Staatssekretäre braucht das Land, en masse

Berlin, die Hauptstadt der Brüter für Staatsskretäre, zeigt uns wie es gemacht wird.

goldesel Berlin ist unser Nachbar. Da schaue ich ab und zu mal hin. Unser verschwenderischer Nachbar hat eine neue Regierung rot-rot-grün. Jeder der drei nun in Amtssesseln hockenden Parteien will, wie es üblich ist, so viele treue Mitstreiter wie möglich an die vom Steuerzahler bestens gefüllten berlinischen Fressnäpfe schubsen.
Doppelrot mit Grünen Pünktchen muss extrem verhungert in die Wahlschlacht gezogen sein. Die Drei dürfen, wollen, müssen, haben‘s ihnen versprochen, 25 Mitstreiter versorgen, dafür gibt‘s den nicht so richtig nötigen Händeschütteljob eines Staatssekretärs.

So ein Staatssekretär, das ist schon was. Klasse Titel, Klasse Grundgehalt von 8.900 Euro, nein nicht im Jahr, im Monat natürlich, wo denken Sie hin. Damit‘s ihm nicht so langweilig wird in den nächsten Jahren, werden ihm noch einige Spielkameraden beigesellt. Einen Referenten braucht er auf jeden Fall und damit der Ref sich nicht überarbeitet, braucht‘s noch einen Büroleiter. Ein Büroleiter ohne einige Hansels, die er leiten kann, das geht gar nicht. So umgibt denn einen Staatssekretär bald eine halbe Fußballmannschaft zur eigenen Unterhaltung, wenn er denn bescheiden ist, sonst wird‘s denn eine ganze Mannschaft.
Bewegen muss sich so ein Staatssekretär nach des Tages Last auch ein bißerl, von hier nach da. Die S-Bahn kommt nur ab und zu, wann sie will. Das geht gar nicht, stellen Sie sich mal vor, der Staatssekretär hat eine wichtige, staatstragende Verabredung und da, wo er hin will, wird der Rehrücken kalt, der Wein wird warm, nur weil‘s mit den Öffentlichen nicht so klappt. Das wollen wir nicht und so bekommt er natürlich einen Dienstwagen, selbstverständlich von Daimler oder einer andere Nobelschmiede. Die Karre muss auch noch einer bewegen, also braucht so ein Staatssekretär auch noch einen Fahrer.
Bleibt seine Partei lange genug am Ruder, wird der Staatssekretär älter und deshalb spendieren wir ihm auch noch eine Altersversorgung. Hinzu kommen noch die üblichen Kleinigkeiten, die man sich für aufopfernde Parteiarbeit verdient hat.

Unsere 25 Berliner Staatssekretäre müssen sich jeden Monat ganz schön abbuckeln mit den so leicht zugeflossenen Tantiemen und sie werden lachen, lachen bis zum Umfallen, über die bekloppten Berliner, die ihnen das Leben so fein einrichten – in Berlin.

In Bayern leben vier Mal so viele Bayern als in Berlin, Berliner. Der bayrischen Wirtschaft geht es blendend, in den Schulen müssen nicht bei jedem Fünfjahresplan die Prüfungsanforderungen dem sinkenden Wissenslevel der Schüler angepasst werden. Also Bayer zu sein, dass ist schon was.
Na ja, zurück zu unseren Staatssekretären. Die Bayern, denen es bestens geht, die kommen mit ganzen sechs der Spezi Staatssekretär aus. Die Berliner, denen es an allen Ecken fehlt, leisten sich fünfundzwanzig Figuren dieser echt kostspieligen Art.
Ist doch komisch, immer sind es die Nichtskönner, die Hungerleider, die Möchtegerne, die Hochstapler und die Blender, die sich mit Glanz und Pomp umgeben müssen.

  1. Alte Woltersdorferin

    Bravo, liebe Redaktion vom Woltersdorfer Journal. Dieser satirische Artikel gefällt uns. Ihr werdet von Jahr zu Jahr immer besser. Wohl denen, die bei allem Elend und Ärger immer noch den Humor behalten. Und zeitweise auch andere daran teilhaben lassen.

    Nun aber mal weniger humorvoll, also statistisch, von uns nachgefragt, ob Ihr auch einen Einkommensvergleich zu Bayern (dem vorbildlichen deutschen Musterländle) zwischen unserer bzw. unseren benachbarten, brandenburgischen Gemeinden stellen könnt ?
    1. Was bekommen in der Summe als Monatsbruttogehalt unsere Gemeindeverwaltung inkl. BürgermeisterIn, im Verhältnis zu einer in etwa gleichgroßen Gemeindeverwaltung in Bayern ?
    Dem vergleichsweise sei gegenüber gestellt:
    2. Wieviel Monatsbruttorente aus der Rentenversicherungskasse bekommt im Durchschnitt ein brandenburgischer Handwerksmeister, der für die Bürger und Dorfgemeinden real 60 Jahre seines ostdeutschen Erwerbslebens seine (sprichwörtlich) „Knochen zu Markte getragen“ hat, damit die brandenburgischen Bürger und ihre Familien wohnen, leben, sich erholen, ein schönes Zuhause haben, und unter anderem auch die Verwaltungsangestellten von dem zurückgeführtem Steuergeld gut leben und mäßig regieren, einige überforderte Abgeordnete das zu verwaltende Geld oftmals leichtsinnig/verantwortungslos/fremdgeleitet vergeuden können ?
    3. Und diese durchschnittliche Monatsbruttorente bitte auch mal im Vergleich
    a) zur Monatsbruttorente der bayerischen Handwerksmeister,
    b) zum Monatsbruttogehalt der bayerischen Gemeindeverwalter samt BM und
    c) zum Monatsbruttogehalt der Woltersdorfer Gemeindeverwalter inkl. BürgermeisterIn.

    1. Bernds Journal

      Bedauerlicherweise kann ich da nicht helfen. Es ist leichter die Gehaltsgruppen in der Bundesregierung zu erfahren als die Gruppierungen der Bürgermeister und anderer Gemeindebedienstete.

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