Transparenz in Woltersdorf

Transparenz, oft eingefordert, fast immer verweigert, ist Woltersdorfs Politalltag. Jetzt stehen Kommunalwahlen an und wieder wird Transparenz versprochen und gefordert. Heute fielen mir zur schmerzlich vermissten Transparenz einige Zeilen des Philosophen Byung-Chul Han in die Hände. Er ist mit einem Essay über die Paradoxien der Transparenz in modernen Gesellschaften bekannt geworden. Hier ein Auszug, der die Situation in Woltersdorf treffend beschreibt.

„Es ist zu erwarten, dass Politiker angesichts des Unglücks wieder Transparenz und Kontrolle beschwören werden, um Missstände aufzudecken, die zum Unglück geführt hätten. Aber diese Forderung nach mehr Transparenz und Kontrolle wird die eigentliche Ursache nicht beseitigen können. […] Oft wird gesagt, Transparenz stellt das Vertrauen wieder her. In Wirklichkeit entsteht die laute Forderung nach Transparenz gerade in einer Gesellschaft, in der das Vertrauen radikal schwindet. Der Imperativ der Transparenz deutet auf das Ende der Vertrauensgesellschaft hin.“