Viele Euros für ein Kinderrestaurant, zu viele?

Die gemeindeeigene Kita „Weinbergkids“ möchte ein Kinderrestaurant, der Einfall kostet der Gemeinde mindestens 39.700 Euro. Vorgestellt wurde die Idee erstmals im Oktober, im Finanzausschuss und einen Tag danach im Sozialausschuss. Beide Ausschüsse hörten sich die lapidare Beschreibung des Amtsleiters Hannes Langen an und verschoben das Thema erst einmal.

Gordon Eggers fragte bei Hannes Langen nach, was soll das werden, was wollen Sie da machen? Gibt es Angebote mehrerer Firmen? Wie setzen sich die 39.700 Euro zusammen?

Ein Herd ist da, sagte Langen und weiter, das Geld sei für Umbauarbeiten gedacht, die er nicht definierte. Auch von unhygienischen Zuständen sprach er, die nicht zumutbar seien. Die Summe von 39.700 Euro habe er sich nicht aus den Fingern gesogen, sondern einem Katalog entnommen, der Vergleichswerte für ähnliche Arbeiten anbietet.

Hannes Langen war nicht in der Lage die Arbeiten etc. zu spezifizieren, wie konnte er da die Kosten aus einer Vergleichstabelle entnehmen? Da kommen doch Fragen auf, jede Menge Fragen.

Ich würde mir gerne das Ganze einmal ansehen, eine eigene Meinung aus gesehenen Tatsachen bilden, nur das wird mir wohl, wie immer, verwehrt bleiben – Offenheit, Öffentlichkeit, Transparenz, Nachvollziehbarkeit – in Woltersdorfs Politik verpönte Vokabeln. Einzige Ausnahme, der AWO-Kitabau, ungestört und unbeeinflusst konnte ich mich während der ganzen Bauzeit auf der Baustelle frei bewegen, berichten, Aufnahmen machen. Daran sollte sich die Gemeinde Woltersdorf ein Beispiel nehmen.

Fakt ist, wir haben Kosten von 39.700 Euro, wir wissen nicht genau, wofür die ausgegeben werden sollen, wir wissen, ein Herd ist vorhanden und etwas Unhygienisches soll da auch noch sein. Mehr ist von der Gemeinde nicht zu erfahren. Weitere Informationen müssen anders gewonnen werden.

Die Leiterin der Kita Susanne Strenge berichtete mit berechtigtem Stolz, bei einem Vortrag im August, im Sozialausschuss, dass alle Räume von den Eltern in Eigenregie umgestaltet und renoviert wurden, die Gemeinde nur das Material lieferte. Es folgte eine sehr ausführliche vorher-nachher Diashow. Dort waren sämtliche Räume pickfein herausgeputzt zu sehen. Kein Wort erwähnte die Leiterin von unhygienischen Zuständen, kein Wort von noch nötigen Umbauarbeiten, warum nicht? Ich bin überzeugt, sie konnte auch nichts Negatives sagen, die Bilder sprachen eine eindeutige Sprache, die Bilder und die Leiterin erzählten von einer sehr schönen Kita. Wofür nun die 39.700 Euro? Schade, dass ich mir das nicht ansehen darf!

  1. G. Eggers

    In der Tat kann ich als Gemeindevertreter trotz Nachfragen nicht sagen, wofür die 39.700 Euzro genau ausgegeben werden sollen und werde mein Stimmverhalten entsprechend ausrichten. Eine Küche soll es sein, welche Art, Grösse, Umfang der Installationen- kann ich nicht sagen.
    Spätestens bei der Ausschreibung müssen diese Merkmale der Küche seitens der Gemeindeverwaltung aber in Form einer Leistungsbeschreibung benannt werden. Warum nur darf man vorher nicht erfahren, wofür das Geld genau ausgegeben soll ?

    Aus meiner Sicht wird hier ausgesprochen unstrukturiert gearbeit. Warum werden vorab auf Grundlage einer detaillierten Leistungsbeschreibung keine Angebote eingeholt ? Die tatsächlichen Kosten wären kalkulierbar , etwaige Änderungen in der Leistungsausführung überschaubar.

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