Bankensteuer für die Armen

In Ecuador sind die Banken seit 1999 von der Mehrwertsteuer befreit. Jetzt wird dort eine Bankensteuer eingeführt, die Nationalversammlung beschloss es mit großer Mehrheit. Mit dem Gesetz will die Regierung die Banken an den Sozialausgaben beteiligen. Geschätzte 164 Millionen Dollar sollen an 1.2 Millionen arme Familien umverteilt werden.

Ecuador möchte die Armut im Land mildern. Eine Bankensteuer in Deutschland, um die Sozialausgaben in den Griff zu bekommen, wäre das nichts? Zahlen doch deutsche Banken auf die meisten Dienstleistungen keine Umsatzsteuer. Ich bin ich dafür, dass die Banken ein bisserl helfen, die Armut im Lande zu lindern. Ließen und lassen sie sich doch auch fürstlich helfen, wie der folgende zwei Jahre alte Artikel aufzeigt.

Zitat Financial Times Deutschland vom 23.04.2010: „Eindrucksvoll ist, was die Bundesbank diese Woche veröffentlicht hat. Danach sind die deutschen Staatsschulden seit Ausbruch der Finanzkrise in einem regelrechten Schub um rund 180 Mrd. Euro hochgeschnellt. Und die noch beeindruckendere Zahl: Sage und schreibe 98 Mrd. Euro davon gingen für Bankenrettungspakete drauf. Anders gesagt: Mehr als die Hälfte der neuen Lasten, die wir unseren Kindern hinterlassen, stammen aus dem Versuch, die Finanzbranche vor dem Totalschaden zu bewahren. Wobei Bürgschaften und sonstige Kollateralschäden der Finanzkrise für den Staatshaushalt noch gar nicht eingerechnet sind.“