Arme S-Bahn Berlin

Nach dem 9.Januar 1984 wurde das marode Westberliner Streckennetz der S-Bahn von der BVG übernommen und saniert. Ab der Wende haben Reichsbahn und BVG die S-Bahn bis Ende 1993 gemeinsam betrieben. Die Reichsbahn und die Bundesbahn heirateten zum Jahreswechsel und firmiert seitdem als Bahn AG. Das Hochzeitsgeschenk war üppig, sie bekam die von der BVG für 2,2 Milliarden DM sanierte S-Bahn. Dann der Abstieg, seit 1995 rumpelt die S-Bahn Berlin GmbH als Stieftochter von Mutter Bahn AG jedes Jahr schlechter durch die Botanik.

Die inzwischen heruntergewirtschaftete S-Bahn fährt nach unzähligen Pannen und Pleiten immer noch nach der Eieruhr. Mal sinds die Räder, mal die Achsen. Dass der Fahrplan eher als astrologisches Manifest zu verstehen ist, dafür ist jetzt das schlechte Wetter zu schelten. Wetter gibt es in Deutschland schon immer, früher haben die Reichsbahner gewusst, dass auf jeden Sommer ein Winter folgt. So ist die S-Bahn vor, während und nach dem Krieg, in der DDR, erfolgreich und pünktlich durch alle Jahreszeiten gefahren.

Jetzt möchten Einige die S-Bahn wieder mit der BVG vereinen und dann? Warum haben eigentlich Politiker die zuverlässige S-Bahn der BVG weggenommen und der Bahn AG in den Rachen geworfen? War das politische Weitsicht von der ich keinen Schimmer habe?