Anliegerversammlung Schleusenstraße – Teil 2

Die Anliegerversammlung begann mit dem Vortrag von Herrn Kaufmann vom Planungsbüro PFK aus Hoppegarten. Er zeigte Bilder vom desolaten Zustand des Pflasters in der Schleusenstraße. Von Wurzeln angehobene Steinplatten, fehlendem Pflaster und geborstene Platten. Der in den 20er Jahren gebaute Gehweg, nun fast 100 Jahre alt, harre auf Erneuerung und die ist nah, wenn’s so läuft wie geplant. Geplant sei ein gemischter Geh- und Radweg von, wenn möglich, 2 Metern Breite, das Pflaster besteht dann aus Betonsteinen von 20×20 Zentimetern. Die Zufahrten der Grundstücke müssen angepasst werden und eine energiesparende Straßenbeleuchtung ist auch vorgesehen. Die Bäume sollen soweit irgend möglich erhalten bleiben, um sie sollen vom Pflaster freie Räume bleiben. Er zeigte Bilder, wie es schon in Neuenhagen praktiziert wurde.

Soweit Herr Kaufmann, danach waren die Bürger dran, leider waren nur um die 30 Anwohner gekommen. Ein Bürger fragte, was denn mit den Flächen des Gehwegs sei, die sich nicht im Eigentum der Gemeinde befinden. Frau Hoffmann erklärte, die Gemeinde habe den Anspruch diese Flächen zu nutzen, ebenfalls sagte sie, dass der Gehweg und die Beleuchtung in das Eigentum der Gemeinde übergehe. Amtsleiter Joecks sprach von einer Abschreibungsdauer von 30 Jahren, für die Rücklagen, auch für die Instanthaltung, gebildet werden müssten. Armin Schramm wollte u. a. erfahren, warum nicht gleich beide Seiten der Schleusenstraße gemacht werden, eine Antwort gab es darauf nicht.

Mehrere Bürger wollten wissen, warum denn nicht das alte Pflaster aufgenommen und neu verlegt würde. Herr Kaufmann stellte eine Rechnung auf, wie teuer das wäre, Steine aufnehmen, sortieren, Fehlmengen ergänzen und das Ganze neu setzen. Allein für den Quadratmeter altes, kleines Pflaster setzen, rechnete er mit 30 bis 35 Euro. Die Frage, was denn das Setzen eines Quadratmeters neues Pflaster kosten würde, konnte er nicht beantworten.

Frau Hoffmann kam zu den Kosten, die auf die Anlieger, auch auf die der Westseite der Schleusenstraße, zukommen. Die Bürger müssen 10 Prozent der Beleuchtung, 50 Prozent der Grünflächen und beim reinen Gehweg mit 60 Prozent (Geh- und Radweg 40 Prozent) rechnen. Die Kosten für die Zufahrten müssen die Anlieger allein tragen, geschätzte 60 bis 80 Euro pro Quadratmeter. Die Umlage für die Anlieger richtet sich nach der Grundstücksgröße, die vorläufige Kostenschätzung beläuft sich auf 1,00 Euro/Quadratmeter Grundstücksgröße. Für die Umlage werden auch die Anlieger der Westseite der Schleusenstraße herangezogen.

Aufstellung der Baukosten für den Geh- und Radweg auf der Ostseite der Schleusenstraße:

Kostenplan in Euro
Baustelleneinrichtung 6.250,00
Gehweg 63.381,50
Zufahrten 13.014,00
Grünflächen 6.570,00
Beleuchtung 41.610,00
MwST 19% 24.856,85
Brutto 155.682,35

Mein Eindruck war, die anwesenden Bürger stehen der Planung reserviert bis ablehnend gegenüber. Nicht ganz zu Unrecht finde ich, dazu später ein Kommentar. Wer möchte, kann sich die Unterlagen von mir als PDF Datei per Email zuschicken lassen.

    1. Bernd

      Weil die Anlieger der Westseite zu denen gehören die (angebl.) einen wirtschaftlichen Vorteil davon haben. Es sollen alle herangezogen werden, deren Grundstücke eine Anbindung zur Schleusenstraße (nur Ostseite?) haben. Das betrifft möglicherweise auch ein Hammer-Grundstück in der Kalkseestraße, das einen Zugang zur Schleusenstraße hat. Das soll aber lt. Herrn Joecks noch einmal überprüft werden.

  1. R. Pflanz

    Ich bin Anwohner der Schleusenstrasse und direkt vom Vorhaben des geplanten Radweges, nichts anderes ist bezweckt, betroffen. Leider konnte ich nicht am Diskussionstermin teilnehmen. Das bestehende Kleinpflaster ist es wert, erhalten zu werden! Auf beiden Seiten der Schleusenstrasse! Es muss unbedingt ein Gehweg bleiben! Radfahrer, die jetzt übrigens entgegen der Strassenverkehrsordnung den Gehweg benutzen stellen eine extreme zusätzliche Gefahrenquelle dar. Persönlich habe ich mehrfach Situationen und Auseinandersetzungen mit Radfahrern erlebt und zu durchstehen gehabt. Wenn auch nur durch das geringste Zeichen der Radfahrer eine Rechtfertigung zur Benutzung des Gehweges erhält, führt das zu erheblichen Gefahren. Ein Radweg auf ebenem Untergrund wird zur Rennpiste! Das alles auf der Seite, auf der die Strassenbahn verkehrt. Ausweichmanöver könnten so zur Todesfalle werden. Ich fordere daher eine Untersuchung der Verkehrssituation in der Schleusenstrasse unter Beachtung der tatsächlichen Geschehnisse. Generell benutzen PkW, Motorräder und Radfahrer, wenn sie sich entsprechend der Verkehrsordnung verhalten, die Strassenseite, auf der die Strassenbahn fährt. Und das in beide Richtungen, weil hier das Fahrgeräusch leiser ist als auf der westlichen Fahrbahnhälfte, die ausschliesslich zum Parken genutzt wird. Übrigens wird die bevorzugte Strassenseite auch zum Beschleunigungstest für Motorräder genutzt. Das ist allerdings unseren Ordnungshütern noch nicht aufgefallen. Ein Lösungsvorschlag wäre, die Schleusenstrasse zu asphaltieren und damit wäre auch das Problem der enormen Erschütterungen durch den LKW-Verkehr beseitigt und jeder Radfahrer nähme dieses Angebot dankend an und trüge allein durch seine Benutzung der Strasse zur Verkehrsberuhigung bei. Ein weiterer Vorschlag wäre, den Radweg durch Garten-,und Werderstrasse zu führen, wo eine Befestigung bzw. Ausbesserung notwendiger wäre. Außerdem hätte der Radfahrer die Möglichkeit, die schönen Häuser von Woltersdorf zu sehen und nicht im dichten Verkehr der Schleuse entgegen zu rasen. Herr Bürgermeister ich fordere Sie auf, stellen Sie sich doch mal auf die Seite der Bürger und achten auf unsere Befindlichkeiten! Fühlen Sie sich ausschliesslich wohl im Spannungsfeld ständiger Kontroversen? Sie hätten diese Diskussion an den Anfang stellen müssen und uns nicht mit Vermessungstrupps überraschen sollen! Legen Sie eine fundierte Alternativrechnung zur Rettung des Kleinpflasters vor (das Material ist schon vorhanden)! Und diese Idee nur eine Seite herzurichten und das von den Anliegern der anderen Seite mitbezahlen zu lassen fällt ja wohl unter die Rubrik Schildbürgerstreich (3 Arten Pflasterung) oder dachten Sie da eher an „TEILE UND HERRSCHE“ !

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