Woltersdorfs Tiefbau, oh weh – schlimmer geht’s nimmer

Kerstin Marsand im Bauausschuss am 25. April 2017 zur Baltzerstraße

Zitat: „Baltzerstraße ist eine meiner schönsten Tiefbaumaßnahmen. Läuft alles wie geplant. Großen Dank so ganz nebenbei an die beiden Ärztehäuser, die wir da haben. Sie wissen selbst, wie schwierig das ist, da ist ein hoher An- und Abfahrtsverkehr. Beide haben sich sozusagen mit der Gemeinde, der Straßenbaufirma und den Planern darauf geeinigt, wenn ihr Abschnitt gemacht wird, denn auf Schließzeiten ihrer Praxis dort durchzuführen und es ist ein ganz großen Dank an die beiden Ärztehäuser die wir da haben, dass sie so kooperativ mit uns zusammenarbeiten.“ (original K. Marsand)

Und die Wirklichkeit, wie sieht die aus?
Ärzte die glücklich sind, dass ihre Praxen nur noch unter größten Schwierigkeiten erreichbar sind?

Die Tierarztpraxis ist ja noch fast erreichbar, über die Vogelsdorfer- , Kurze Straße. Ist der Patient groß und schwer und nicht in der Lage auf eigenen Pfoten ins Wartezimmer zu kommen, dann wird es richtig knifflig. Soweit mir bekannt ist, schließt die Praxis nie wegen Urlaub. Dort arbeitet dann eine Vertretung.

Ein Besuch bei der Frauenärztin ist für einen kranken Menschen eine echte Herausforderung. Um zu der Praxis zu gelangen, ist es von Vorteil, kerngesund und sportlich zu sein. Das ein Krankenwagen die Praxis erreichen kann, wäre nur möglich, wenn das Gefährt fliegen könnte. Die Praxis hat auch nicht geschlossen, scheint keine Urlaubszeit zu sein.

Ebenso sieht es für die Anwohner aus. Hier wurde keinerlei Rücksicht auf deren Belange genommen. Einige können ihre Grundstücke nicht mehr mit einem Fahrzeug erreichen. Es geht nur zu Fuß, über Stock und Stein. Behelfsmäßige Fußwege gibt es nicht, es ist eine anstrengende Kletterei quer durch diverse Baustellen.

Um den Ahé Pfuhl schlängelt sich ein schmaler Pfad, breit genug für einen Menschen. Durch die Baustelle kam ich nicht durch, nichts ging. Also nichts wie hin zum Trampelpfad. Ein Stück ging’s, dann stand ich vor einen goßen Baum der quer über den Weg liegt, vom Wasser an, bis weit über den Pfad. Tja, wenn unsere Verwaltung etwas dicht macht, dann macht sie das gründlich.

Ein anderer schmaler Fußtramelweg führt vom Ahé Pfuhl direkt zur Vogelsdorfer Straße. Diese etwas über zwei Meter breite Schneise ist nun die einzige Verbindung zum Ahé Pfuhl, um sein Auto dorthin zu bewegen.

Am Ahé Pfuhl, da gibt’s eine hochaufragende Pappel, der wurden allerhand Wurzeln weggehackt und eine Pumpe saugt dort kräftig Grundwasser. Solch üble Behandlung hält der stabilste Baum nicht aus. Die Blätter der Pappel, die kaum etwas zu trinken bekommt, werden langsam gelb, an einigen Stellen sind sie schon braun. Bald werden sie abfallen.

Diee rot gekennzeichneten Bereiche sind nicht befahrbar und zu Fuß recht beschwerlich erreichbar, zu empfehlen nur für sportlich gewandte Personen. Die grünen Punkte zeigen die Standorte der Arztpraxen.

Baltzerstraße

Eichbergstraße Richtung Berliner Straße bis Ecke Grünstraße

Ahépful

Eichbergstraße hinter Kurze Straße Richtung An den Fuchsbergen

An den Fuchsbergen von Baumschulenstraße bis Vogelsdorfer Straße

In Anbetracht der großen Schwierigkeiten sich hier fortzubewegen, kann ich den oben zitierten Worten unserer Bauamtsleiterin so recht keinen Glauben schenken.
Dass, was sich dort täglich abspielt, ist abenteuerlich. Ich frage mich, was wird geschehen, falls es brennt. Hier kommt die Feuerwehr nur noch mit einem Löschflugzeug hin. Meines Wissens hat unsere Feuerwehr kein Flugzeug. Notarzt, Krankenwagen, Gas, Wasser, so richtig ran kommt da nichts. Bei Gemeinden, die so exzentrisch ihren Tiefbau planen, wäre eine Rettungsdrohne von Vorteil.
Da denkt man, toll, so Bürger einer Gemeinde zu sein, deren Bürgermeisterin mal die Prüfung als Bauingenieur abgelegt hat und deren Bauamtsleiterin wohl ebenfalls Bauingenieur sein soll, und dann das, wer hätte sich das vorstellen können.

Vielleicht haben die Beiden dafür ein glücklicheres Händchen als Servicepool für Investoren, Planer und Rechtsanwälte, dann sind jedenfalls einige Woltersdorfer mit unserer Verwaltung zufrieden.

  1. Chriss

    Und es wird erst alles ruhen, wenn wie in Waldesruh der letzte Sandweg asphaltiert wurde. Ich will lieber meinen hundertejahre alten Sandweg auch wenns staubt. Besser als die Raserei irgendwann. Und wenn dann bitte nicht perfekt sondern preiswert….siehe Waldesruh. Da klappts auch ohne Gehsteig und Borde. Verkehrsberuhigend.

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