Vogels Streit um Woltersdorfer Denkmal

Am Wochenende nahm der Verschönerungsverein in einem Schreiben an die Abgeordneten Stellung zu Äußerungen des Bürgermeisters. Vogel hatte in der GV behauptet, der Verein habe am Denkmal eine Tafel ohne seine Erlaubnis aufgestellt. Die dort dargebotenen Inhalte gefallen ihm nicht, die kann er so nicht stehen lassen, er möchte, dass dort auch seine, Vogels, Gedanken zum Denkmal veröffentlicht werden. In einem Schreiben an den Verein forderte Vogel sein vermeintliches Recht ein, ansonsten werde er die Tafel nicht genehmigen.

Gefallen hat Vogel das Schreiben des Vereins wohl nicht und er hat seine ihm immer freundlich gesinnte MOZ in Stellung gebracht. J. Eggers, Redakteur der MOZ, ich frage mich manchmal, ob er nicht eher der Pressesprecher Vogels ist, veröffentlichte in dem Frankfurter Batt einen Artikel mit den Ansichten des Bürgermeisters. Vogel in dem Blatt: „…der Text aus dem Jahr 1926 sei „im vereinten Europa nicht mehr zeitgemäß“. Er stelle sich einen kleinen Zusatz vor, über den er mit dem Verschönerungsverein auch reden wolle.

Vogels Forderung liegt dem Verein auch schriftlich vor. Entweder ihr macht was ich will oder ich genehmige euch die Tafel nicht. Ist so eine Forderung nicht schon Erpressung oder Nötigung? Hinzu kommt, Vogel vergisst es immer wieder, er als Bürgermeister ist nur der Hauptverwaltungsbeamte, er hat die Entscheidungen der Gemeindevertretung zu vollziehen, mehr nicht.

Welchen Inhalt der kleine Zusatz enthalten soll, das ist bisher Vogels großes Geheimnis. Kein Geheimnis ist aber, dass die Tafel am Denkmal und die dort gebotenen Erläuterungen, Texte aus der Ortschronik von Max Haselberger, von der Denkmalbehörde genehmigt wurde.

Was will Vogel eigentlich? Wir können nur raten, der Eggersche Artikel gibt vielleicht einen Hinweis. Zitat MOZ: „Auch sonst ist in den zitierten Zeitzeugnissen viel von tapferen deutschen Opfern die Rede, aber nicht einmal davon, dass im Krieg auch Angehörige anderer Nationen starben.“ Damit haben wir wohl Vogels Kernaussage und können einmal auf den Sinn von Kriegerdenkmälern eingehen.

Jede Nation, die irgendwo, irgendwann Krieg führte, baut solche Denkmäler für ihre Gefallenen. Sie sind vom Sinn her Grabstelle, an der die Angehörigen, der in Massengräbern Verscharten, um ihre Angehörigen trauern können. Deshalb auch die langen Namenslisten der Toten, mit denen Denkmäler dieser Art, überall in der Welt aufwarten. Alle diese Denkmäler für Gefallene sind mit Inschriften patriotischer Art bedeckt und kein Denkmal gedenkt der Gefallenen anderer Nationen. Soweit war Europa damals noch nicht.

Machen wir doch einmal einen kleinen Fußweg von zehn Minuten Richtung Ortszentrum. Dort befindet sich ein weiteres Kriegerdenkmal, diesmal nicht für deutsche Gefallene, kein einziger deutscher Name ist auf dem Russendenkmal zu sehen, nur russische Namen und so ist es hier überall. Überall, ob in Seelow oder in Erkner, in jedem Dorf der neuen Bundesländer stehen russische Denkmäler mit russischen Namen, nur russischen Namen.

Bitte schön, Herr Bürgermeister, fangen sie als erstes mit dem Russendenkmal an, danach wollen wir ihrem Wunsch gerne entsprechen. Erinnern Sie uns dort am Russendenkmal an die Millionen Menschen anderer Nationen, die von den Russen ums Leben gebracht wurden. Erinnern Sie dort an Zehntausende anderer Nationen, die von den Russen nach dem Krieg ermordet oder verschleppt wurden. Erinnern Sie dort, an Zehntausende Frauen und kleine Mädchen anderer Nationen, die von den Russen vergewaltigt wurden. Nein, danach steht Ihnen nicht der Sinn. Sie latschen lieber einmal im Jahr mit ihrem Koalitionspartner „Die Linke“ hin zum Russendenkmal und bedanken sich für die, wie nennen Sie es „Befreiung“ mit Blümchen.

Genehmigung mit Verfallsdatum

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