Überfallen in Rüdersdorf


Das erste Mal, dass ich ihn bewusst registrierte, ist 15 oder mehr Jahre her. Damals ging ich mit Schäferhündin Dasy einen mit Schlaglöchern vollgestopften Weg entlang. An einem gemauerten Torpfeiler blieb Dasy interessiert stehen, fing an den Pfeiler zu beschnuppern. Zeit spielte für sie keine Rolle beim Lesen der interessanten Nachrichten, die von den Steinen dufteten.
Auf dem zu dem Tor gehörenden Grundstück sah ich einen Mann hantieren. Der sah zu uns hinüber, schmiss irgend ein Werkzeug weg und stürmte brüllend auf uns zu. Ich war auf einen Typen gestoßen, der keine Hunde mag und nun den an seinem Tor, seine Steine beschnüffelnden Hund als Beleidigung oder Bedrohung ansah. Verbal ermordete er mich, der Mann verfügte über einen gewaltigen Vorrat an ausdrucksstarken Wörtern einer, wie ich dachte, längst untergegangenen Sprache.

Ich bin es gewohnt angemacht zu werden, das regt mich nicht mehr auf. Also zog ich an Dasys Leine und wir machten uns schleunigst von dannen. Noch weit entfernt hörte ich den Aufgeregten fluchen. Das Erlebnis gab ich Tage später im Freundeskreis zum Besten Wo war das? Wie sah der aus? Einige Bestimmungsfragen später wusste ich, der Toberich ist Fahrschullehrer und lebt in Rüdersdorf. Monate später machte ich noch einmal einem Gang durch sein Revier, seine Straße, den Fahrschullehrer hatte ich längst vergessen, er mich aber nicht. Wie’s der Zufall so mit sich brachte war er auf seinem Hof, sah mich und die oben beschriebene Szene spulte sich, wie einstudiert, noch einmal ab. Von da an nahm ich mir vor, diese Straße zu meiden, wo ich sichtlich einen Feind gewonnen hatte.

Dasy war gestorben, ein zweiter Hund war inzwischen alt geworden und ebenfalls begraben, ein dritter Wauwau ging schon auf das dritte Lebensjahr zu und ein zum Zeitpunkt der alten Spukgeschichte geborenes Kind müsste jetzt an die 15 Jahre alt sein. Der Fahrschullehrer, der lag Dekaden zurück, eine längst vergessene Altlast.

Da, es war ein schöner Sommertag vor ein und einem halben Jahr, beschloss ich, inzwischen heißt mein Begleiter „Janis“, gehen wir doch mal wieder durch die bisher sorgfältig gemiedene Schlaglochpiste. Das böse Schicksal meinte es nicht gut, der Kerl turnte, fast schon unheimlich, wieder auf seinem Gelände herum und er erkannte mich sofort. Bevor er sich aufpumpen konnte war ich vorbei an seinem Haus. Plötzlich, zwei höchsten drei Minuten später, fährt mit Karacho ein Kleinbus an mir vorbei, die Tür geht auf und aus dem Inneren hechtet mein böses Karma in Gestalt des Fahrschullehrers an die frische Luft.
Nun erfahre ich die erste Version, weshalb er mich hasst. Einige Jahre zuvor hat mich ein ziemlich großer Hund gebissen, der gehörte einem Herrn Gra aus Rüdersdorf und Gra ist sein Kumpel und das dabei die Polizei auftrat, verüblte er mir heftigst und deshalb muss ich gehörig was aufs Fell kriegen. Damit warf er einen recht schweren Stein in meine Richtung und sprang hinterher, um mir die geballten Fäuste ins Gesicht zu schlagen. Mein Glück war, dass ich seit dem dritten Hundebiss immer eine Dose Pefferspray mitnehme, wenn ich mit meinem Vierbeiner unterwegs bin. So konnten wir dem Wüterich entkommen.

Ruhe kehrte ein, bis ich Monate später, es war inzwischen 2016, eines Samstagmorgen durch die Rüdersdorfer Puschkinstraße trabe. Urplötzlich trifft mich ein heftiger Schlag am Hinterkopf, mein Hut fliegt davon und ein Fahrrad saust von hinten in höchster Eile an mir vorbei und verschwindet Richtung Marktplatz. Auf dem Fahrrad saß, na raten Sie mal, der rasende Fahrlehrer. Da fing ich an zu überlegen, wie soll das weitergehen. Anzeigen hatte keinen Sinn. Die Puschkinstraße hoch und runter war niemand zu sehen. Sich an die Polizei zu wenden sah recht erfolglos aus. So lies ich’s und verdrängte die unverständliche Geschichte. Das war im Sommer 2015.

Gestern, wir schreiben Anfang 2017, es sind wieder gute sechzehn Monate vergangen, ging ich die Straße „Am Stolp“ entlang, Richtung Tankstelle. Von da an beginnt für den Hund ein schöner Weg an der Autobahn lang bis zur Puschkinstraße. Jedenfalls kommt mir ein Kleinbus entgegen gefahren, hinter dem Lenkrad ein Mann, erkennen konnte ich ihn nicht. Der Bus rollt an mir vorbei und einen Moment später kommt er zurück, wieder an mir vorbei, diesmal Richtung Shell-Tankstelle. Mit meinem Wuff komme ich nur langsam voran, irgendwann, es liegt dick Schnee und es ist glatt auf dem Weg, sind wir da, da wo die Flaschen- und der Textilcontainer stehen.

Zwischen den Flaschencontainern und dem Kleidercontainer ist eine Lücke, die ziemlich dunkel ist. Aus dem dunklem Fleck springt urplötzlich ein Mann, etwas unverständliches schreiend auf mich zu. Zwei, drei wuchtige Faustschläge treffen mich im Gesicht. Blut tropft die Jacke runter. Groß wehren kann ich mich nicht, den Hund kann ich nicht loslassen, der hört nicht und würde sich sonst wohin verkrümeln. Mit der einzig freien linken Hand angle ich die Pfefferspraydose, sprühe den Inhalt um mich und hoffe, dass die Wirkung den Angreifer für ein Weilchen von mir ablenkt. Damit lag ich ganz falsch, das Zeug schien den Fahrlehrer, ja es war mein alter Feind der Fahrlehrer, zu beflügeln. Er schlug auf mich ein, ich hielt meinen Hund fest und dann lag ich auf dem Boden, auf dem schneeglatten Untergrund riss es mir die Beine weg. Ich bekam noch einige Fußtritte und dann war’s vorbei. Stille, der Fahrlehrer war zurückgewichen, ganz ruhig fragte er mich; „weißt Du warum Du das verdient hast?“ und fuhr fort, „weil ich wegen Dir einige Monate mit Krücken laufen musste“. Dann drehte er sich um, lehnte sich an seinen Kleinbus, den er hinter den Containern versteckt hatte, fummelte am Glas eines Scheinwerfers. Für ihn war’s erledigt, der Überdruck war aus dem Kessel, der Rest ging ihn nun nichts mehr an.

Irgendwann ist’s genug und so rief ich nach einer bald fünfzehn Jahre dauernden Verfolgung durch meinen Fahrlehrer die Polizei. Mögen sich jetzt andere den Kopf darüber zerbrechen, warum das alles, ich weiß es nicht. Eine Frage steht aber noch im Raum, woher wusste er so ganz spontan, dass dieser Platz zwischen den Containern sich für einen solchen Überfall besonders gut eignet.

  1. Listiger Lektor

    Ich pfeife auf Ihre Schwarzmalerei. Für mich ist durchaus nicht alles in bester Ordnung, aber ich lasse mir durch Menschen wie Sie nicht die Laune verderben und meine Zuversicht nehmen. Positiv denken heißt für mich nicht, ausschließlich das Gute zu sehen. Ich kenne die Vorfälle und Statistiken zur Kriminalität, halte mich also nicht für ahnungslos. Auch setze ich bei Anderen nicht voraus, dass ihre Absichten immer gut sind, halte mich also auch nicht für gutgläubig. Ich bin mir der Risiken des Alltags bewusst und habe sie für mich akzeptiert. Ganz einfach. Gehört für mich zum Leben dazu. Ich akzeptiere, dass Menschen (wie Sie anscheinend) die Dinge anders bewerten. Dafür beunruhigen mich Parteien wie die AfD oder der Front National eben mehr als Sie. Auf meine Ängste dürfen Sie selbstverständlich auch gern pfeifen 🙂

    Was tun Sie denn für einen besseren Zusammenhalt der Gesellschaft? Hier Ihre Weltuntergangsfantasien hinauszuposaunen nützt niemandem etwas, führt nur zu Ängsten, Resignation und Spaltung.

  2. Alte Woltersdorferin

    Hallo, Herr „Listiger Lektor“, ich möchte mal Ihr Unverständnis, so gut es mir gelingen möge, beantworten.
    1. Bernd ist leider nicht mehr der Jüngste, dennoch mutig, tapfer, lebenserfahren, nicht naiv, eher skeptisch und hat mit seinem Gerechtigkeitssinn und seiner Suche nach Wahrheit immer noch dazu gelernt, fein zu differenzieren zwischen Gut und Böse, etc. Er hat er uns oftmals bewiesen, dass er auch mutig heikle Themen anpackt, Kritikwürdiges erkennt und und Kritisches berichtet, im Gegensatz zur staatstreuen, gekauften Presse und Medienvertreter der Lobbyisten oder etlichen partei-disziplinierten Genossen.
    Wenn also Bernd auch mal außer der Reihe über seine eigenen Probleme und Ungerechtigkeiten berichtet, dann vermutlich nicht, um als ein „oller Jämmerling“ um Mitleid zu betteln, sondern uns alle zum Nachdenken und der Solidarität mit Gleichgesinnten anzuregen. Gemeinschaftssinn und Lokalpatriotismus gelingt am besten in kleinen Gemeinschaftsformen, wie bspw. in Familien, unter Freunden und Bekannten eines Dorfes. Seltener in den Großstädten, kaum in einem ganzen Lande. Das hat seine Ursachen in der Entwicklungsgeschichte der Zivilisation, wie Sie vielleicht noch vom Philosophieunterricht wissen.
    Vielleicht uns aus unserm satten Dornröschenschlaf zu wecken, uns beispielhaft verstehen zu geben, dass das Böse, Hinterhältige, Brutale, nicht auf den Kriegsschauplätzen ferner Länder geschieht und in einer globalisierten Welt nicht an den Dorfgrenzen oder Gartentüren halt machen könnte. Denn, es kann Jeden treffen. Dort, hier, überall. Auch einen Autofahrer, der mal bei offener Pkw-Tür nur schnell seine Sekundärrohstoffe entsorgen will, bei Dunkelheit allein an einer Bushaltestelle steht oder im sonnigen Wald wie immer seinen Spaziergang macht. Und dass man da mit keinem Überfall rechnet, wenn man noch „ahnungslos und gutgläubig ist“, wie Sie mich richtig zitierten. Und dann unterstellen Sie mir, listig die Worte vertauschend, ich würde „Jemandem unterstellen, er sei ahnungslos und naiv, weil er sich sicher fühlt und nicht die gleichen Ängste wie man selbst teilt…“. Also, „naiv“ und „gutgläubig“, ist nicht das Gleiche. Zwischen Ihren „naiven“ und meinen „gutgläubigen“ Menschen kann ich wohlweislich noch einen Unterschied erkennen.
    Naiv ist man als Kind. Umsorgt, behütet, betreut, beschützt. Da konnte man noch fröhlich und angstfrei unter den achtsamen Augen seiner Eltern durch den Wald hüpfen. Obwohl einem das grimmige Märchen vom Rotkäppchen schon bekannt war. Es war auch für mich nur ein dt. Ammen-Märchen, wie es dem Bernd vielleicht auch bekannt war.
    Gutgläubig ist man, wenn einem trotz fremder Tatsachen-Erzählungen und Erlebnis-Berichten man immer noch glaubt, ein Schicksal, Pech, Unglück, Unfall, Verlust, eine Armut etc., könne einem nicht auch mal selber treffen. Alle Menschen sind gut, die Polizei passt auf Einhaltung von Recht und Ordnung auf, die Politiker sorgen sich um das Wohlergehen ihres Untertanen-Volkes und wenden evtl. Schaden von ihm ab, dafür wurden sie gewählt und vereidigt.
    Glutgläubig wurde man vom behüteten Elternhaus, von der streng-gläubigen Gesellschaft und der manipulierenden Staatspropaganda in einem abgegrenzten Aufenthalts- und Lebenskreis erzogen. Immer wieder an das Gute glauben, ist auch lebensbejahende Hoffnung.
    Doch welche Gesundheits- oder Lebenschancen hat man, wenn das Böse einen überfällt ?
    Welche Chancen hat man, wenn man als alter, lebenserfahrener, intelligenter, normal fühlender und denkender Mensch – zu denen ich auch Bernd zähle – in seinem konkreten Fall, so unverhofft, unvorbereitet, von einem rachsüchtigen, unbeherrschten, nicht-kommunikationsbereiten Choleriker / vulgären Streithammel / brutal zuschlagenden Wüterich, unbehelligt, unverletzt und heil aus der gefährlichen Situation heraus, wieder nach Hause zu gelangen ? – Da mache ich Mitleid fühlend und ganz assoziativ mir so meine Gedanken. Und nicht nur still und heimlich, wie Sie lesen können.

    2. Überhaupt, wenn ich etwas lese, sehe oder höre, verbinden sich auf Grund von Assoziationen meine über den Tellerrand hinausblickenden Gedanken immer mit anderen ähnlichen Ereignissen. Vergleiche und gleiche sie ab, lasse Emotionen zu oder unterdrücken sie, rede weitläufig oder oberflächlich oder schweige besser. Und ich glaube, dass auch genau so viele andere normale Menschen so normal denken und fühlen, wenn sie nicht nur sich selbst und ihre „heile“ Welt im Mittelpunkt sehen wollen.

    3. Unsere Gesellschaft ist wieder mal am zerfallen. Es bröckelt und brodelt überall. Das ist ein Fakt. Nur, der eine merkt die Anzeichen der Veränderung schon früher, der andere erst später, manche nie. Der eine merkt mehr oder weniger nur den Wind, der andere weiß aufgrund von langfristigen Beobachtungen schon, welche Zeichen für Wetteränderung stehen. Und etliche fallen nichts Böses ahnend, irgend wann aus allen Wetterwolken.
    Sie schreiben ja auch: „Allerdings ist das nicht meine Wahrnehmung und ich komme gut darin zurecht.“ – Glückwunsch, Sie Glückskäfer in Ihrem illusorischen Himmelbett.

    4. Sie schreiben: „Mit dem gleichen Brustton der Überzeugung könnte ich behaupten, man könne sich überall unsicher fühlen, wenn man selektiv alles Üble auf der Welt wahrnimmt und paranoid ist.“ – Oder von mir mal umgekehrt nach Ihrer Wahrnehmung nachgefragt: Man könne behaupten, dass man sich überall sicher fühlen, weil man nichts Übles auf der Welt wahrnimmt ? Nur, um als „Hans-Guck-in die Luft“ (aus dem „Struwelpeter-Kinderbuch“) nicht mit dem Schmähwort „Paranoiker“ betitelt zu werden ?
    Und, dass heroische Wort „Brustton“ würde ich in diesem Zusammenhang auch nicht als kleine Speerspitze gegen mich einsetzen. So sang ich doch nicht mit geschwellter Brust in höchsten Tönen
    die Arie von Deutschlands Untergang. Ich frage doch nur aufgrund von aktuellen Ereignissen und zunehmender Brutalität, wie man selber zukünftig auf solche Überfälle vorbereitet sein und sich davor schützen könne. Schützen vor einer Brutalität, die man als alter (zwar lebenserfahrener und gebildeter, aber nicht mehr so sportlich und wehrhafter) Mensch unvorbereitet, rat- und hilflos auch mal ausgesetzt sein könnte. Ähnlich wie es Bernd geschah, auf eisigem, rutschigem, also nicht standfestem Boden mit wehr- und haltloser Hand. Und dabei ist es doch egal, w e r der Täter sein könnte oder mit welcher Motivation er seinen überwältigenden Gefühlen freien Lauf ließe. Auch daran denkend, dass bis hin in unsere kleinen Dörfer am Stadtrand, von einem zunehmend kriminellen Großstadt-Molochs die Kriminalität (mal allgemein betrachtet) sich ausbreiten kann.
    Nur, und jetzt komme ich zum „Trost“, es war beim Überfall in Rüdersdorf ein Deutscher, „nur“ einer. Bei einer nicht-deutschen frustrierten oder hasserfüllten Jugend-Bande könnte es einem Alten ergehen, wie der Freundin meiner Mutter oder auch meiner Berliner Freundin, einer gutmütigen, gutgläubigen Deutschlehrerin …. Oder dem asiat. Opfer von jugendl. Totschlägern türk. Abstammung auf dem Alexanderplatz, oder jüngst den brutalen U-Bahnhof-Kopftretern und wuchtigen U-Bahntreppen-Tretern, usw. usf..
    Aber diese beängstigenden Erfahrungen zuzüglich Quellenangaben von mir „Paranoikerin ?“ haben Sie „Gutmensch ?“ ja aufgrund der Textfülle überlesen, wie Sie andeuteten. – Na denn, Gute Nacht beim assoziationsfreien und sorglosen Weiterträumen.

    P.s. einer Nachfrage: Bitte, wer oder was ist ein „Multikulti-Vertreter“ ? Ein kleiner Spaßvogel ?

  3. Alte Woltersdorferin

    Hallo Herr „Listiger Lektor“ auch wenn es jetzt hier „off toppic“ scheint, und mit Bernd gestattet, dass ich auf Ihre beiden Einwände antworte, so denke ich, dass sich unsere deutsche Gesellschaft durch die Zuwanderung (oder wie man es auch aus seiner jeweiligen Sicht anders bezeichnen mag) tendenziell abwärts verändert hat und weiter wird, wenn es politisch und gesellschaftlich bis spätestens nach den nächsten EU-Wahlen nichts mehr verändert.

    Hier mal ein paar Prozente. Zu einem Artikel (http://www.strafrecht-wi.de/auslaenderkriminalitaet/) schrieb am 05.06.2016 eine „macmarine“ in ihrem Kommentar:
    (Zitat) „… beim prozentualen Anteil der identifizierten Delikte gegen Leib, Leben, Eigentum, sexuelle Selbstbestimmung liegen Täter aus den diversen muslimischen Herkunftsländern seit Jahren einsam an der Spitze, während die Einheimischen regelmäßig unter „ferner liefen“ landen. Schon 2007 hat der Berliner Oberstaatsanwalt Reusch gezeigt, daß knapp 80% aller eingetragenen Intensivtäter in Berlin einen Migrationshintergrund hatten, wobei Araber mit 40% noch häufiger vertreten waren als Türken (33%), obwohl letztere einen größeren Anteil an der Population stellen. Der Anteil der ethnischen Deutschen liegt nach Abzug der Russland-Deutschen bei rund 17%, bei Zuzählung derselben bei rund 20%. …“

    Kriminalität im Allgemeinen, und Brutalitäten im Besonderen begehen Deutsche und Menschen aus anderen Völkern. Da stimme ich Ihnen zu. Nur, dass mit Zunahme einer Multikulti-Bevölkerung in Europa wie auch in Deutschland (statistisch gesehen), die Zahlen der Gewalt und Brutalität der Nicht-Deutschen auch zunehmen. Sie werden fragen, warum ich da unterscheide ? Nun, es heißt: „Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht das Selbe.“ So ist es. Weil Menschen sich nun mal in ihren biologisch angelegten Temperamenten und Stoffwechselgeschwindigkeiten, in Tradition, Glaube, Erziehung und Bildung unterscheiden. Aber auch in Abhängigkeit ihres sozialen und gesellschaftlichen Umfeldes, in ihren Denkensarten und in ihren hauptsächlich aktiven oder passiven Verhaltensweisen des Alltags. Hinzu kommen noch Medikamente, Drogen, Alkohol, Schlafdefizit, Stress, Angst, Spielsucht und andere Süchte, die auch das aktive oder passive Temperament temporär beeinflussen.

    Sie schreiben von einer anderen Wahrnehmung. Das respektiere ich. Jeder macht ja seine eigenen Erfahrungen, die seine Wahrnehmungen dann mehr oder weniger sensibilisieren.
    Ja, es ist schon ein Unterschied, ob man im turbulenten Multikulti-Berlin wohnt, oder im bisher noch friedlichen kleinen Woltersdörfchen. Man kann sich auch solange sicher fühlen, solange man ahnungslos und gutgläubig ist. Wie gesagt, die Wahrnehmung ist ein Gefühl bzw. auch ein Mitgefühl.
    Wenn man Artikel über Brutalitäten in der Presse liest, dann nimmt man es zu Kenntnis und denkt sich beruhigend: „Zum Glück ist das gaanz weit weg und außerdem vielleicht auch nur ein entsetzlicher Einzelfall. (?) Und ich würde nächtliche Plätze und leere U-Bahnhöfe sowieso seit Mauerfall meiden.“ Doch dann lese ich 2011 schon folgenden Artikel über Gewaltexzessen in Berliner Bussen und Bahnen. In sechs Monaten waren es 1487 Fälle … ein Zuwachs von 3,6 % in Berlin und frage mich, wer und was kommt als Nächstes. Ist es noch Donnergrollen oder schon ein Krieg der unbekannten Art ? Wie weit reichen die Geschütze ? Und es beschleicht einen ein ungutes Gefühl, Berlin ist nicht weit und verkehrsgünstig erreichbar. ( https://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13524654/1487-Gewalttaten-in-Bus-und-Bahn-in-sechs-Monaten.html)
    Wenn man hier und da dann von Ereignissen aus dem Bekanntenkreis hört, beginnt man bereits über Kausalitäten und Ursachen zu reden, zu diskutieren, zieht Vergleiche mit früher, macht sich so seine Gedanken. Man fragt sich, ob es einen auch mal treffen könnte. (Bspw. wurde im einst friedlichen Pankow eine Freundin meiner Mutter, die ich seit meiner Kindheit gut kannte, nach der Grenzöffnung von einer türkischen Jugendbande aus dem benachbarten Wedding nach dem Einkauf auf brutalste Art und Weise am Kopf zusammengeschlagen, die herabfallenden Einkäufe auf dem Gehweg zertreten und die Handtasche geraubt. Das Geld war für den Einkauf schon ausgegeben. Die vormals rüstige Freundin war danach bis zu ihrem Tode ein Dauerpflegefall. Der Schock löschte die Erinnerungen, die Täter sahen ihr alle gleich aus, und blieben auf freiem Fuß.)
    Bei Erlebnisberichten der Freunde wird man schon achtsamer und wachsamer, besonders wenn mehrere Halbstarke daherkommen und den Weg versperren könnten. (Meine Freundin ist Berliner Deutsch-Lehrerin in einem Stadtteil mit hohem Ausländeranteil, wo Kinder und Jugendliche sich je nach Herkunft zu festen Banden zusammen geschlossen haben. U.a. auch, um „stark“ genug gegen ihre Feinde der anderen Banden zu sein. Sie erzählte schon von zwei verschiedenen Fällen der Messerstecherei auf dem Schulhof mit tödlichem Ausgang, wo sogar die einschreitenden Lehrer bedroht wurden: „Pass auf, ich weiß wo du wohnst !“ Sie selbst ist vor lauter Angst schon ein reines verängstigtes Nervenbündel, lässt sich nur noch von ihrem Mann abholen und hinbringen.)
    Hört man Nachrichten aus dem lieben Verwandtenkreis, ist man dann zutiefst berührt und nimmt empfindsamen Anteil, als wäre man selbst betroffen. Fängt an, sich öfters zu ängstigen oder vor möglichen Gewalttätigen je nach Konstitution und Möglichkeiten, sich zu wappnen.

    Aber es gibt auch etwas Hoffnung vor dem endgültigen Verfall unser Gesellschaft mit einem Beispiel aus der Erziehung: Im Kindergarten meines Berliner Enkels wird die „Entspannung“ jetzt geübt. Wird ein Kind aggressiv, schreit und schlägt um sich, rufen alle Kinder im Chor: „Deeskalation !“ Und der kleine Aggressor und Wüterich muss sich auf den Flur stellen, bis er sich beruhigt und entschuldigt hat. Dann wird nach Aussprache Frieden mit ihm geschlossen und er darf wieder dazugehören. Wenn nicht, gibt es da noch die einsame Ruheliege zur Entspannung und Erholung. Meist schläft es dann auch mit einem Kuscheltier ein und gleicht sein morgendliches Schlafdefizit aus.
    Die früheren Zeiten der antiautoritären Un-Erziehung und/oder seelischen Verwahrlosung oder der noch-früheren Rohrstock- und Ohrfeigen-Dressur hatten in vielen Kinderseelen auch ihre prägenden Spuren hinterlassen, Herr „Listiger Lektor“. Dennoch gab es erst zu Zeiten der Migrationsbewegungen der letzten Jahrzehnte nennenswerte Intensivtäterprobleme auf beiden Seiten, also der nichtdeutschen und der deutschen Völkergruppen hier im deutschen Multikulti-Land. Naja, und eines darf man neben Ausgleich von Schlafdefizit nicht ganz außer Acht lassen, früher „tobten“ sich die jungen Männer in ihrer aktivsten Bewegungsdrangphase mit dem höchsten Testosteronspiegel, während ihrer Militärzeit und danach bei schweißtreibendem Sport, körperlicher Arbeit und Familiengründung aus. …

    1. Listiger Lektor

      Liebe Alte Woltersdorferin,
      ich habe leider noch immer nicht verstanden, weshalb Sie nach dem Überfall auf Bernd, der – soweit ich es herauslesen konnte – nicht von einem Multikulti-Vertreter verübt wurde, diesen Überfall in Verbindung mit Ausländerkriminalität brachten.

      Ich möchte nicht auf Ihren gesamten Kommentar eingehen, nur dieses Zitat herausgreifen:
      „Man kann sich auch solange sicher fühlen, solange man ahnungslos und gutgläubig ist.“
      Mit dem gleichen Brustton der Überzeugung könnte ich behaupten, man könne sich überall unsicher fühlen, wenn man selektiv alles Üble auf der Welt wahrnimmt und paranoid ist. Jemandem zu unterstellen, er sei ahnungslos und naiv, weil er sich sicher fühlt und nicht die gleichen Ängste wie man selbst teilt, halte ich für ein starkes Stück.

  4. Peter Müller

    Sehr beängstigend was für Psychopaten auch hier bei uns rumrennen. Leider ist der deutsche Rechtstaat zu sehr damit beschäftigt, Leute die ihre Rundfunkgebühr nicht bezahlt haben zu verfolgen. Ich hoffe trotzdem, das die Sache mit aller Schärfe verfolgt wird und Du ein für alle mal Ruhe vor dem Kerl hast. Als Werbung für Pfefferspray kann Dein Bericht allerdings nicht dienen, was war los damit?
    Wünsche Dir alles Gute, mit besten Grüßen Peter

    1. Bernds Journal

      Keine Ahnung. Ich hatte ja große Hoffnung in das Zeug gesetzt. Es sollte mich und meinen WuffWuff vor Hunde und Wildschweine schützen, aber scheinbar war da nur Wasser oder Cognac drin.

  5. U. B.

    Lieber Bernd, auch von mir alles erdenklich Gute, um das Geschehene verarbeiten zu können.
    Als ich das gelesen habe, war ich entsetzt, dass so etwas passieren kann. Ein Überfall aus dem Hinterhalt. Und das ja schon das zweite Mal. Wo leben wir denn? Es ist doch traurig, dass man sich nicht mehr unbeschwert auf die Straße trauen kann, ohne Pfefferspraydose oder große Taschenlampe dabei zu haben.
    Sicher wäre es besser gewesen, eher eine Anzeige zu machen und nicht so lange zu warten. Als Fahrschullehrer dürfte dieser Mann nicht mehr arbeiten.
    Ich bin froh, dass es dieses Journal für Woltersdorf gibt und hoffe, dass es noch lange erhalten bleibt.
    Bei dieser Gelegenheit möchte ich betonen, dass mir die Beiträge von „Alte Woltersdorferin“ sehr gut gefallen und eine Bereicherung für dieses Journal sind.
    Nochmals alles Gute für Bernd und Angelika.

  6. jenny

    Ich kann es auch nicht begreifen, wie ein erwachsener Mensch einen alten Mann, der sein Vater sein könnte, so überfällt und dabei billigenden in Kauf nimmt, dass er dabei schwerste Verletzungen erleidet oder sogar zu Tode kommt. Ich dachte immer ,wir leben hier in einem zivilisierten Land.

  7. Alte Woltersdorferin

    Lieber Bernd, wir sind erschrocken und entsetzt darüber, was Dir passiert ist.

    Vielleicht ist es für Dich etwas tröstlich zu wissen, dass es unter Deinen vielen Leser-Fans auch Menschen gibt, die Dir mit ihrer Anteilnahme mit einigen Zeilen und Worten etwas seelischen Beistand geben wollen. Ob es Dir tapferen Mann auch tröstlich ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Dir anders Helfen, kann ich alte Frau Dir aber leider auch nicht. Zu Deinem Beistand aber hast Du ja noch eine liebe Frau, die Angelika und viele Freunde.

    Wir können uns nur mal so allgemein Gedanken darüber machen, wie es möglich war, dass es zu solch einer Brutalität – nun auch schon außerhalb einer übervölkerten Multikulti-Großstadt – gekommen ist, wie Du sie uns geschildert hattest.
    Vielleicht ist es aber auch Dein Anliegen, weshalb Du mit dieser zur Wachsamkeit mahnenden Erzählung noch vor vermutlich gerichtlicher Verurteilung eines vermutlich rachsüchtigen Cholerikers an die Öffentlichkeit gegangen bist.

    Dein aktueller Kriminalfall lieber Bernd, dass hilflose Menschen überfallen werden, ist auch so ein Beispiel unseres zerfallenen Gesellschaftssystems. Hättest Du noch einen großen Schutz- und Wachhund bei Dir gehabt, hätte der sein Herrchen schon bissig verteidigen wollen. Dagegen so ein harmloses Pfefferspray oder gefährliches Tränengas träfe bei falscher Windrichtung oder Handhabung auch einen selbst, auch den Hund. Ich wüsste aber nicht, was ich als schutzloser Mensch zur körperlichen Verteidigung tun könnte, wenn mir jemand hinter den Sammelcontainern auflauern würde. Man ist ja im Allgemeinen immer noch recht arglos, wenn man zu Fuß unsere Straßen lang geht. Im Alter auch lang gehen muss, falls niemand einen fährt.
    Ich trage immer eine starke Taschenlampe in der Handtasche. Zumindest würde ich mir mit der großen LED-Stablampe die Wildschweine vom Leibe halten, wenn ich in ihre Augen leuchten müsste. Notfalls würde ich auch mit der beladenen Handtasche um mich schlagen, müsste ich mein Leben verteidigen. Ansonsten ist es recht beängstigend, so allein und hilflos einem aggressiven Menschen zu begegnen.

    Doch Du Bernd, bist ja Deinen Erzählungen nach, keinem unbekanntem Räuber, keinem hinter den Containern seine Notdurft Verrichtendem und dabei Gestörtem, sondern einem kampfbereitem, rachsüchtigem Feind einer alten Fehde begegnet. Vielleicht sollte ein rachsüchtiger Choleriker nicht mehr als Fahrlehrer mit Menschen arbeiten, sondern eher in einem Sportverein sich austoben ? Wie hieß denn dieser prügelnde Fahrlehrer aus Rüdersdorf ?

    Doch nun bin ich ja mal gespannt, wie dieser vermutlich hinterhältige Überfall (ohne Zeugen und ohne herbei eilende Hilfe ?) nun tatsächlich ausgehen wird, nachdem Du ihn wegen vorsätzlicher Körperverletzung angezeigt hast. – Lass mich raten: Vielleicht mit Bewährung und gemeinnütziger Tätigkeit, wegen strengen Elternhauses, sorgloser Kindheit und anderer Schicksalsschläge, … ähm, ja, oder so ähnlich ?

    Wir wünschen Dir in jeden Falle alles erdenklich Gute, baldige Genesung und hoffentlich keine zurückbleibenden gesundheitlichen Schäden.

    1. Listiger Lektor

      Liebe Alte Woltersdorferin,
      ich schließe mich Ihren Worten an, nur der Einschub „nun auch schon außerhalb einer übervölkerten Multikulti-Großstadt“ hat mich zusammenzucken lassen, suggeriert er doch, dass dieser Überfall irgendetwas mit „Multikulti“ zu tun hätte oder „Multikulti“ per se zwangsläufig zu soch Überfällen führen würde.
      So schlimm jeder Vorfall dieser Art ist, ihn als Beleg für ein „zerfallenes Gesellschaftssystem“ heranzuziehen, halte ich für etwas weit hergeholt. Demnach hätte ich mein ganzes Leben lang in einem zerfallenen System gelebt. Wahrscheinlich, so mögen Sie sagen, stimmt das auch, allerdings ist das nicht meine Wahrnehmung und ich komme gut darin zurecht.
      Gute Erholung, Bernd, sowohl körperlich als auch seelisch!

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