Woltersdorfer Grundstückskarussell – Teil 2; Schnäppchen

In Woltersdorf gab’s bis zum letzten Jahr eine heilige Tradition. Grundstücke wurden nicht am Schwarzen Brett bekannt gegeben. Die Bürger erfuhren 25 Jahre nichts von den zum Verkauf anstehenden Grundstücken der Gemeinde. Das bei Gott nicht um krumme Geschäfte zu machen, nein allein das Wohl der Abgeordneten lag ihm am Herzen. Wolfgang Höhne sagte, stellen Sie sich mal den Stress bei den Gemeindevertretern vor, wenn da drei und mehr Kaufwillige aufgetaucht wären. Wem hätten sie dann bedienen sollen? Vorbildlich, wie sich Höhne um seine Abgeordneten sorgte. Transparenz macht eben krank und deshalb verkauften der Bürgermeister und seine Gemeindevertreter, wie Höhne schätzt, vielleicht an die 100 Grundstücke in die Abgeordneten gesund erhaltender Intransparenz.

Nehmen wir uns einmal ein Wassergrundstück vor, das Wolfgang Höhne (damals ruhende WBF Mitgliedschaft) und seine Abgeordneten, zwecks Stressvermeidung, still und leise verscherbelte. Die Halbinsel an der Schleuse meine ich. Zwei hübsche Grundstücke von ca. 2600 qm, bebaut mit einigen Häusern. Alles zusammen ging, quasi verschenkt, für 48.000 Euro weg. Das Grundstück mit den Gebäuden drauf gehörte der Bundesrepublik und kam dann, nach sieben Jahren, in den Besitz der Gemeinde. Die wollte es dann nicht mehr. Bürgermeister Höhne lies sich von seinen getreuen Abgeordneten eine Verkaufsvollmacht abnicken. Das taten die Gemeindevertreter mit Freude, war es so doch möglich, krankmachenden Stress aus dem Wege zu gehen. Nur eine Bitte wagten sie, der Herr Höhne möge doch den Preis erzielen, den die Gemeinde einst zahlte.

Leider, woran es lag, trotz aller Zusagen, Wolfgang Höhne konnte nur mit Verlust verkaufen. Angeblich hatte ein neues Grundstückgutachten einen deutlich schlechteren Wert ergeben. Erzählt wurde, die Gebäude seien vom Schimmel zerfressen, alles müsse sehr teuer abgerissen werden. Ich hörte, der Schimmel reiste nach dem Verkauf sofort ab und die Gebäude konnten erhalten werden. Der entstandene Schaden für die Gemeinde soll an der 100.000 Euro Grenze gelegen haben.

Pikant wird’s nun, wenn wir ans Eingemachte gehen. Das sieht’s dann so aus, ein Freund des Käufers, aus der Verwaltung war von Anfang an mit in den Deal eingebunden. Heute wissen wir, wer der Freund war, es war der Herr Torsten Löwe aus dem Liegenschaftsamt unserer Verwaltung.

Im Handelsregister von Frankfurt/Oder ist unter dem Zeichen HBR 13566 FF gleicher Torsten Löwe aus dem Woltersdorfer Liegenschaftsamt als Miteigentümer der dort entstandenen Schleusenwirtschaft eingetragen.

Wie sagt die Bibel: „Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.“ stimmt auffallend, die Halbinsel liegt am Wasser. Gütig sind unsere Verwaltung, Abgeordnete und Bürgermeister allesamt, denn Torsten Löwe residiert noch immer im Liegenschaftsamt. Er muss dort, in dieser exponierten Stellung und mit seinem Wissen um alle Grundstückangelegenheiten, von Anbeginn an, für unsere Dorfhäuptlinge von unschätzbarem Wert sein.
Ein Schelm, der dabei Arges denkt.
Woltersdorfer Grundstückskarussell Teil 1
Teil 2/4

  1. Friedrich

    Da ist es an der Zeit, dass die neue Bürgermeisterin den Fall einmal untersucht.
    Auch das Verhalten der Gemeindevertreter ist für mich undurchsichtig. Scheinbar ist hier ein Schaden für die Gemeinde entstanden.
    Leider hat mich niemand gefragt ob ich das Grundstück an der Schleuse kaufen möchte. Ich hätte 100.000 Euro geboten und dann weiter verkauft- mit Gewinn !!

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