Bauausschuss 04. 2019 – Teil 3; Wieder mal Investoren streicheln

Punkt 8. Beratung zu Pflanz- und Pflegepatenschaften auf kommunalen Flächen der Gemeinde Woltersdorf durch Ehrenamtliche
Kerstin Marsand erklärte, dass sich vor einiger Zeit eine Bürgerinitiative „Woltersdorf blüht oder blühendes Woltersdorf“ gegründet habe, die sich als Ziel gesetzt haben, den steigenden Verlust von Insektenarten und anderen Wirbellosen durch Insektenfreundliche Pflanzungen entgegenzuwirken. Angeregt wurde das durch das erfolgreiche Volksbegehren in Bayern „Rettet die Bienen“. Im Landtag gab es einen Insektenkongress. Die BI möchte in Woltersdorf die Artenvielfalt auf öffentlichen Flächen erhöhen. Es gab bereits Nachfragen nach Pflanz- und Pflegschaften. Es gebe Unternehmen die wollen auf einer größeren Fläche den Spielsand kostenlos austauschen, andere wollen vor ihren Grundstücken die öffentlichen Flächen bepflanzen und pflegen. Das alles geschehe ehrenamtlich, wie Bewässerung, Unkrautbeseitigung oder die eigenständige Bepflanzung öffentlicher Flächen.

Der Antrag auf Partnerschaft wurde vorbereitet und soll so schnell wie möglich auch auf die Homepage der Gemeinde eingestellt werden, er kann aber auch im Rathaus geholt werden. Dann werde mit dem Bürger oder Gruppierung oder wie auch immer, ein Vertrag abgeschlossen dem eine Pflanzliste beigefügt wird. Eine Pflanzliste deshalb, damit die Stauden und Gräser, die gepflanzt werden, zum Standort passen. Als Beratungspartner stehen in der Verwaltung die Abteilung Liegenschaft, Straßen- und Tiefbau und das Ordnungsamt sowie die GWG zur Verfügung.

Stefan Bley fand das Projekt toll hatte aber Bedenken in Punkto Verträge, denn viele würden sich durch Verträge abschrecken lassen. Er fragte nach, ob ein Vertreter der BI anwesend wäre. Leider war keiner da. Kerstin Marsand erklärte, das mit der BI darüber gesprochen und verschiedenen Vertragsvarianten mit ihnen beraten wurde. Es bestehe bei diesem Vertrag die Möglichkeit, dass er jederzeit aufgelöst werden kann.
Dieter Gresse fragte, ob es Einschränkungen gebe und Kerstin Marsand erklärte, dass jedermann mitmachen könne.
Jens Mehlitz meinte trocken, dass er dann bisher illegal vor seinem Grundstück aufgeräumt hätte und Kerstin Marsand flachste zurück, dass das lediglich eine Ordnungswidrigkeit gewesen wäre, keine Straftat.
Askell Kutzke fand es einen guten Weg und fragte nach Pflanzenarten.
(Anmerkung: Der Gute muss irgendwo nicht ganz bei der Sache gewesen sein, denn Kerstin Marsand hatte schon von Pflanzlisten gesprochen)

Kerstin Marsand erklärte ihm, dass es Pflanzlisten für die verschiedenen Standorte in Woltersdorf gebe werde. Wilhelm Diener wollte wissen ob es größere Flächen ginge und Kerstin Marsand meinte, dass das vertraglich geregelt werde.

Jelle Kuiper war begeistert, dass das alles so schnell über die Bühne gegangen wäre.
(Anmerkung: Dabei sind wohl in Woltersdorf seit der Wende noch nie so viele Bäume, in so kurzer Zeit der Kettensäge und dem Harvester zum Opfer gefallen, wie unter der Ägide des GRÜNEN Ex-Bürgermeisters Vogel. Es ist zum kringeln, wie die Grünen immer retten wollen und das Wollen dann ins Gegenteil verwandeln. Es kann aber so weitergehen, Vogel strebt nach einem Sitz in der Gemeindevertretung)

Punkt 9. Projektmanagement im Bau-Planungsamt – Sachstandsbericht
Kerstin Marsand verwies auf die vorliegende Projektliste und wollte wissen ob es dazu noch Fragen gebe.

Jens Mehlitz wollte etwas zu den Bäumen am Hospiz wissen. Kerstin Marsand verwies auf die Erklärung von Angelika Behm im Sozialausschuss. Im hinteren Bereich mussten nach der Aussage von Angelika Behm mehr Bäume gefällt werden als angedacht waren und diese werden durch Neupflanzungen ersetzt. Der vordere Bereich Richtung Schleusenstraße wird neugestaltet.
(Anmerkung: Frau Marsand, das reicht nicht. Das ist zu lapidar beiseite gefegt. Hier schimmert durch, dass Sie wohl einzig die Interessen des Hospiz im Auge haben, nicht die der Gemeinde Woltersdorf. Es wurde mit vielen Bäumen geplant und großartig versprochen, dass die stehen bleiben. Jetzt sieht das Gebliebene aus wie eine Mondlandschaft. Behandeln Sie bitte die Gemeinde nicht wie ein Kleinkind)

Dieter Gresse fand das so nicht in Ordnung. Er moniert, dass Investoren Projekte vorstellen und dabei zusagen, dass die Bäume nicht gefällt werden. Die Gemeindevertreter stimmen dann zu, weil man denen glaubte. Dann waren auf einmal alle Bäume weg. Das konnte jeder feststellen. Jetzt wird zugesagt, das Neue gepflanzt werden. Warum wurde so etwas nicht vorher gesagt, dann hätte es keine Baugenehmigung gegeben. Kerstin Marsand verwies auf die hintere Reihe der Bäume Richtung Kalksee, die wären stehen geblieben. Dieter Gresse widersprach und meinte dass es darum nicht gehe, sondern das es damals hieß, dass muss nicht sein. Es wurde hier ein Bild vorgegaukelt, das der Realität nicht standhielt.
(Anmerkung: Es wäre nicht so schlimm, wenn unsere Gemeindevertreter in den Verträgen alles genau, auf den Punkt, mit einem Pflichtenheft festzurren würden und nicht diese Wischi-Waschi Verträge absegnen würden, wie sie in letzter Zeit üblich sind und die in der Hauptsache die Interessen der Investoren berücksichtigen und Woltersdorf immer dumm aus der Wäsche glotzt. Jeder private Konzern würde bei dieser kindischen Arbeitsweise schnurstracks in die Insolvenz marschieren)

Jens Mehlitz fragte nach dem Werksvertrag mit der GWG und erhielt die Antwort, dass Herr Kiesewetter dran wäre.

Stefan Bley interessierte sich für den Naturerlebnisgarten, ob es da irgendwelche Fristen gebe. Kerstin Marsand erklärte, dass es Aufgaben und Pflichten gebe, die der Vorhabenträger leisten muss aber Fristen dafür gebe es nicht.
(Anmerkung: Quasi ein Beispiel für schlampige Vertragsgestaltung, warum keine Fristen. Dann braucht es doch erst gar keiner Verträge. Wieder zugunsten des Investors)

Woltersdorf – Ein giftiges Naturerlebnis?


Schon etwas her, aber ich bekomme immer noch eine Gänsehaut wenn ich diese Bilder anschaue.
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Askell Kutzke fragte nach den Stadtvillen am ALEXA und ob es für die Stellplätze schon Lösungsansätze gebe. Kerstin Marsand meinte, dass das noch der offenen Punkt wäre. Der Platz für Stellplätze würde nach der Stellplatzsatzung nicht ausreichen. Der Seniorenbeirat habe ermittelt, dass eine Stellplatzschlüssel, 1 Stellplatz für 2 Wohnungen, ausreiche. Das wurde aber im Bauausschuss so nicht gewollt.

(Anmerkung: Der Seniorenbeirat ist nicht im geringsten in der Lage, fachlich irgendwelche Ermittlungen im Baubereich und Straßenverkehrswesen durchzuführen. Auch wenn deren Sprecherin meint sie sei dazu in der Lage. Sich dieses Meinungsbreis zu bedienen, sehe ich als schon mehr wie fahrlässig an und es schielt augenscheinlich schon wieder darauf ab dem Investor dienlich zu sein. Frau Marsand, Sie sind von Woltersdorf eingestellt und sollen die Interessen Woltersdorfs vertreten und nicht unbedingt die Wünsche der Investoren erüllen. Hier läuft etwas gewaltig schief in Woltersdorf für Woltersdorfs Zukunft)< Teil 3/3

Ein Gedanke zu „Bauausschuss 04. 2019 – Teil 3; Wieder mal Investoren streicheln

  1. Alte Woltersdorferin

    Ich wünsche dieser neuen Bürgerinitiative „Woltersdorf blüht oder blühendes Woltersdorf“
    viel Sach- und Fachverstand für heimische Artenvielfalt unserer regionalen Flora und Fauna, auf dass der „steigende Verlust von Insektenarten und anderen Wirbellosen“ u. a. nicht durch Monokultur sich fortsetzt. Denn gerade mit der umweltvernichtenden „Unkrautbeseitigung“ (einer typisch deutschen Reinlichkeit) fehlt es den Insekten an Nahrung. Und, sage mir bitte einer mal, was man unter UN-Kraut verstehen solle. Ich kenne nur Wildkräuter, Heilkräuter, Küchenkräuter. Das sind Pflanzen und Kräuter, denen die Blüten, Blätter oder Wurzeln fast alle nicht nur den Insekten und Tieren als Nahrung dienen, sondern in nützlicher Dosis auch dem Menschen zur Heilung und Gesunderhaltung.
    Ich weiß ja nicht, was heutzutage in den Schulen so in den naturwissenschaftlichen Fächern noch an nützliches Wissen gelehrt wird, aber zu meiner DDR-Schulzeit lernten wir noch die Auswirkungen auf alles Leben, wenn die Fresskette (vom Einzeller zum Vielzeller, von der Mikrobe bis zum Menschen) unterbrochen werden würde. Dass dann das ökologische Gleichgewicht zu aller Nachteil kippen würde.
    Wenn es nach Ansicht von Bauamtsleiterin Marsand und auch einigen anderen inkompetenten Abgeordneten ginge, wäre ganz Woltersdorf schon mit scheußlichen Wohnsilos, Straßen und Parkplätzen zubetoniert, wäre jedes Herbstblättchen abgesammelt, jedes Wildkraut mit Pestiziden getilgt und stünden noch mehr Funkmasten in jeder Straße.
    Wenn die Würmer, Käfer und Vögel keine Nahrung mehr finden, dann kippt das ökologische Gleichgewicht! Stattdessen andere Fressfeinde dann die Lücke füllen. Wir leben hier in einer wasserreichen Gegend, wo dann Mücken und Fliegen uns Menschen plagen würden.
    Die Bienen sterben an Hunger mangels einheimischer, artenreicher Blüten, an Umweltgiften, an Vertreibung durch Rauch von Grill- und Lagerfeuer, durch Schallwellen (Lärm) und auch durch zunehmend flächendeckend niederfrequente Funkstrahlen von ortsfesten Funkanlagen.
    Das Bienensterben ist ja „nur“ ein offensichtliches Anzeichen dafür, dass mit dem heimischen Artensterben, auch bald wir Menschen in Deutschland reduziert werden.

    „Als Beratungspartner stehen in der Verwaltung die Abteilung Liegenschaft, Straßen- und Tiefbau und das Ordnungsamt sowie die GWG zur Verfügung“, hieße ja sprichwörtlich, „die Böcke und Ziegen zu Gärtnern“ machen. Allen voran die sachkundige Bauamtsleiterin mit einer Pflanzenliste auf einem kleinen Notizzettel. Ein verspäteter Aprilscherz?

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