Woltersdorf – Bürgerversammlung Mai 2014

Die Bürgerversammlung quälte sich durch 25 lange Minuten. Mich eingeschlossen saßen elf Personen im Ratssaal. Zwei, den Bürgermeister und seine Sekretärin zähle ich als Veranstalter, das bedeutet, nur neun Bürger kamen. Die Neun lassen sich weiter gliedern, drei kamen als Beobachter vom WBF und einer, ich, als Chronist. Es interessierten sich also fünf Bürger, von rund 8000 Woltersdorfer Bürgern, für die Worte des Bürgermeisters. Was für ein Abstieg nach dem Einstieg mit der ersten Bürgerversammlung vor zwei Jahren mit über 200 Anwesenden.

Sortiere ich die Fünf, habe ich Wilhelm Diener von Abluft-Diener, Führer des Mittelstandsvereins, Senator im Erkneraner Karnevalsverein und nun, Dank sei Reinhard Hildebrandt, parteiloser Kandidat der Woltersdorfer FDP. Von den Grünen sah ich Frau Brauer, parteilose Kandidatin der Grünen, die mir in der Vergangenheit besonders durch ihre Neubürgerfeindlichkeit, z. B. gegen mich, aufgefallen war. Auch Dr. Bronsert durfte nicht fehlen, ein seltsamer CDU Abgeordneter, der in den letzten Jahren fast grundsätzlich für Die Linke und den Bürgermeister (Die Grünen) zum Nachteil seiner Fraktion abstimmte. Die Linke, Freund und Koalitionär des Bürgermeisters schickte einen interessierten Bürger, ebenso der Verein Krokodilsbucht, dessen Bürger sehr auf des Bürgermeisters Hilfe hoffen. Die Fünf, quasi ein Familientreffen beim Bürgermeister.

Der BM eröffnete mit einem kurzen Hinweis auf den anstehenden 8. Mai und äußerte die Bitte ihm am Russendenkmal zahlreich zur Seite zu stehen. (Anmerkung: Wenn ich an die Verwandten denke die 1945 von den Russen vom Leben befreit oder vergewaltigt wurden, werde ich wohl nicht hingehen).

Frau Brauer fragte nach der Auslastung der neuen Kita am Rathaus. Der Bürgermeister meinte, dass sie zum Beginn des neuen Schuljahres auf 90 Prozent Auslastung kommt. Dr. Bronsert wollte den Baubeginn in der Schleusenstraße wissen. Bürgermeister Vogel konnte dies nicht beantworten.

Wilhelm Diener fragte nach den befristeten Hortverträgen. Rainer Vogel erwiderte, dass das alles kurz vor seinem Urlaub stattgefunden habe. Es gab eine Gesprächsrunde mit Herrn Langen, der Grundschule und den Kitas. Es ging um die Ermittlung des Bedarfes an Kitaplätzen und Räumen. Es gibt ein Raumproblem, wenn die FAW im nächsten Schuljahr dreizügig (dreizügig meint, drei Parallelklassen eines Jahrgangs) laufen wird. Daraus entstand der Vorschlag, vorläufig nur bis zur zweiten Klasse befristete Verträge im Hortbereich zu vergeben, damit eine zuverlässige Versorgung gewährleistet werden kann. Da musste jetzt schnell gehandelt werden. Das Ganze war ein Vorschlag von Herrn Langen.

Irgendwie hatte ich den Eindruck, just in dem Moment bekam Hannes Langen vom Bürgermeister den Schwarzen Peter auf die Brust gepappt. In dem Papier von Langen steht nichts von – vorläufig. Zudem ist die Verwaltung nicht Träger der Kitas. Träger ist die Gemeinde Woltersdorf, somit ist einzig die Gemeindevertretung befugt Entscheidungen zu treffen. Bürgermeister und Langen handelten hier ohne Auftrag, ich meine illegal.