Wird die Ertel-Werft Industriegebiet?

Die Ertel-Werft in Woltersdorf hat einen neuen Eigentümer, Nils Clausen, der 2009 in Berlin einen Bootsbaubetrieb gründete, erwarb die Ertel-Werft zu einem über dem Verkehrswert von 157 TE liegenden Preis. Clausen möchte dort den Betrieb mit 10 Mitarbeitern aufnehmen.

Nils Clausen wird aber wissen, das Gelände der Ertel-Werft ist im Flächennutzungsplan als Sondergebiet, nur nutzbar für Freizeit und Erholung ausgewiesen. Das heißt im Klartext, hier darf kein Gewerbegebiet entstehen. Es sei denn, die Gemeindevertretung ändert den Flächennutzungsplan.

Da stellt sich mir die Frage, welcher Unternehmer kauft ein Gelände für über 157.000 Euro (Nachtrag, der Kaufpreis beträgt 360.000 Euro) ohne Zusage, dass der Flächennutzungsplan seinen wirtschaftlichen Zielen angepasst wird? Keiner! Wer so etwas macht, wäre ein schlechter Unternehmer. Ist Nils Clausen ein schlechter Unternehmer, der ein nicht industriell nutzbares Gelände auf blauen Dunst kauft, um dort vielleicht eine Änderung des Flächennutzungsplans zu erreichen? Nils Clausen muss sich meiner Meinung nach, sehr sicher sein, dass der Flächennutzungsplan geändert wird, ansonsten macht der Kauf keinen Sinn. Das Risiko wäre enorm, hat doch der ehemalige Bauamtsleiter, Dietrich Joecks, schon vor Jahren die Firma ins Spiel gebracht, erfolglos.

Die alte Gemeindevertretung spielte nicht mit. Spielt die neue Gemeindevertretung mit, dann ist das Gebiet auf ewige Zeiten für Woltersdorfs Bürger als Freizeit und Erholungsgebiet verloren.

So bekommt die Aussage von Nils Clausen Sinn: „Wir möchten an dieser Stelle unseren Dank an die Familie Ertel und die Gemeinde Woltersdorf aussprechen… Ahoi Brandenburg – wir kommen!“

Ja, nur wo bleiben da Woltersdorfs Bürger – ich denke mal, auf der Strecke.

  1. Gordon Eggers

    Ich gehe einmal davon aus, dass auch der Käufer der Ertel Werft sich vor dem Kauf juristisch hat beraten lassen.
    Dann dürfte er festgestellt haben, dass eine erneute Umwidmung des Geländes in ein Gewerbegbiet wegen der angrenzenden Wohnbebauung nicht möglich ist.

    Bleibt m.E. nur die mittelfristige Festschreibung der Fläche als Bauland. Alles andere macht keinen Sinn. Die Gemeindevertreter werden viel Freude haben und in endlosen Sitzungen unter anderem auch darüber debattieren, warum ein Dritter den Gewinn aus der Umwidmung in Bauland einstreicht, wo auch die Gemeinde als Käufer hätte auftreten können.

  2. Steuermann

    Beim Bürgermeister passt das Sprichwort ; Der Herr sorgt für die Seinen. Zuerst sorgte er erst einmal für ein Grundstück für seine Angetraute. Nachzulesen in der Historie Körnerstrasse. Gehört der neue Besitzer der Werft zu den Seinen? Ich ahne es, er gehört dazu.

  3. Bernd

    Bei der Dankbarkeit,die der neue Besitzer für die Gemeinde, sprich Verwaltung, sprich Bürgermeister empfindet, erwarte ich auch noch die eine oder andere Überraschung.

  4. Rüdersdorfer

    Hallo, es ist doch denkbar, dass der neue Besitzer eines Tages dort sauteure Wassergrundstücke verkauft.
    Ich glaube nicht an zukünftigem Werftbetrieb.

  5. Bootsbauer

    An den Altlasten hat sich der Vorbesitzer schon die Zähne ausgebissen. Da wir jetzt zum Glück offiziell von den Altlasten wissen wird der neue Eigentümer auch das Vergnügen haben, diese in Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde fachgerecht zu entsorgen.
    Einfach kaufen und sofort loslegen wird hier nicht funktionieren. Unter den Fundamenten, da wo die Boote zum Bau aufliegen, würde ich mit der Entsorgung beginnen. Tonnenweise bleihaltige Farbreste vom Sandstrahlen befänden sich dort, wird gesagt. Und dann dort weitergraben, wo der Vorbesitzer schon ein wenig entsorgt hat.
    Vor dem Kauf hätte man wohl besser mit ehemaligen Mitarbeitern gesprochen.

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