Woltersdorfer Verwaltungsenglisch

Kommentar zu Gemeindevertretung Teil 2 – April 2014

Dass wir einen „fähigen“ Hauptverwaltungsbeamten, sprich Bürgermeister haben, gehört in Woltersdorf zum Allgemeinwissen. In der Beschlussvorlage für die Erteilung eines Freibriefs an die möglichen Investoren in Springeberg, bemüht sich der promovierte Bürgermeister um das Flair der großen, weiten Welt. Da bröckelte ein Angestellter englische Begriffe in den deutschen Text, zeigte uns mit dem sperrigen Gebilde, weit kann es nicht her sein mit dem Englisch, es reicht gerade zum fehlerhaften denglisch und der Bürgermeister lässt es durchgehen.

Die Verwaltung beantragte in der Beschlussvorlage einen Letter of intend (wollen), den gibt es im sauberen Englisch nicht. Die Briten kennen nur einen Letter of Intent (Absicht).

Eine unverbindliche Absichtserklärung sollte es werden, sagte unser Bürgermeister, völlig neutral und gefahrlos für Woltersdorf. Da frage ich mich allerdings, wozu braucht ein Investor eine Absichtserklärung, die ihm keinen Vorteil bringt? Wozu dann die Eile und der Druck den Vogel und sein Koalitionär Gutjahr aufbauten?

Schauen wir uns einmal an, was ein Letter of Intent ist. Frei zitiert aus Wikipedea: „Im Vorfeld von größeren Projekten stellen die Vertragspartner oft sogenannte Letter of Intent aus. Vor Beginn oder während der laufenden Verhandlungen soll hiermit die Ernsthaftigkeit der Gespräche und der Wille zum Abschluss eines Vertrages dokumentiert werden…. Es soll ein jederzeitiger Abbruch der Verhandlungen ohne Angabe von Gründen möglich bleiben. Um dies sicherzustellen, müssen die Erklärungen so formuliert werden, dass bei einem Rechtsstreit über die Tragweite einer Erklärung auch bei der gerichtlichen Auslegung keine Zweifel entstehen.“

Damit ist klar, der Bürgermeister und Edgar Gutjahr wollten ernsthaft einen Vertragsabschluss, das sagt der Letter of Intent aus. Sonst braucht man ihn ja nicht. Gegenstand eines Vertrages zwischen der Gemeinde und dem Investor könnte einzig die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans sein. Also umwandeln des Areals von Wald mit Sondernutzung Hotel in Bauland.

Gefährlich wird auch die Formulierung, ein kleiner Fehler und schon sitzt die Gemeinde bis zum Hals in der Jauche. Wie sagte der Bürgermeister zu Gordon Eggers, er habe kein Geld für eine juristische Prüfung eines Vertragswerkes. Na, dann kann’s ja nur noch schief gehen – wir haben’s ja.

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