Wo ist der Brief aus Beeskow geblieben?

Es begann im letzten Sommer, ganz genau im Mai 2014. In den warmen Maitagen beschäftigte mich die Kita „Weinbergkids“ und das Brandschutzgutachten, das für eine Betriebsgenehmigung zwingend vorgeschrieben war. Das wollte ich sehen und so schrieb ich an den Verantwortlichen für die Kitas in der Verwaltung unserer Gemeinde Woltersdorf, Hannes Langen.

Hannes Langen war ganz kooperativ, ich durfte die Kita besichtigen, was ich natürlich gerne tat. Susann Strenge, die Leiterin der Kita, zeigte ebenfalls großes Entgegenkommen, sie führte uns durch die Kita, war für alle Fragen offen, bis auf eine, nach dem Brandschutzgutachten. Das hatte sie nicht, da müsse ich mich an Amtsleiter Langen wenden. Langen schob mich zu Vogel, Vogel verschob auf den St. Nimmerleinstag. Woltersdorfs Verwaltung erwies sich als Irrgarten der Unwilligkeit. Ein Hinweis auf ihre gesetzliche Auskunftspflicht nach dem brandenburgischen allgemeinen Informationsgesetz (AIG) kratzte die Verwaltung ebenfalls nicht.

Also ran an das Landratsamt Beeskow, kurz und gut, die Mannen von Zalenga scherten sich noch weniger um das AIG. Sie verweigerten glatt jede Auskunft. Auf die Antwort auf mein letztes Schreiben vom letzten Herbst, direkt an Zalenga, warte ich noch heute. In der Hinsicht ist Beeskow nicht besser als Woltersdorf. Das Gesetz interessierte beide Verwaltungen nicht.

Mein erfolgloses Bohren nach dem Brandschutzgutachten hatte dann doch noch sein Gutes. Die Herrschaften aus Beeskow brachten den Laden von Vogel auf Trab, nur ein Brandschutzgutachten hatten die nicht und fanden bei Vogel auch nichts.

Seit dieser Zeit behauptet Vogel steif und fest, er sei von Beeskow schriftlich angewiesen worden, die bisherige Doppelnutzung des Gebäudes als Schule und Hort aufzugeben, das sei inzwischen verboten. Bei der Befolgung dieser Anweisung sei es zu der Malesche mit der fehlenden Betriebserlaubnis gekommen. Quasi, nur durch widrige Umstände, für die Beeskow verantwortlich sei, hat der Bürgermeister dort unbewusst eine illegale Kita betrieben.

Seit dem Herbst soll Bürgermeister Vogel das ominöse Schreiben aus Beeskow auf den Tisch des Hauses legen. Diverse Abgeordnete wollen es zumindest einmal anschauen, einmal anfassen dürfen. Bisher wurden sie bitter enttäuscht, der Bürgermeister erfüllte ihre Wünsche nicht. Warum soll es den Gemeindevertretern besser gehen als mir mit dem nicht vorhandenen Gutachten. Nicht vorhanden? Gibt es dieses Schreiben aus Beeskow vielleicht nur in der blühenden Fantasie unseres Bürgermeisters?

Den letzten Versuch die Geheimnisse um das wertvolle Dokument zu lüften, unternahm Wolfgang Höhne (WBS), leider mit mäßigem Erfolg. Unser Bürgermeister hat sich in die Krankheit abgeseilt und seine Vertreterin verweist auf eine Antwort bei seiner Rückkehr.

Wir müssen wohl lange warten, um festzustellen, ob der Bürgermeister seine Gemeindevertreter und die ganze Gemeinde belog, oder ob er mal die Wahrheit sagte. Der Bürgermeister ist Ende Dezember ausgeflogen, zurzeit können wir in deshalb nichts fragen. Wo steckt er eigentlich, der Bürgermeister? Da kursieren Gerüchte, er befinde sich in einer psychiatrischen Klinik. Andere reden nur von krankgeschrieben. Wieder andere verweisen auf Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft, denen Vogel ausgesetzt ist und meinen vielleicht habe er mit deren Hilfe, zeitlich begrenzt, ein anderes Quartier bezogen. Also, jede Menge Geschichten und Gerüchte um unseren Bürgermeister, nur ist eine davon wahr und welche? Oder sind alle falsch?