Auf dem Campingplatz zu Besuch

der Woltersdorfer Ausschuss für Gemeindeentwicklung

Meine Eindrücke vom Ortstermin des Ausschusses für Ortsentwicklung auf dem „Campingplatz Flakensee“ am 05.06.2021 gemäß Beschluss vom 04.05.2021

Zunächst war ich überrascht, dass so viele Ausschussmitglieder, also gewählte Gemeindevertreter und „sachkundige Bürger“ erschienen waren. Einschließlich interessierter Bürger waren das ca. 20 Personen, die sich bei einem Rundgang einen Eindruck vom Campingplatz der Familie Staschinski verschaffen wollten. Selbst die Ausschussvorsitzende gestand zu Beginn, dass sie den Campingplatz nicht kennt und bat die Bauamtsleiterin Marsand um einleitende Worte. Diese trug nahezu das Gleiche vor wie in der Sitzung vom 04.05.21. Auf das wirkliche Anliegen dieses Ortstermins, nämlich dass sich die Ausschussmitglieder vor Ort einen Überblick verschaffen sollten, damit sie dann in der nächsten Sitzung am 22.06.21 sachkundig über den seit über fünf Jähren vom Eigentümer gestellten und mehrmals angemahnten Antrag zur Aufnahme des Campingplatz in den FNP und den am 16.02.21 von der Hr. Ponsel eingebrachten aber immer noch nicht beschlossenen Antrag zur Einleitung von Maßnahmen zur Aufnahme des Campingplatzes, der Badestelle incl. Liegewiese und der Maiwiese in den FNP, ging sie überhaupt nicht ein. Stattdessen wiederholte Fr. Marsand Ihre berühmten ablehnenden Statements zum gestellten Bauantrag für den Ersatzneubau der Rezeption und wiederholte Ihre schon in 11/2016 und auch am 04.05.21 vorgetragenen nicht zutreffenden Aussagen, z. B., dass angeblich größere zu bebauende Flächen als gegenwärtig in Anspruch genommen werden und dass man vorhabe habe, in diesem Ersatzneubau ein Restaurant und Wohnungen einrichten wolle. Brandneu war ihre Einlassung, dass es zum Ersatzneubau Rezeption ein Mediationsverfahren, in dem Einigung über die Bebauung gegeben habe. Das muss ohne die Beteiligten stattgefunden haben. Dem Eigentümer ist darüber nichts bekannt, obwohl es um ihn geht. Dann wiederholte sie die wohl haltlosen Anschuldigung, dass auf dem Campingplatz illegale Holzungen vorgenommen wurden und dass die Forstbehörde das verfolge.
Nun konnte der Mitarbeiter des Campingplatzes, Herr Richter, nicht mehr stillhalten und forderte Fr. Marsand auf, Warheit und Vermutungen nicht in einem Topf zu werfen. Der Eigentümer des Waldes ist berechtigt und verpflichtet notwendige Fällarbeiten durchzuführen und die Forstbehörde verfolgt keine illegalen Holzungen, weil es diese nicht gibt.

Hr. Ponsel machte Fr. Marsand klar, dass es bei dem Antrag seiner Fraktion FDP/FBW nicht nur um den Campingplatz, sondern mit gleicher Dringlichkeit um die Badestelle mit Liegewiese und die Maiwiese geht und dass sich die Verwaltung dazu ebenso noch nicht geäußert habe und dass es mehr als Zeit wird, dass das Bauamt aktiv wird.
(Anmerkung: Das Bauamt ist sehr aktiv, tritt seit über fünf Jahren auf der Stelle und meint es brauche mehr Zeit, vollkommen überlastet)

Endlich ging es los, die Gruppe bewegte sich, besichtigte den Campingplatz, die Zaunführung, das 2009 fertig gestellte großzügig und moderne Sanitärgebäude, schauten sich die 3.000 m² Waldfläche an und diskutierten eifrig über allerlei Probleme und Widrigkeiten mit den Behörden, die Herr Staschinski den Teilnehmern zum Besten gab.

Auch die Aufnahme des Campingplatzes in den FNP wurde diskutiert. Wurden früher unendlich Gründe dagegen gesucht, war heute in entspannter Atmosphäre zu bemerken, dass sich einige Teilnehmer im Angesicht des schönen Platzes neu orientierten. Mit dem Campingplatz wurde ja auch ein touristisches Aushängeschild für Woltersdorf geschaffen und er soll blühen und gedeihen. Der Betreiber möchte weiter investieren und wünscht sich, dass sich die Gemeinde nun zum Campingplatz Flakensee bekennt und ihm die notwendige Investitions-und Betriebssicherheit verschafft, indem der seit Jahrzehnten existierende Zeltplatz, der nun Campingplatz heißt, in den FNP aufgenommen wird. Mehr nicht!
(Anmerkung: An sich dürfte das kein Problem sein, hat doch die Gemeinde die Aufnahme in den FNP bei diversen neu im Ort aufgetauchten Investoren sehr schnell und preiswert realisiert. Sich gegen seinen schon vorhandenen Tourismus-Hotspot zu stellen, warum? Wozu haben wir dann eine Stelle im Rathaus für Tourismus, wenn wir gar keinen Tourismus wollen? Irgendwann, irgendwie wurden hier wohl in der Vergangenheit die Weichen falsch gestellt. Zum Glück – Weichen lassen sich problemlos umstellen.

cp-flakensee

Flakensee, gesehen vom Campingplatz

Von den 3,1 ha Grundstücksfläche des Campingplatzes werden nur ca. 2,0 ha für die Funktion Camping genutzt. Die ca. 1,1 ha nicht nutzbare Fläche entfällt auf den frei gehaltenen Fontane-Uferwanderweg, die Böschung zur Seeseite, die Einräumung der Nutzung des Waldweges angrenzend zur Gemarkung Erkner und auf eine baumbestandene Fläche, die die Forstverwaltung noch nicht aus dem Waldgesetz entlassen hat.
Daraus entstand ein reger Gedankenaustausch zwischen Bauamtsleiterin F. Marsand und Hr. Stauch (SPD) auf der einen Seite und Hr. Richter vom Campingplatz auf der anderen Seite. Man diskutierte, welchen Wert es für den Betreiber habe, dass er der Gemeinde das Wegerecht für den Uferwanderweg eingeräumte. Hr. Richter sagte, dass dies die Bedingung der Gemeinde war, als die Gemeinde dem Eigentümer den Grund und Boden verkaufte. Dieses Recht ist folglich zu Gunsten der Gemeinde im Grundbuch abgesichert worden. Marsand und Stauch meinten, dass dies ein Muster ohne Wert wäre, denn wenn der Eigentümer irgendwann den Campingplatz verkaufen würde, ginge dieses Recht der Gemeinde verloren und verwiesen auf derartige Probleme in Potsdam und Bad-Saarow. Hr. Richter stellte den juristischen Sachverhalt klar, etwas kompliziert dar, Jura ist kompliziert. Deshalb habe ich es in der Anmerkung aufs notwendigste heruntergebrochen.
(Anmerkung:Jeder Hausbesitzer weiß Rechte und Pflichten, die im Grundbuch stehen, sind unabhängig vom jeweiligen Eigentümer und können nur in Übereinstimmung geändert werden. Bei Verkauf bleiben sie unverändert bestehen.)

Jedenfalls waren etliche Ausschussmitglieder erstaunt, dass der nicht eingezäunte Geländestreifen den Waldweg angrenzend zur Gemarkung Erkner mit einschließt, obwohl diese Fläche mit zum Eigentum und somit zum Campingplatz gehört. Dass diese eingeräumte Pufferzone so groß ist, hat doch überrascht. Einige Ortskundige hatten angenommen, dass die Zaunführung die Grundstücksgrenze wäre. Deshalb gab es auch Verwirrung, dass die Forstverwaltung den hinteren eingezäunten Bereich, der noch dem Geltungsbereich des Waldgesetzes unterliegt, nicht freigibt, damit diese Fläche auch wirtschaftlich für Camping genutzt werden kann.

Angenehm überrascht habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Gruppe einen positiven Eindruck vom Campingplatz und der Arbeit der Betreiber gewonnen haben. Es bleibt zu hoffen, dass sich auch die Gemeindevertreter am 22.06.2021 zum Antrag der Fraktion FDP/FBW aktiv bekennen.
Die Camper leben auf dem Campingplatz nicht auf einer isolierten Insel, sondern nutzen durchweg die Infrastruktur von Woltersdorf, d. h., sie kaufen hier täglich ein, besuchen Gaststätten und Caffes, fahren mit der Straßenbahn nach Berlin zurück, besichtigen unseren Aussichtsturm, leihen Boote aus. Zu gut Deutsch, sie lassen eine Menge Geld in Woltersdorf, welches die Unternehmen sicherlich gut gebrauchen können. Erst recht nach dieser langen Corona Durststrecke.