Springeberg, Investor soll Freibrief bekommen

Das alte Springeberg, der Wald, die Reiherkolonie gibt es nicht mehr, es starb zu Jahresanfang unter den Kettensägen des, so sagt man, Grundstückeigentümers, Heribert Wirth. Fast zur gleichen Zeit taucht ein Investor auf, der das Grundstück kaufen und vermarkten will. Die Pläne dafür sind wahrscheinlich schon fertig gewesen, als die Kettensägen des Eigentümers den Wald niedermachten. Weder der Investor, noch der Planer, wollen etwas mit dem Abholzen des Waldes zu schaffen haben. Uns können Sie dafür nicht verantwortlich machen, sagten die Herren.

Im letzten Bauausschuss wollten Investor und Planer nur informieren, Fragen beantworten. Dabei blieb es nicht, sie forderten einen Brief, ein Empfehlungsschreiben, einen Letter of intent, einen Freibrief. Begeistert waren nur Zwei, unser grüner Bürgermeister und Edgar Gutjahr von „Die Linke“. Das kennen wir schon, die beiden waren auch begeistert, als der Wald am Kiesweg fiel und der Investor gleich Pläne parat hatte. Begeistert waren sie ebenfalls, als sich Anwohner der Krokodilsbucht an sie mit der Bitte wandten, das Landschaftsschutzgebiet in Bauland umzuwandeln.

Voller Begeisterung für den Investor und den Planer vom Springeberg, einem Ortsteil von Woltersdorf, fordert der Bürgermeister in einer Beschlussvorlage für die nächste Gemeindevertretersitzung einen Freibrief für seine neuen Geschäftspartner.

Zitat: „Beschluss….
Die Gemeindevertretung beschließt in ihrer Sitzung am 03.04.2014
Der Bürgermeister wird beauftragt, die Cesa Invest GmbH&Co KG als potenziellen
Vorhabenträger für das Wohngebiet Springeberg für ihre Vorklärungen gegenüber den Trägern öffentlicher Belange mit einem unverbindlichen Empfehlungsschreiben zu unterstützen.
Beschlussbegründung:
Der Vorhabenträger die Cesa Invest GmbH&Co KG at mit Schreiben vom 06.03.2014 einen Antrag auf Eröffnung eines Bebauungsplanverfahrens gestellt, den Inhalt mit einer Projektskizze…. auf der Bauausschusssitzung am 19.03.2014 vorgestellt.
Für die Realisierung des Vorhabens ist die Schaffung von Baurecht erforderlich. Auch um dieses Baurecht ausschließlich an das Vorhaben zu binden und so Spekulationen vorzubeugen, wird die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes VBP (§12 BauGB) angestrebt. Ein Bebauungsplan auf der Grundlage des vorgelegten städtebaulichen Strukturentwurfes ist nur teilweise aus dem Flächennutzungsplan (FNP) herleitbar. Entsprechend müsste der Bebauungsplan im Parallelverfahren zur partiellen Änderung des FNPs entwickelt werden. Der Bauausschuss hat angeregt, den Vorhabenträger bei seinen Vorklärungen gegenüber den Trägern öffentlicher Belange mit einem unverbindlichen Empfehlungsschreiben („Letter of intend“) zu unterstützen.“

Der Bauausschuss hat nichts angeregt, keine Rede war davon, dem Investor und Planer freie Hand zu gewähren. Die einzigen, die sich für das Projekt und den Freibrief überschwänglich begeisterten, waren Bürgermeister Vogel von den Grünen und Edgar Gutjahr von „Die Linke“.

Frei nach Heinrich Heine: Denk ich an Woltersdorf in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht