichtet, er verwehrt sich dagegen schlecht informiert zu haben. Dann erklärte er den in dem Punkt ahnungslosen Abgeordneten, dass in den Kosten des Schulneubaus auch eine geringe Summe für eine minimale Außenanlage enthalten ist. Ansonsten zog er sich auf die Behauptung zurück, dass es damals eine Trennung zwischen Außenanlage und Gebäude gegeben hat. Für das eine sei das Büro Höhn zuständig, er, Gifhorn nur für das Gebäude.

Wieso kann man vorher nicht feststellen, dass ein Fenster marode ist? Wieso kann man nicht vorher die Querschnitte der Elektrokabel ansehen? Wieso kann man nicht vorher an einer Ecke den Boden anheben? Wieso sieht man nicht vorher, dass der Putz von den Wänden fällt? Und, und, und!!! Hier drängt sich das Gefühl auf, erst mal billig rechnen und anfangen. Hat der Bauherr erst mal A gesagt muss er später auch B sagen, oder sitzt mit einer Bauruine da. Ebenso die Außenanlage des Schulgeländes, wo habe ich jemals gehört, dass an einer Baustelle, mehrere Planer nebeneinander, jeder für sich plant, und keiner weiß vom Anderen. Auf Baustellen gibt es immer einen der den Hut fürs Ganze auf hat. Wer trägt hier den Hut?

Die Stützmauer wurde andiskutiert, ergebnislos abgebrochen und soll demnächst entschieden werden.

  1. Karlemann

    Da soll es einen Wendt geben, der, in früherer Stellung, Bauleiter bei Gifhorn gewesen sein soll 🙂

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